Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 022

01.03.1492  / Donnerstag nach Matheus

Transkription

vor dar von geredt hab Lut des buchs wil er aber geret haben
vnd vort(er) begert er anʃp(rache) vnd antwōrt zuhor(e)n ʃo am nehʃt(en)
ger(icht) v(er)lut hätt / wan(n) er das gehort darnach wolt er antwort(en)
das v(er)lesen hat er v(er)bott er den artickel / das Rudig(er) von weg(en)
ʃin(er) hauptlut begert die kunde zü hor(e)n vnd dem nach
ʃo höfft heinrich ʃin Hauptma(n) ʃo die kund hie ʃij sölt mit
recht erkant werden die / kunde ʃolt geHort werd(en) mit allen
vorgegang(en) wort(en) vnd ʃteltz zu recht Rudiger redt wie
vor / vnd domit das er begert ʃolt haben die künd zu hor(e)n
sij jm recht(en) nit genu(n)g der richt(er) sölle vrteyln ob es billich
sij es georteilt das er die kunde ʃolle bring(en) vnd ʃij dem vrt(eil)
nit nach kom(m)men hofft er von ʃin(er) Hauptlut weg(en) vonn
dem wid(er)teil entbrochen ʃin / Stude redt ʃo Rudig(er) begert
hab die kunde zuͤ hor(e)n heb er das vrteil bewegt / darumb
ʃij er jn hoffenu(n)g die kunde ʃolt gehort werden vnd ʃt(ellt)
Ad ʃocios zu recht Ad ʃocios f(a)c(tu)m
f(a)c(tu)m

Jtem gerhart knebel von katzenelnbog(en) ʃpr(icht) er Hab gult vff ein(er)
wieʃen vnd j zweit(el) ackers nemlich xx alb (m)i(n)(us) ij h(eller)

vffgeholt nü werd jm ʃin gult nit vnd ʃo ʃtee die wieʃe vnd das zweit(el) ackers noch zu ʃin Hand(en)
vnd Lygt die wieß in der nwͤen wieʃen zugefor phil(ipp) von ockenh(eim) etc [?] vnd
das zweit(el) ackers iʃt geleg(en) am Lantg(ra)ben gefor die winterbech(e)rn
vnden zu / begert er mit recht zu beʃcheid(en) ob er ʃie nit möcht
vffhol(e)n S(e)n(ent)ia Ja ʃi ita eʃt geʃchee vort(er) was recht ʃij

Jtem Stude hat ʃich v(er)dingt ocul(us) adam ut jur(is) Jn ʃin wort
vnʃchult ge vnd hat das buch Lassen öffen zuʃchen ocul(us) adam vnd Joh(ann)is
trag(en) diel das v(er)leʃen Hat er v(er)bott vnd ocul(us) adam vort(er) zu
den helg(en) gefort ʃin vnʃchult zu trag(en) / nach dem als ocul(us)
Adam ʃin recht alʃo getragen Hat Stude von ʃint weg(en)
gefragt nach dem coʃt(en) / iʃt gewiʃt Ja / Hat er vort(er) gefragt
qu(ando) S(e)n(tent)ia noch diß tags ʃo ferr er ʃin nit enber(e)n wolle / v(er)bot

Vff dorstag p(ost) Mathie

Jtem her pet(er) vden ʃin 2 h vff ʃtillen petern(n) ut p(ri)ma

2 1 h ## Jdem ʃin 2 h phil(ipp) hirt(en) vnʃ(e)rn mitʃcheff(en) geʃell(en) ut p(rim)a

Jtem der bicht(er) ʃin 2 h vff Hans ʃnidern(n) vt p(ri)ma

Übertragung

davor geredet habe gemäß dem Buch, will er abermals geredet haben. Und er fordert weiter, Anklage und Antwort zu hören, wie sie am letzten Gericht gewesen wären. Wenn er das gehört hätte, dann wolle er antworten. Er hat festhalten lassen, dass vorgelesen wurde, dass Rudiger für seine Mandanten den Zeugen hören wolle. Daher hofft Heinrich, seinem Mandanten solle, wenn der Zeuge hier sei, durch das Gericht erkannt werden, das Zeugnis solle gehört werden mit allen vorausgegangenen Worten. Das legt er dem Gericht vor. Rudiger redete wie zuvor: Dass er gefordert hatte, den Zeugen zu hören, sei nicht genug in der Rechtssache. Der Richter solle urteilen, ob es billig sei, dass geurteilt wurde, dass er das Zeugnis beibringen solle und jener sei dem Urteil nicht nachgekommen. Und er hofft für seine Mandanten von der Gegenseite freigesprochen zu sein. Stude sagt: Wenn Rudiger gefordert habe, den Zeugen zu hören, so habe er das Urteil bewegt. Darum sei seine Hoffnung, der Zeuge solle gehört werden. Das legt er dem Gericht vor. Verschoben bis zum Zusammentreten des Vollgerichts.

Gerhard Knebel von Katzenelnbogen sagt: Er habe Gülte von einer Wiese und einem Zweiteil Acker, nämlich 20 Albus weniger 2 Heller. Und er erhalte die Gülte nicht und die Wiese und das Zweiteil Acker seien noch in seinem Besitz. Die Wiese liegt in der neuen Wiese, angrenzend an Philipp von Ockenheim und das Zweiteil Acker liegt am Landgraben, neben der Winterbecherin unten angrenzend. Und er fordert einen Rechtsbescheid, ob er sie nicht einziehen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist; dann geschehe weiter, was Recht ist.

Stude hat sich verpflichtet, für Adam Oculus vor Gericht zu reden. Und er hat das Buch öffnen lassen in der Sache zwischen Adam Oculus und Johannes Diel und hat das verlesen lassen. Das hat er festhalten lassen. Und er hat Adam Oculus zu den Heiligen geführt, um seine Unschuld zu beeiden. Nachdem Adam Oculus so sein Recht getragen hat, hat Stude für ihn wegen den Kosten gefragt. Wurde gewiesen: Ja. Hat er weiter gefragt: Wann? Urteil: Noch heute, wenn er es nicht entbehren könne. Festgehalten.

Donnerstag 1. März 1492

Herr Peter Ude erhebt seine 2. Heischung gegen Peter Still.

Philipp Hirt, unser Mitschöffe, erhebt seine 2. Heischung.

Der Beichter erhebt seine 2. Heischung gegen Hans Snider.

Registereinträge

Acker (Acker)   –   Albus (alb)   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Artikel   –   Aufholung (aufholen)   –   Beichte (beichtiger)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Donnerstag   –   Gericht (Winternheim)   –   Guelte (Gülte)   –   Hand (Hände)   –   Hauptmann   –   Heilige   –   Heischung (h) (heischen)   –   Heller (hlr)   –   Hirt, Philip   –   Knebel von Katzenelnbogen, Gerhart   –   Kosten   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Kunde (Zeuge)   –   Landgraben   –   Matheus apostolus   –   Ockenheim, Philip von   –   Oculus, Adam   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Richter (richterlich)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schlosser, Heinrich   –   Schneider, Hans   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   sententia   –   si ita est   –   socios (Vollgericht)   –   Still, Peter   –   Stude, N.N.   –   Ude, Peter   –   Unschuld (unschuldig)   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Wiese (Wiese)   –   Wiese (Örtlichkeit)   –   Winterbecherin   –