Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 046

17.04.1494  / Donnerstag nach misericordia domini

Transkription

hußwirt ʃelig(en) word(en) vnd die gult vff ʃie bis vff diß zitt
geruglich komen vnd wöll jrn fuß vor jrn hußwirt vnd
ʃie ʃtellen wes ʃie deshalb zu recht gewiʃt werde
Rudiger exp(ar))te Johannes dieln redt er hofft jm recht(en) nit
erkent werd(en) ʃoͤl das die frawe jme icht an ʃynem erbteyl
abʃwern ʃoͤll vnd woͤll das mit allen ʃin vorig(en) gethane(n)
Ad ʃocios rechtʃetzen zu recht geʃatzt vnd beʃloʃʃen han
f(a)c(tu)m 

vff geholt Jtem adam wolff hat 1 2 3 vnd 4 h getan vff ʃcharpfen-
ban(n) vnd fried(en) ʃtein vnd die gut lut der heiʃchung vffgeholt vnd hat
bann(e) vnd fried(en) • hat er v(er)bot

1 h Jtem adam wolff n(oste)r ʃocios hat 1 h gethan vff Rytzen
pet(er) ʃwartzen dochterman vff ein gld gelts vnd ʃol(che) vnd(er)pf(and)

1 h Jtem Thomas peter als ein momp(ar) der grabß her(e)n zu Mentz
hat 1 h gethan vff Engelhen vff xv alb vnd ʃolich vnderpf(and)

1 h Jdem von momp(ar) ʃchafft weg(en) der grabß hern zu Mentz vff Rudolff
fruoff vff ix ß vnd ʃolich vnderpfande

Jtem Růdiger Hat ʃich v(er)dingt Iacoben von Swabenhey(m) jn
offgeholt jacob ʃin wort vom momparʃchafft weg(en) philips von Stockheyms
von Swabenh(eim) vnd redt wernhers cles ʃij jm ʃchuldig geweʃt lut des ge-
exp(ar)te Stockeyms richt buchs xx gld ad c(om)put(ationem) vnd nach dem ʃelb(en) erkentniʃʃe hab
wernhers cles / Jacoben erkant zů geben xiɉ gld zu nehʃt faʃtmeʃʃe
vnd vorter alle Jar ij gld mit der gult ʃo jars gefelt bis ʃo lang
ʃolich xx gld obgemelt zu gut(er) rechenu(n)g gantz bezalt ʃint vnd ob
es ʃach wer das cles ʃolich ziel nit hilt nach jnhalt des gerichtsbuchs
ʃo ʃoͤlt vnd moͤcht Iacob als ein momp(ar) phil(ipp) von Stockheyms
ʃolich guter zu jme nemen als ob er ʃie mit allem Rechten erwonne(n)
hett / nü hab er der ziel nit behalt(en) begert die gut(er) zu jme
zuͦnemen jnhalt des ger(ichts) buchs S(e)n(tent)ia ʃi ita eʃt ʃo mag erß tün
hat er v(er)bott

Jtem Steffan Schuchman hat ʃich v(er)dingt ut jur(is) Jeckel boʃenheymer(e)n
offgeholt ɉin wort zuthun vnd redt wie das Jeckel Jars ein golt gld gelts
Jeckel boʃenheym(er) vff der drinck ʃtoben fall(e)n hab do Qwintin hengin jn ʃitzt vnd

Übertragung

verstorbenen Mann und sie habe die Gülte bis heute in ruhigem Besitz. Und sie wolle ihren Fuß vor ihren Ehemann und sich stellen und erwartet das Urteil des Gerichts. Rudiger für Johannes sagt: Er hofft, das Gericht solle nicht erkennen, dass die Frau ihm etwas von seinem Erbe durch Eid abnehmen könne. Das legt er dem Gericht mit den vorher angeführten Rechtsatzungen vor. An das Vollgericht verschoben.

Adam Wolff hat seine 1., 2., 3. und 4. Heischung erhoben gegen Scharfenstein und die Güter gemäß seiner Heischung eingezogen. Und er hat Bann und Frieden. Das hat er festgehalten.## Adam Wolff, unser Mitschöffe, hat seine 1. Heischung erhebt gegen Heinritz, den Schwiegersohn von Peter Swartz, wegen einem Gulden und auf die Pfänder.

Peter Thomas als Bevollmächtigter der Herren zum Heiligen Grab zu Mainz erhebt seine 1. Heischung gegen Henne Engel wegen 15 Albus und auf die Pfänder.

Derselbe erhebt als Bevollmächtigter der Herren zum Heiligen Grafb zu Mainz seine 1. Heischung gegen Rudolf Fruhoff wegen 9 Schilling und auf die Pfänder.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Jakob von Schwabenheim als Bevollmächtigten von Philipp von Stockheim zu reden und sagt: Cles Werner sei ihm 20 Gulden gegen Rechnung schuldig gewesen gemäß dem Gerichtsbuch. Nachdem er das anerkannt habe, habe Cles Wernher versprochen, Jakob 11 ½ Gulden an der nächsten Fastenmesse zu geben und dann weiter jährlich 2 Gulden zusätzlich zu der Gülte, die jährlich fällt; so lange, bis die genannten 20 Gulden bei guter Abrechnung gänzlich bezahlt sind. Und wenn es wäre, dass er einen Termin nicht halte, so sagt das Gerichtsbuch, dann solle und könne Jakob als ein Bevollmächtigter von Philipp von Stockheim die Güter an sich nehmen, als ob er sie mit allen Rechten vor Gericht eingeklagt habe. Nun habe er den Termin nicht gehalten, daher fordert er, die Güter einzuziehen gemäß dem Gerichtsbuch. Urteil: Ja, wenn es so ist, so kann er es tun. Das hat er festgehalten.

Steffan Schuhmann hat sich verpflichtet, für Jeckel Bosenheimer vor Gericht zu reden und sagt: Dass Jeckel jährlich einen Goldgulden an Geld auf der Trinkstube habe, in der Hengin Quint sitzt. Und

Registereinträge

Albus (alb)   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Bosenheimer, Jeckel   –   computatio   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Engel, Henne   –   Erbschaftsangelegenheit   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fastenmesse (Frankfurt)   –   Frau (Frau)   –   Fruhoff, Rudolf (Rulof)   –   Fuß   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtsbuch   –   Goldgulden   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Hauswirt   –   Heiliggrabkapelle (Mainz)   –   Heischung (h) (heischen)   –   Jahr (jährlich)   –   Mainz (Stadt)   –   Momber (Momberschaft)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Rechtsetzung   –   Ritz (Heinritz)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Scharfenstein, Johann (von)   –   Schuhmann, Steffan   –   Schuld (Schulden)   –   Schwabenheim, Jakob von   –   Schwiegersohn   –   sententia   –   si ita est   –   socios (Vollgericht)   –   Stockheim, Philip von   –   Swartz, Peter   –   Thomas, Peter   –   Tochtermann   –   Todesnachricht (Mensch)   –   trinken   –   verboten (Verbotung)   –   Werner, Clese   –   Wirtshäuser   –   Wolff, Adam   –