Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 033

29.11.1492  / Donnerstag am Abend vor Andree

Transkription

hat man(n) jne jrn tag geʃtreckt vonn hut zů xiiij t(agen)
ambo v(er)bot

erk(ann)t Jtem frůoffs adam erk(enn)t guͤnthrumb Jeckeln vij alb in
xiiij tag(en) v(er)bot

erk(ann)t Jtem Debolt erkant Steffan mūrern(n) vj alb mi(n)(us) iiij hlr
in xiiij t(agen) v(er)bot

2 clag Jtem Zorn als hůn(er) vaut von weg(en) myns genedig(en) h(er)n
des pfaltzg(ra)uen hat ʃin 2 clag getan vff pet(er) Swartzen
gelaʃʃen gut(er) ut p(ri)ma v(er)bot

erf(olg)t Jtem Contz behem(er) erf(olg)t Ernʃt wernh(er) vor x gld v(er)bot

erf(olg)t Jtem Bodenheym(er) erf(olg)t ernʃt wernh(e)rn vor ij gld

Jtem her johann der glocken(er) ʃagt Contz ʃwartz geb jme gult
von gutern(n) die wer(e)n eygen ʃant johanns altars nü
vffgeholt geb er jme die gult nit vnd begert die gut(er) vff zů hol(e)n
ʃo ʃie eygent(e)n wer(e)n des g(e)n(ann)t(en) altars / nemlich ein cluʃter
jm ʃaʃʃebborn(n) gefor Stockeym(er) / j morg(en) ackers jn der
můder / iiiɉ virt(el) jm patzenacker gef(orcht) Biʃchoffs wernh(er)
Johan būman vnd Johan ʃcharpenʃtein Contz ʃwartz redt
dar vff er hett dar jnn zů redd(en) hab er gebrechen eins vor
ʃprechen / begert dz man(n) jme ʃin tag ʃtell(en) wolt dar vff
zu antw(or)t(en) Dar zu redt her Johann er begert wie vor
vnd laß geʃcheen was recht ʃij Dar zu redt Contz ʃwartz
erhofft ʃol jme jm recht(en) erkant we(r)d(en) wie er vor do von
geret hab • jʃt zu recht erkant ʃij es als her johan ʃag mag
er die gut(er) vffhol(e)n / ʃi des nit geʃchee vort(er) was recht ʃij
beheltlich dem widerteil ʃin(er) Jnnredde / v(er)bot her Johann
vnd bat vmb ein böttell Hat der Schult(heiß) jme eyn vff
recht gelūen v(er)bot

Henn Engellend(er) Jtem hen Engellend(er) beg(er)t Johannes dieln erf(olg)t zuhan
nach ein vrt(eil) zuʃch(en) jne vßgang(en)ʃij er ʃolt jme ant
johannes diel wort(en) vnd jme syt vßgangs des vrt(eils) allen(n) gerichtst(agen)
gefordert hab vnd ʃich nye erbot(en) des er ʃich zieg vffs
gericht Antwort dieln Joh(an)nes er hab ʃich butig ge-
macht vnd ytzt beʃonderlich vnd hofft er ʃol vnerf(olg)t
ʃin / iʃt jne beyd(en) tag geʃtalt ad p(roximu)m ju[diciu)m ambo v(er)bott

Übertragung

Man hat ihm den Gerichtstermin verlängert bis in 14 Tagen. Haben beide festgehalten.

Adam Fruhoff erkennt an, Jeckel Guntrum 7 Albus zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Festgehalten.

Debolt erkennt an, Steffan Maurer 6 Albus weniger 4 Heller zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Festgehalten.

Zorn erhebt als Hühnervogt des Pfalzgrafen seine 2. Klage gegen die von Peter Schwartz hinterlassenen Güter. Festgehalten.

Contz Beheimer hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Ernst Werner wegen 10 Gulden. Festgehalten.

Bodenheimer hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Ernst Werner wegen 2 Gulden.

Herr Johann, der Glöckner, sagt, Contz Schwartz geben ihm Gülte von Gütern, die dem St. Johanns-Altar eigen sind. Nun gebe er die Gülte nicht. Und er fordert, die Güter einzuziehen, da sie Eigengüter des Altars sind, nämlich ein Klafter im Sassenborn neben Stockheim, 1 Morgen Acker in der Muder, 3 ½ Viertel Patzenacker neben Werner Bischof, Johann Bumann und Johann Scharfenstein. Contz Schwartz redet dazu: Er hätte darein zu reden, denn er habe ein Gebrechen an dem Vorbringen. Er fordert, dass man ihm seinen Tag stelle, dann wolle er darauf antworten. Dagegen redete Herr Johann, er begehre wie vor und lasse geschehen, was rechtmäßig sei. Dagegen redete Contz Schwartz, er hoffe, es solle ihm durch das Gericht erkannt werden, wie er es zuvor gesagt habe. Es wurde als Recht erkannt: Ist es, wie Herr Johann sagt, dann kann er die Güter einziehen. Sei das nicht, dann geschehe weiter, was Recht ist, der Gegenseite die Widerrede vorbehalten. Das hat Herr Johann festhalten lassen und bat um einen Büttel. Den hat der Schultheiß ihm als Recht zugestellt. Festgehalten.

Henne Englender fordert, dass Johannes Diel, gegen den er seinen Anspruch eingeklagt habe gemäß einem Urteil, ihm antworten soll. Und er hat sich bereit erklärt. Deswegen berufe er sich auf das Gericht. Antwortete Johannes Diel: Er habe sich bereit erklärt und ist bereit und hofft, der Anspruch gegen ihn ist nicht eingeklagt. Es ist ihnen beiden ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag. Beide festgehalten.

Registereinträge

Acker (Acker)   –   ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Aufholung (aufholen)   –   Beheimer, Contz   –   Bischof, Werner   –   Bodenheimer   –   Buettel (Winternheim)   –   Buman, Johan   –   Debolt   –   Diel, Johannes (Johan)   –   eigen (Eigengut)   –   Einrede   –   Englender, Henne   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fruhoff, Hans   –   Glöckner (Amt)   –   Glöckner, Johann   –   Guelte (Gülte)   –   Gunthrum, Jeckel   –   Huehnervogt   –   Johan (Pfarrer)   –   Johansaltar   –   Kluster   –   Maurer, Steffan   –   Morgen (Maß)   –   Muder (Örtlichkeit)   –   Patzenacker   –   Pfalzgrafen bei Rhein   –   Sassenborn   –   Scharfenstein, Johann (von)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   Stockheim(er)   –   Swartz, Contze   –   Swartz, Peter   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Urteil   –   vertagen (Vertagung)   –   Viertel   –   Werner, Ernst   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Zorn, Henne (Hengin)   –