Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 017

03.11.1491  / Donnerstag nach Omnium Sanctorum

Transkription

Qui(n)ta nach O(mn)i(u)m ʃanctor(um)

Zuʃchen Gerhart knebeln(n) vnd Senders philips(en) Nach anʃprach antw(or)t
S(e)n(tent)ia verhorter byLage vnd beyderteyl rechtʃatz S(e)n(tent)ia das philips gerhart
knebeln vmb diʃe ʃin forderung noch zur zit nit ʃchuldig iʃt das
orteil Hat philips verbot vnd fort(er) nach dem coʃt(en) gefragt iʃt gewiʃt
noch dalingk

Zuschen Johannes dieln vnd Engelnhen(n) Nach anʃprach antwort
S(e)n(tent)ia beyderteyl vorbring(en) vnd rechtʃatz S(e)n(tent)ia das Johannes diel Engeln-
hen(n) nit geantwort hat das hat engelnhen(n) verbot

erk(ann)t Jtem Steffan(n) mure(r) exp(ar)te eccl(es)ie erk(enn)t hanma(n) beckern(n) xx lb oleyß
in xiiij t(agen)

erk(ann)t Jtem Stillen peter erk(enn)t hinʃeln dem beck(er) viij lb Inn xiiij t(agen)

erk(ann)t Jtem peter Rutter von Armßheim vnd mathis ʃin bruder haben(n)
erk(ann)t So als Hans flach Schult(heiß) vj gld nach Lut des buchs jn
geben hat das er ʃolich(er) vj gld iɉ gld abgeloʃt hat alʃo blybt es
noch iiij ½ gld das hat hans flach verbot

vnʃchult Jtem henn vlme(r) hat Contzen(n) von hoest der vnʃchult erlaʃʃen
erlaʃʃen das gromuͤt berur(e)n das hat Contz v(er)bot

erf(olg)t Jtem Rudig(er) erf(olg)t clesg(in) beck(e)rn von montp(ar)ʃchafft weg(en) Antz
Drappen(n)

gel(eng)t Jtem zůschen(n) hen(n) vlmern(n) vnd contzen der and(er) vnʃchult halb(en) iʃt
gelengt ad p(ro)x(imu)m judicium

gel(engt) Jtem zuʃchen Johannes dieln(n) vnd ocul(us) ada(m) der vnʃchult halb(en)
iʃt auch gelengt ad p(ro)xi(mu)m judi(ciu)m

Jtem peter ʃcher(er) vnd cleßg(in) beck(er) Hant das ort(eil) gefordert

1 clage Jtem Clas henn(n) thut 1 clage vff dieln ʃnidern(n) off alles er hat
jn richs gericht erʃucht vnd vnerʃucht vor j gld v alb haupt
gelts vnd x gld ʃchad(en)

erk(ann)t Jtem Johannes diel erk(enn)t her Jacob gryß exp(ar)te der h(e)rn zu sant
Qwint(en) zu mentz iij gld vj alb vnd ij malt(er) korns zwisch(en)
wÿenacht(en)

erk(ann)t Jtem Contz Zym(er)man(n) erk(enn)t peter han(n) ʃin vnd(er)pfant Ledigk
zu machen jn xiiij t(agen) ʃi no(n) tu(n)c / p / erf(olgt)

erk(ann)t Jtem contz Moll(er) erk(enn)t pet(er) hane(n) zuʃch(en) ostern(n) ʃi no(n)
tu(nc) p erf(olg)t das hat
der Rait geʃcheen Laʃʃen vff recht

Übertragung

Donnerstag 3. November 1491

Zwischen Gerhard Knebel und Philipp Sender: Nach Anklage, Antwort und den gehörten Beilagen und beiderseitiger Rechtsatzung ergeht das Urteil: Dass Philipp Gerhard Knebel wegen seiner Forderung zur Zeit nichts schuldig ist. Das Urteil hat Philipp festgehalten und weiter nach den Kosten gefragt. Wurde gewiesen: Noch heute.

Zwischen Johannes Diel und Henne Engel. Nach Anklage, Antwort und beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Dass Johannes Diel Henne Engel nicht geantwortet hat. Das hat Henne Engel festhalten lassen.

Steffan Maurer für die Kirche erkennt an, dass er Hanman Becker 20 Pfund Öl zahlen muss binnen 14 Tagen.

Peter Still erkennt an, dass er Hinsel dem Becker 8 Pfund zahlen muss binnen 14 Tagen.

Peter Ruter von Armsheim und Mathis sein Bruder habe anerkannt: Wenn Hans Flach, der Schultheiß, ihnen 6 Gulden gemäß dem Buch gegeben hat, dann hat er mit den 6 Gulden 1 ½ Gulden abgelöst. Also bleiben noch 4 ½ Gulden. Das hat Hans Flach festhalten lassen.

Henne Ulmer hat Contz von Hoechst den Unschuldseid erlassen, die Grasmahd berührend. Das hat Contz festhalten lassen.

Rudiger hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Cles Becker als Bevollmächtigten von Antz Drapp.

Zwischen Henne Ulmer und Contz wegen der zweiten Unschuld ist es verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag.

Zwischen Johannes Diel und Adam Oculus wegen der Unschuld ist es verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag.

Peter Scherer und Cles Becker haben beide das Urteil gefordert.

Clas Henne erhebt seine 1. Klage gegen Diel Schneider auf alles, was er im Reichsgericht hat, beklagt oder nicht beklagt, wegen 1 Gulden 5 Schilling Hauptsumme und 10 Gulden Schaden.

Johannes Diel erkennt an, dass er Herrn Jakob Gryß für die Herren von St. Quintin zu Mainz 3 Gulden 6 Albus und 2 Malter Korn zahlen muss bis Weihnachten.

Contz Zimmermann erkennt an, Peter Han die Pfänder zu befreien binnen 14 Tagen. Wenn nicht, dann erfolgt die Pfändung.

Contz Müller erkennt an, Peter Han bis Ostern Leistung zu tun. Wenn nicht, dann erfolgt die Pfändung. Das hat der Rat als Recht geschehen lassen.

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Armsheim (Ort)   –   Baecker (Berufsbezeichnung)   –   Becker, Clesgin   –   Becker, Hanman   –   Bruder (Brüder)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Claß, Henne   –   Contze (Name)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Donnerstag   –   Drapp, Antz   –   ecclesia   –   Engel, Henne   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Flach, Hans   –   Grummet   –   Gryß, Jakob   –   Gulden (fl)   –   Han, Peter   –   Herren (Herrenstatus)   –   Hinsel (Name)   –   Hoechst, Contze von   –   Ingelheimer Reich   –   Knebel, Gerhart   –   Korn (Korn)   –   Kosten   –   Mainz (Stadt)   –   Malter   –   Maurer, Steffan   –   Momber (Momberschaft)   –   Muller, Contz   –   Oculus, Adam   –   Oel (Öl)   –   Omnium Sanctorum   –   Ostern   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfund (lb)   –   Rat (Winternheim)   –   Rechtsetzung   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Ruter, Mathis   –   Ruter, Peter   –   Schaden   –   Scherer, Peter   –   Schneider, Diel   –   Schuld (Schulden)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   Sender, Philip   –   sententia   –   si non pignus   –   St. Quintin (Mainz)   –   Still, Peter   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Ulmer, Henne   –   Unschuld (unschuldig)   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Weihnachten   –   Zimmermann, Contz   –