Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 031

29.11.1492  / Donnerstag am Abend vor Andree

Transkription

vnd erkant Jme ij ame wins zů Herbʃt Das hat Ant(is)
wolff v(er)bott

1 h Jtem her peter vden hat 1 h gethan vff alles das cleʃgin
böʃʃer hat jn richs ger(icht) vor j gld gelts v(er)bot

Herpelsheim Jtem herpelshenn hat dz buch Laʃʃen öffen nemlich die
Bruderhenn erfolgnis vnd phand beredung vff wernhers cleʃen etc
das v(er)hort hat er v(er)bott / vnd hofft nach dem Bruderhen(n)
von des p(ate)rs weg(en) zu huʃen v(er)meynt er ʃolt phande
haben vff wernh(er)s cleʃen ee dan(n) er etc höfft er nit
ʃond(er) er ʃolt ee ʃin lut des buchs Dar zu redt Brud(er)hen(n)
ʃin pfandbereduͤng hett ʃich v(er)Jert vnd dem nit nach
kome(n) wie recht were / darvmb hofft er wie vormals
mee er ʃolt ʃin vnd begert rechts darvmb Dar zu
herpelshenn redt er zuͤg ʃich vff den heymberg(er) das wern
hers cles jme erkant hett es ʃolt ʃich nit ve(r)Jer(e)n vnnd
ʃtalt das auch zurecht / jʃt der heymberg(er) gefragt wes jme
do von wiʃʃen ʃij lut herpelshenn(en) vorwend(en) / Antw(or)t
er hett do von kein wiʃʃen(n)

S(e)n(tent)ia Nach anʃprach antw(or)t vnd beydert(eil) rechtʃatz dwil bruder
henn das haw̄e zům erʃten erlangt vnd v(er)kaufft hatt
S(e)n(tent)ia das bruderhenn vor ʃin ʃoll / hat bruderhenne(n) v(er)bott

Jtem darnach iʃt peter gröʃʃel erʃchien vnd auch des vrt(eil)
ʃo zuʃchen brud(er)hen(n) vnd jme am nehʃten gericht zü
S(e)n(tent)ia recht geʃalt wer begert / deßglichen(n) brud(er)henn(en) / hat man(n)
pet(er) groʃʃel jme dz vrt(eil) vßgeʃproichen dz alʃo lut / Nach anʃprach ant
bruderhenn wort vnd beyderteil rechtʃatz S(e)n(tent)ia das Bruderhens
verkaůff vor gen ʃol / dz hat Brud(er)henn(e) v(er)bott vnnd
mit recht begert zubeʃcheid(en) nach dem ʃolich vrteil vor
jne vnd wid(er) ʃin widert(eil) vßgang(en) wer(e)n ob nit $$der buttel jme das gelt ʃo vor das hawe hinder gericht
gelacht were geben ʃoll S(e)n(tent)ia Iahe v(er)bott vnd hat vort(er)
beg(er)t den gerichts cost(en) S(e)n(tent)ia Jahe v(er)bott

gel(engt) Zuʃchen philips hirt(en) vnd her(e)n peter vden iʃt jr tag
geʃtalt ad p(ro)xi(mu)m judiciu(m) dz hat her jorg der ʃolich(en) tag
von phil(ipp) hirt(en) weg(en) v(er)hůt hat v(er)bott desglich(en) he(r) pet(er)
des recht(en) buttig Jtem kropgis Johannes iʃt ʃins recht(en) butig geweʃt gein Hart

Übertragung

Und er hat anerkannt, ihm 2 Ohm Wein im Herbst zahlen zu müssen. Das hat Antis Wolff festhalten lassen.

Peter Ude hat seine 1. Heischung erhoben auf alles, was Cles Buser im Reichsgericht hat wegen 1 Gulden Geld. Festgehalten.

Henne Herpel hat das Buch öffnen lassen, nämlich die eingeklagte Schuld und die Benennung der Pfänder gegenüber Cles Werer. Das wurde gehört und er hat es festhalten lassen. Und er hofft, da Henne Bruder für den Pfarrer zu Hausen meint, er solle Pfänder gegen Cles Werner haben vor ihm usw., er hofft, es sei nicht so, sondern er solle zuvor sein gemäß dem Buch. Dagegen redete Henne Bruder und sagt, dessen Pfand-Benennung hätte sich verjährt und er sei dem nicht nachgekommen, wie es rechtmäßig gewesen wäre. Darum hofft er wie zuvor, es solle ihm sein. Und er fordert den Rechtsbescheid deswegen. Dagegen redete Henne Herpel und beruft sich auf den Heimbürgen, dass Cles Werner ihm zugestanden hat, es solle sich nicht verjähren. Das legt er auch dem Gericht vor. Der Heimbürge ist gefragt worden, was er davon wisse von den Einwänden von Henne Herpel. Antwort: Er wisse davon nichts. Urteil: Nach Anklage, Antwort und beiderseitigen Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Weil Henne Bruder das Heu als erster erhalten und verkauft hat, soll das zuerst Henne Bruder sein. Das hat Henne Bruder festhalten lassen.

Danach ist Peter Größel erschienen und hat auch das Gerichtsurteil zwischen Henne Bruder und ihm gefordert, das ihm für den nächsten Gerichtstermin zugesagt wurde, ebenso Henne Bruder. Da hat man ihnen das Urteil gesprochen, das so lautet: Nach Anklage, Antwort und beiderseitigen Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Dass Henne Bruders Verkauf vorgehen soll. Das hat Henne Bruder festhalten lassen und gefordert, da der Rechtsbescheid gemäß dem Urteil für ihn und gegen die Gegenpartei ergangen wäre, ob nicht der Büttel ihm das Geld, das er für das Heu bei Gericht hinterlegt habe, geben soll. Urteil: Ja. Festgehalten. Und er hat weiter ein Urteil begehrt wegen der Gerichtskosten. Urteil: Ja. Festgehalten.

Zwischen Philipp Hirt und Herrn Peter Ude ist der Termin verschoben auf den nächsten Gerichtstag. Den hat Jorg für Herrn Philipp gewahrt, ebenso Herr Peter.

Johannes Kropgis war zum Rechtsaustrag bereit gegen Henne Hart

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Bruder, Henne   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Buettel (Winternheim)   –   Buser, Clesgin   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtshinterlegung   –   Gerichtskosten   –   Groeßel, Peter   –   Hart, Henne (Hengin)   –   Heimbürge   –   Herbst   –   Herpel, Henne   –   Herren (Herrenstatus)   –   Heu   –   Hirt, Philip   –   Jorge (Herr)   –   Kropgis, Johannes   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Ohm   –   Pater (Ingelheimerhausen)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Rechtsetzung   –   Reichsgericht, heiliges   –   sententia   –   Tag wahren (verhüten)   –   Ude, Peter   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   verjähren   –   Wein (Wein)   –   Werner, Clese   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Wolff, Anthis   –