Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 057

06.11.1494  / Donnerstag nach Allerseelentag

Transkription

jme ʃin tag geʃtalt an das nehʃt gericht

3 c(lage) Jtem johannes diel hat ʃin 3 cl(age) getan vff her wilhelm
buʃers gutt(er) ut p(ri)ma

3 t(ag) Jtem hen belling hat ʃin 3 t(ag) v(er)hut vnd das buch bracht
gein geyßpeßheymer(e)n iʃt jme ʃin t(ag) geʃt(alt) an das nehʃt
gericht

vff dorʃtag p(ost) Symo(nis) vnd Jude

4 cl(age) Jtem johannes diel hat ʃin 4 cl(age) gethan vff her
wilhelm buʃers gut(er) ut p(ri)ma iʃt jme ʃin tag geʃt(alt)
ad p(roximi)m ju[diciu]m

vff donerʃtag nach aller Selntag

erk(ann)t Jtem wentzen arnolt[a] erk(enn)t philips hirt(en) vnʃ(e)rm mitʃcheff(en)
geʃell(en) xxiiij alb in menʃe ʃi non tu(n)c pf(and)

Jtem Rudiger hait ʃich v(er)dingt ut Iur(is) Sniderhen in ʃin
wort vnd ʃpr(ich)t er hab 1 vnd 2 3 vnd 4 h getan vff hey(n)tz
vffgeholt gen Strohecker(e)n beg(er)t mitrecht zu beʃcheid(en) ob man(n) jme ʃin(er)
ban vnd fried(en) 4 h geʃtund / hat man(n) jme geʃtand(en) vffs buch v(er)bot er vnd
beg(er)t vort(er) die gut(er) vff zuholn lut ʃin(er) heyʃchu(n)g vnd ban vnd
fried(en) daruber / Hat man(n) jme der vffholung geʃtand(en) vnd ban(n)
vnd fried(en) vb(er) die vnd(er)pf(ande) gethan dz v(er)bot er

Jtem Stude als mompar philips hirt(en) vnʃers mitʃcheff(en)
geʃell(en) ʃpr(ich)t heyntzgin ʃtrohecker ʃij jme jars ʃchuldig zu geb(en)
vffgeholt gult von eynem zweyteil ackers in der dieffen gewand(en)
gef(orcht) oben zu gerhart knebel auch vns(e)r mitʃcheff(en) / nű we(r)de
jme der gilt nit vnd fragt mitrecht dwil der acker auch
noch zu ʃin Hand(en) ʃtehe ob er den nit moͤcht vor die gult
vffholn S(e)n(tent)ia Ja ʃi ita eʃt ʃi no(n) geʃchee darumb was
recht ʃij v(er)bot er

erk(ann)t Jtem debolt erk(enn)t Hans flach(en) dem Schult(heißen) vnd vnʃ(e)rm mit
ʃcheff(en) geʃell(en) zwen f(re)f(el) in xiiij t(agen) mit sy(n) lieb zuu(er)trag(en)

erk(ann)t Jtem Ebolt erk(enn)t Strölin dem heymberg(er) j t(or)nis in xiiij
t(agen) ad c(om)put(atio)n(e)m

Jtem Rudig(er) hat ʃich v(er)dingt als recht iʃt Sniderhen jn ʃin

[a] Ein überschriebenes »o« über dem »n« ist durchgestrichen.

Übertragung

Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Johannes Diel hat seine 3. Klage geführt gegen die von Herrn Wilhelm Bußer hinterlassenen Güter.

Henne Belling hat seinen 3. Tag gewahrt und das Buch beigebracht gegen Geißpisheimer. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Donnerstag 30. Oktober 1494

Johannes Diel hat seine 4. Klage geführt auf die von Herrn Wilhelm Bußer hinterlassenen Güter. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Donnerstag 6. November 1494

Arnold Wenz erkennt an, Philipp Hirt, unserem Mitschöffen, 24 Albus binnen eines Monats zahlen zu müssen. Wenn nicht, dann erfolgt die Pfändung.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Henne Snider vor Gericht zu reden und sagt: Er habe seine 1., 2., 3. und 4. Heischung erhoben gegen Heinz Strohecker. Er fordert den Gerichtsbescheid, ob man ihm die 4. Heischung gestehe. Die hat man ihm gestanden. Das hat er im Buch festhalten lassen. Und er fordert weiter, die Güter einzuziehen gemäß seiner Klage und ihm Bann und Frieden darüber zu machen. Die Einziehung hat man ihm gestanden und Bann und Frieden über die Pfänder gemacht. Das hat er festhalten lassen.

Stude als Bevollmächtigter von Philipp Hirt, unserem Mitschöffen, klagt Heinz Strohecker an: Er sei schuldig, ihm jährlich eine Gülte von einem Zweiteil Acker in der tiefen Gewand zu geben, der stößt oben an den Besitz von Gerhard Knebel, unserem Mitschöffen. Nun erhalte er die Gülte nicht. Und er fragt das Gericht, weil der Acker noch in seinem Besitz sei, ob er ihn nicht für die Gülte einziehen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist. Wenn nicht, dann geschehe deswegen, was Recht sei. Das lässt er festhalten.

Debolt erkennt an, Hans Flach, dem Schultheißen und unserem Mitschöffen, 2 Frevel binnen 14 Tagen mit seinem Leib zu vertragen.

Ebalt erkennt an, Strolin, dem Heimbürgen, 1 Turnose gegen Abrechnung zahlen zu müssen binnen 14 Tagen.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Henne Schneider vor Gericht

Registereinträge

Acker (Acker)   –   ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Belling, Henne   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Buser, Wilhelm   –   computatio   –   Debolt   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Donnerstag   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Flach, Hans   –   Frevel (frevelich)   –   Geißpisheimer, N. N.   –   Gericht (Winternheim)   –   Gewann   –   Guelte (Gülte)   –   Hand (Hände)   –   Heimbürge   –   Heischung (h) (heischen)   –   Hirt, Philip   –   Knebel, Gerhart   –   Leib   –   mens (mensis, mense)   –   Omnium Sanctorum   –   Pfand (Unterpfand)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   sententia   –   si ita est   –   Simonis et Jude apostolorum   –   si non pignus   –   Strohecker, Heinz (Heinzgin)   –   Strolin   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Tag wahren (verhüten)   –   Turnose   –   verboten (Verbotung)   –   Wentz, Arnold   –