Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 047

21.08.1494  / Donnerstag nach assumptio Mariae

Transkription

vff donerʃtag nach aʃʃumption(is) marie

Jtem Rudiger hat ʃich v(er)dingt ut Iur(is) Sniderhen in ʃin wort
1 cl(age) vnd ʃagt er thet 1 cl(age) vff fyhenhen den ʃchuchma(n) vff vj gld
hauptgelts xx gld ʃchad(en) vnd vff alles er hat in Richs ger(icht)
erʃucht v(n)d vnerʃucht

Jtem Stude als mompar phil(ipp) hirt(en) vnʃers mitʃcheff(en) geʃell(en)
1 cl(age) hat 1 cl(age) gethan vff Syfridt Swalbach vff viij lb gelts hauptgelts
xx gld ʃchaden vnd vff alles er hat in Richs ger(icht) erʃucht vnd
vnerʃucht

Item Stude als momp(ar) phil(ipp) hirt(en) vnʃers mitʃcheff(en) geʃell(en) hat
1 h 1 h getan vff Seltzerhen alles das Seltzerhen jn richs ger(icht)
verlaʃʃen Hat do er dot vnd lebendig geweʃt iʃt erʃucht vnd
erʃucht [!] vor 1 lb gelts gehantreicht zinß

erf(olg)t p b Jtem Stude als momp(ar) phil(ipp) hirt(en) vnʃers mitʃcheff(en) geʃell(en) erf(olg)t
geyʃpeßheym(er)s ʃon cleʃg(in) vffs buch vnd Hat p • b • vff jme

erf(olg)t p b Jtem Henn g(ra)benmech(er) erf(olg)t cöntzgin möller(e)n vffs buch vnd
hat auch p • b • vff jme

erf(olg)t p b Jtem Steffan Schuchma(n) hat ʃich v(erding)t cleʃgin gutenbe(r)g ut jur(is)
vnd erf(olg)t peter von bodenh(eim) vffs buch vnd Hat p • b • vff jme

erf(olg)t p b Jtem Steffan Schuchma(n) hat ich v(er)dingt ada(m) bűma(n) zu red(en)
ut Jur(is) vnd erf(olg)t frůoffs rudolff(en) vffs buch vnd hat p • b •

Jtem Rytze peter ʃwartzen eyd(en) et vxor eius haben vor gericht erkant
erk(ann)t gerha(r)t gerhart knebeln vnʃ(e)rm mitʃcheffen geʃell(en) das ʃie kein ge-
knebeln rechtickeit hab(en) zűm huß dar jnn ʃie ʃitzen ʃond(er) es ʃtee zu
l(itte)ra(m) f(a)c(ta)m gerhart knebels hand(en) vnd er gönn jne dar jnn zu ʃitzen
bis ʃo lang das erß jne wid(er) abʃag als erß vor ʃin gult
hab vffgeholt dz v(er)bot gerhart knebel

ada(m) wolff Jtem Ada(m) wolff ʃpr(icht) er hab ʃin 1 2 3 vnd 4 h gethan
hans flach(en) vff Rytzen pet(er) ʃwartz(en) ʃelig(en) dochterman lut des ger(ichts) buchs
hat ma(n) jme geʃtand(en) v(er)bot er vnd bege(r)t vort(er) b ma(n) jme
der offholung geʃtehe v(er)bot hat man(n) jme auch geʃtand(en) / vnd hat
ban(n) vnd fryed(en) hat er auch v(er)bott Daruff hans flach(en)
jn rede thett vnd hat Laʃʃen öffen jm gerichtsbuch die

Übertragung

Donnerstag 21. August 1494

Rudiger hat sich verpflichtet, für Henne Snider vor Gericht zu reden und sagt: Er hätte seine 1. Klage geführt gegen Henne Fyen den Schuhmacher wegen 6 Gulden Hauptsumme und 20 Gulden Schaden und alles, was er im Reichsgericht hat, belastet oder frei.

Stude als Bevollmächtigter von Philipp Hirt, unserem Mitschöffen, erhebt seine 1. Klage gegen Siegfried Schwalbach wegen 8 Hauptsumme und 20 Gulden Schaden auf alles, was er im Reichsgericht hat, belastet oder frei.

Stude als Bevollmächtigter von Philipp Hirt, unserem Mitschöffen, erhebt seine 1. Heischung gegen alles, was Henne Seltz im Reichsgericht hinterlassen hat, zu Lebenszeit oder als er tot war, belangt oder frei, wegen 1 Pfund Geldzins, der in die Hand gereicht werden muss.

Stude als Bevollmächtigter von Philipp Hirt, unserem Mitschöffen, hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Cles, den Sohn von Geißpisheimer gemäß dem Buch und Pfänder gefordert von ihm.

Henne Grabenmacher hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Contz Müller gemäß dem Buch und hat Pfänder gefordert von ihm.

Steffan Schuhmann hat sich verpflichtet, für Clesgin Gutenberg vor Gericht zu reden und hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Peter von Bodenheim gemäß dem Buch und Pfänder gefordert von ihm.

Steffan Schuhmann hat sich verpflichtet, für Adam Buman vor Gericht zu reden und hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Rudolf Fruhoff gemäß dem Buch und hat Pfänder gefordert.

Heinritz, der Schwiegersohn von Peter Swartz und seine Frau haben vor Gericht gegenüber Gerhard Knebel, unserem Mitschöffen, anerkannt, dass sie kein Besitzrecht haben an dem Haus, in dem sie sitzen. Es stehe vielmehr im Besitz von Gerhard Knebel und er gönne ihnen, darin zu sitzen, so lange bis er das Widerrufe. Denn er hat es für seine Gülte eingezogen. Das hat Gerhard Knebel festhalten lassen.

Adam Wolf sagt: Er habe seine 1., 2., 3. und 4. Heischung erhoben gegen Heinritz, den Schwiegersohn des verstorbenen Peter Swartz gemäß dem Gerichtsbuch. Das hat man ihm zugestanden. Er hat das festhalten lassen. Und er fragt wieder, ob man ihm die Einziehung der Pfänder gestehe. Das hat man ihm auch zugestanden. Und er hat Bann und Frieden darüber. Das hat er auch festhalten lassen. Darauf hat Hans Flach Einspruch erhoben. Und er hat das Gerichtsbuch öffnen lassen wegen der

Registereinträge

Assumptio Marie   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Bodenheimer, Peter   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Buman, Adam   –   Donnerstag   –   Eidam   –   Einrede   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Flach, Hans   –   Fruhoff, Rudolf (Rulof)   –   Fye, Henne   –   Geißpisheimer, Clesgin   –   Geißpisheimer, Diel   –   Geld (Geld)   –   Gerechtigkeit   –   Gerichtsbuch   –   Grabenmacher, Henne   –   Gutenberg(er), Clesgin   –   Hand (Hände)   –   Hirt, Philip   –   Knebel, Gerhart   –   littera   –   Muller, Contzgin   –   Pfund (lb)   –   Reichsgericht, heiliges   –   Ritz (Heinritz)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schuhmacher (Beruf)   –   Schuhmann, Steffan   –   Schwalbach, Siegfried (von)   –   Schwiegersohn   –   Seltz, Henne   –   Stude, N.N.   –   Swartz, Peter   –   Tochtermann   –   Todesnachricht (Mensch)   –   uxor   –   Wolff, Adam   –   Zins (Zins)   –