Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 025v

23.08.1492  / Donnerstag am Abend vor Bartholomeus

Transkription

vnd v(er)bott das der antw(or)t(er) nit abredig iʃt das der gebel kein
ʃchaden gethan Hab / vnd h(eischt) jme wie vor ein richtlich antw(or)t
ob er das huʃʃ do von der ʃchad geʃcheen(n) ʃij nit beʃtand(en) hab vmb
die kirchenmeiʃter vnd darJnn gewont Hab vff die zit /
Rudiger von weg(en) ʃpitzkopps redt man(n) findt in der clag
das der cleger ʃin grundt dar vff ʃetzt vnd gehelt ʃin haupt
man Hab ein gebel der jne geʃchediget hab etc vnd v(er)melt
jm Anfangk der clage des jme ʃin hauptma(n) nit geʃtet
vnd hofft es ʃolt jm recht(en) erteilt werd(en) ʃo der cleg(er) daruff
grundt / er ʃolt zu bring(en) das zu recht gnug(en) ʃij / vnd ʃolt jme
ʃin hauptm(an) nit ʃchuldig ʃin ein Jahe od(er) neyn zuthün ʃo er ʃich v(er)mißt
das der gebel ʃins hauptmans ʃij / vnd ʃteltz zu recht
Stude redt er hab ʃin anclag geʃatzt vff ein gerichts ant
wort / vnd darvmb erß nit witer geʃatzt hab dan(n) vff ein
gerichts antwort ʃo hore ere an ʃin(er) antwort als wolt er
ʃich des huß frembd machen(n) Darumb heißt er jme ein
richtlich antwort ita u[e]l no(n) ob das huß ʃin ʃij vnd geweʃt wie
vor do von geredt ʃij do der gibel vmb gefall(en)ʃij Rudig(er)
Ad ʃocios f(ac)tu(m) redt wie vor vnd ʃteltz zu recht ad ʃocios ʃond(er)[a]

Ant(is) wolff Jtem Stude hat ʃich verdingt ut jur(is) ant(is) wolff(en) vnʃ(e)rm
diel moll(er) Schult(heißen) vnd mitʃcheffen geʃell(en) in ʃin wort vnd ʃpr(ich)t
zū diel moll(er) / als wie das ant(is) wolff hab ʃynem
vorfarn gelūen ein gefelle / das er jme ʃolle geben die
nehʃten zwen jar anfenglich iglichs jars ij malt(er) korns
vnd vort(er) alle jar iij malt(er) ewigs zins des ʃtee jme
vß v(er)ʃeʃß xiij xxx malt(er) vngeuerlich wes er jme des
geben hab find ʃich jnn der Rechenʃchafft das er jme das
vberig nit geb wes ʃich findt noc(et) xl gld vnd heiʃt
jme ein richtlich antwort

Jtem iʃt diel mollern(n) gebrech eins vorʃprechen halb(en) ʃin tag
zu xiiij tag(en) geʃtalt vff die clag zu antwort(en) v(er)bot er

erf(olg)t Jtem Bruderhen von huʃen erf(olg)t contzgin murern(n) vor
ij gld exp(ar)te pr(esentation)is in huʃen v(er)bott

momp(ar) Jtem Her Johann Hamarßhuʃen von wießbad(en) Hat frouffs
Adam mompar gemacht jme ʃin ʃchult vnd gult jnn
richs gericht jn zugewynne(n) bis uff ʃin wid(er)ruff(en) v(er)bot

erf(olg)t Jtem Hanman(n) beck(er) erf(olg)t wentzgis gretgin vor x gld

Ledig gefr(ag)t Jtem hinʃel hat gefragt vonn wentzgis gretgin ʃagt
ʃie hett jme gebot(en) vnd wer nit hie / vnd hat gefr(ag)t

[a] Das Wort iſt radiert.

Übertragung

Und er lässt festhalten, dass der Antworter nicht behauptet, dass der Giebel keinen Schaden getan habe. Und er fordert von ihm eine Antwort vor Gericht, ob er das Haus, von dem der Schaden geschehen sei, nicht genutzt habe von den Kirchenmeistern her und darin gewohnt habe zu der Zeit. Rudiger für Spitzkopp sagt: Man finde in der Klage, dass der Kläger seinen Grund darin sucht und hält, sein Mandant habe einen Giebel, der ihn geschädigt habe usw. und er meinte zu Beginn der Klage, dass sein Hauptmann das nicht gestehe. Und er hoffe, es solle der Rechtsspruch ergehen, wenn die Klage darauf begründet ist, er solle den rechtsgenügsamen Beweis erbringen. Und sein Mandant solle ihm nicht schuldig sein, ein Ja oder Nein zu tun, ob der Giebel seinem Mandanten sei. Das legt er dem Gericht vor. Stude sagt: Er habe seine Klage auf eine Antwort vor Gericht geführt. Und er habe sie nicht weiter gesetzt als auf eine Antwort vor Gericht. Und er höre an seiner Antwort, dass er sich als vom Haus fremd erklären will. Darum fordert er von ihm eine Antwort vor Gericht, entweder oder, ob das Haus sein ist und war, von dem, wie zuvor beredet, der Giebel umgefallen sei. Rudiger redete wie zuvor und legt das dem Gericht vor. An das Vollgericht gestellt.

Stude hat sich verpflichtet, für Anthis Wolff, unseren Schultheißen und Mitschöffen zu reden und klagt Diel Müller an: Anthis Wolff habe seinem Vorfahren eine Gülte geliehen - er solle ihm die nächsten zwei Jahre jährlich 2 Malter Korn geben und dann jährlich 3 Malte als ewigen Zins. Davon stehen ihm noch ungefähr 30 Malter aus. Was er ihm gegeben habe, das finde sich in der Abrechnung. Und dass er ihm das Übrige nicht gibt, das schade ihm 40 Gulden. Und er fordert von ihm eine Antwort vor Gericht.

Da es an Fürsprechern gebricht, ist Diel Müller sein Gerichtstermin verschoben worden um 14 Tage, um auf die Klage zu antworten.

Henne Bruder von Hausen hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Contzgin Maurer wegen 2 Gulden für die Präsenz in Hausen. Festgehalten.

Herr Johann Assmannshausen von Wiesbaden hat Adam Fruhoff zu seinem Bevollmächtigten gemacht, ihm die Schulden und die Gülten im Reichsgericht zu gewinnen, bis auf Widerruf. Festgehalten.

Hanman Becker hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Gretgin Wentzgis wegen 10 Gulden.

Hinsel hat gefragt: Gretgin Wentzgis hat ihn vor Gericht geboten und sie sei nicht hier. Er hat gefragt, ob er nicht freigesprochen sei. Und er hat

Registereinträge

Antwort (antworten)   –   Antworter   –   Assmannshausen, Johann von   –   Becker, Hanman   –   Bestand (Bestentnis)   –   Bruder, Henne   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Ewigzins   –   Fruhoff, Adam   –   gebot   –   Gericht (Winternheim)   –   Giebel   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Hauptmann   –   Haus (Haus)   –   Heischung (h) (heischen)   –   Hinsel (Name)   –   Ingelheimerhausen (Kloster)   –   Ingelheimer Reich   –   ja oder nein   –   Kirchenmeister   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Korn (Korn)   –   ledig (ledigen)   –   Malter   –   Maurer, Contzgin   –   Muller, Diel   –   Praesenz   –   Rechenschaft   –   Reichsgericht, heiliges   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schaden   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schuld (Schulden)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   socios (Vollgericht)   –   Spitzkopf, N. N.   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   verboten (Verbotung)   –   Vorfahren   –   Wentzgis, Grete (Gretgin)   –   Widerruf   –   Wiesbaden (Ort)   –   Wolff, Anthis   –