Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 048

21.08.1494  / Donnerstag nach assumptio Mariae

Transkription

contz ʃwartz als Jtem Rudig(er) hat ʃich v(er)dingt Contz ʃwartzen von mom(ar)-
momp(ar) heynrich ʃchafft weg(en) heynrich ʃwartzen ʃins bruders vnd redt wie
ʃwa(r)tz(en) er hie stehe vnd höre das Zörn Handel das dan(n) berure Rytzen
Zorn vnd katherin ʃin Swig(er)fr(au) nü hab Contz als momp(ar) ʃins
bruders heynrichs der frawe(n) vnd Rytzen vor gericht gebot(en)
hie als recht ʃij ee vnd zuuor dan(n) Zorn(n) ye clag angelacht
hab an ʃie vnd Hab auch Contz die frawe vnd Rytzen beyde
erf(olg)t dem gebott er hab auch pfand beredt nach ordenu(n)g des
recht(en) vnd die pfande v(er)kaufft vnd gehandelt als ʃich gepurt
jn getruen der Richt(er) ʃöll erkenne(n) das Zörns handel ʃin p(ar)thij
nit hinder(e)n ʃoll an ʃin(er) gerechtickeyt ʃo er der fr(au) vnd
Rytzen ee dan(n) Zorn(n) geclagt gebot(en) habe vnd wes ʃich der
v(er)laʃʃe(n) hab vnd guter witer lauff dan(n) er ʃie erf(olg)t hab Laʃʃe
er Zörn zu Daruff Zörn Redt er woll eyn wiʃʃen
haben ob contz ʃwartz die clag meynt ʃo er als hun(er) vaugt
von meyns g(nädigen) h(e)r(e)n weg(en) gethan habe oder aber als er Rytzen
vnd kathering(en) von weg(en) ebolt hůn von orhelg(en) beclagt Habe
Daruff Rudiger von weg(en) contzen redt er trug mym(en)
gnedigʃt(en) h(er)r(e)n nüʃt in die clage aber ʃuͤnʃt woll er ʃin ge-
rechtickeyt nit vb(er)geben hab(e)n dz v(er)bot Zorn(n) Darvff
Stiller Schult(heiß) zů gerawe der ʃich v(erding)t Zörn zu red(en) vnd redt
es wer in guter beheltnis des gerichts wie hie deßhalb ge-
handelt wer das ließ er diʃer zitt růen bis ʃo lang wit(er)
do von gehandelt wu(r)de

Stille(r) exp(ar)te Zorns begert des vrteyls ʃo zuʃchen jme vnd
Zoͤrn kathering(en) pet(er) ʃwartz(en) witwe zu recht beʃloʃʃe(n) wer deʃglich(en)
Stude der ʃich v(erding)t ut jur(is) der frawe(n) begert auch deʃʃelb(en) vrt(eil)
s(e)n(tent)ia[a] das jne vßgeʃpr(ochen) wart wie nach volgt

katherin Zwuʃchen Zörn als momp(ar) Ebolt hun von orhelg(en) vnd
kathering(en) peter ʃwartzen gelaʃʃen witwe Spricht der
Schoffen zu recht das katheringen mög allem vor ʃich
antwort(en) das v(er)bot Stude exp(ar)te kathering(en) vnd begert
die clag vom widert(eil) zu öffen / Dar zu Still(er) redt die
clag wer zu hin(er) zit gang(en) vnd geʃchr(ieben) ʃie die fr(au) ʃölt(en) ʃie billich
öffen laʃʃen alʃo hat doch Stiller die clage jm gerichts buch
wie die Zörn vormals an reytzen vnd katherin gelacht habe
begert zu oͤfen die alʃo v(er)hort wart Redt Stude von

Übertragung

Rudiger hat sich verpflichtet für Contz Swartz als Bevollmächtigten seines Bruders Heinrich Swartz vor Gericht zu reden und sagt: Er stehe hier und höre, dass Zorn einen Rechtsstreit habe mit Heinritz und Katharina seiner Schwiegermutter. Nun habe Contz als Bevollmächtigter seines Bruders Heinrich die Frau und Heinritz vor das Gericht gefordert wie es rechtmäßig sei, bevor Zorn seine Klage geführt habe. Und Contz habe gegenüber der Frau und Heinritz seinen Anspruch eingeklagt. Danach habe er auch die Pfänder gefordert gemäß der Gerichtsordnung und die Pfänder verkauft und gehandelt, wie es sich gebührt. Er vertraue darauf, die Richter werden anerkennen, dass der Rechtsstreit von Zorn seine Partei nicht hindern soll an ihren Rechten, da er gegen die Frau und Heinritz die Ansprüche eingeklagt habe vor Zorn. Und was sich an hinterlassenem Hab und Gut finde über das hinaus, was er eingeklagt habe, darin lasse er Zorn zu. Darauf sagt Zorn: Er wolle wissen, ob Contz Swartz die Klage meine, die er als Hühnervogt des gnädigen Herrn, des Pfalzgrafen, getan habe oder aber als er gegen Heinritz und Katharina geklagt habe wegen Ebalt Hun von Arheilgen. Darauf sagt Rudiger für Contz: Er trage vom gnädigsten Herrn nichts in die Klage, aber er möchte dessen Rechte nicht übergeben. Das lässt Zorn festhalten. Darauf hat sich Stiller, Schultheiß zu Gerau, verpflichtet, für Zorn vor Gericht zu reden und sagt: Das Gericht wisse genau, wie hier in der Sache verhandelt worden sei. Das lasse er zurzeit ruhen, so lange bis weiter in der Sache verhandelt werde.

Stiller fordert für Zorn das Urteil, das in der Streitsache zwischen ihm und Katharina, der Witwe von Peter Schwartz gefunden wurde. Ebenso Stude, der sich für die Frau verpflichtet hat, vor Gericht zu reden. Das Urteil wurde ihnen gesprochen wie folgt: Zwischen Zorn als Bevollmächtigten von Ebalt Hun von Arheilgen und Katharina, der Witwe von Peter Schwartz sprechen die Schöffen als Recht: Katharina kann für sich allein antworten. Das hat Stude für Katharina festhalten lassen und fordert, die Klage, welche die Gegenseite führte, zu öffnen. Dazu sagt Stiller: Die Klage sei vor einiger Zeit ergangen und geschrieben. Die Frau sollte sie billiger Weise öffnen lassen. So hat doch Stiller gefordert, die Klage im Gerichtsbuch, wie Zorn sie vor einiger Zeit gegen Heinritz und Katharina geführt habe, zu öffnen. Die Klage wurde gehört. Da sagte Stude

Registereinträge

Arheiligen (Ort)   –   Bruder (Brüder)   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Frau (Frau)   –   gebot   –   Gerechtigkeit   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtsordnung   –   Huehnervogt   –   Hun, Ebalt (Ewalt, Debolt)   –   Momber (Momberschaft)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Partei   –   Pfalzgrafen bei Rhein   –   Pfand (Unterpfand)   –   Richter (richterlich)   –   Ritz (Heinritz)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schwiegermutter   –   sententia   –   Stiller   –   Stude, N.N.   –   Swartz, Contze   –   Swartz, Heinrich   –   Swartz, Katharina   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Zorn, Henne (Hengin)   –