Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 011

03.03.1491  / Donnerstag nach Reminiscere

Transkription

kilian Metzl(er) Jtem Stude hat ʃich v(er)d(in)gt ut Juris kilian Metzl(er)n ʃin wort zuthun vnd ʃpricht
hen bellingk Er habe hen bellingk anʃprechig gemacht da(r)off habe er ʃich off kunde
gezogen derʃelb(e)n anʃprach wol er Jne erlaß(e)n diʃz zijt vnd iij alb hind(er)
gericht gelacht off rechenu(n)g vnd Jm die geoffn(e)t Rett vorth(er) vnd hofft
So er ʃin kůnde vngewitterßhalb(e)n nit bring(en) kűnde eʃʃoll dabij blib(e)n
vnd ʃt(ell)t daz zur(e)cht Rudig(er) hat ʃich v(er)d(ing)t ut Jur(is) hen belling ʃin wort zuth(un)
vnd ʃpr(ich)t kilian habe off kunde gezog(e)n die Jme zugewiʃt ʃij vnd beg(er)t mit
r(e)cht zubeʃcheid(en) ob Kilian die bracht od(er) ʃin tage v(er)hut habe ut Jur(is) Dar off
antw(or)t kilian Er habe daz nit gethan vngewitt(er)s halb(e)n da(r)vmb habe er den
coʃten gelacht vnd hofft wie vor Rudig(er) von Henne(n) weg(e)n v(er)bot daß er ʃelbs
erkent daß er ʃin(e) kunde nit nachkom(m)en ʃij vnd hofft das jm Henn diʃz
ansprach halben entbroch(e)n ʃin ʃoll vnd ʃtelt das auch zur(e)cht Nach Anʃpr(ache)
antw(or)t vnd bed(er)teil rechtʃetz(e)n dwil Kilian vff kunde getzögen vnd die
nit bracht auch ʃin tage nit v(er)hudt vnd vorth(er) geheiʃch(e)n hat als er mit
S(e)n(tenti)a recht gewiʃt iʃt S(e)n(tenti)a das hen billingk d(er) anʃprach von jm entbroch(e)n iʃt
App(e)lirt Do von hat kilian appellirt vo(r) vns(er)m gnedig(en) h(er)ren vna voce etc

erk(ann)t Jtem Cleßgin bußer erk(enn)t Jacop von Sauwelnh(ei)m ex[par]te ecc(les)ie ij½ gld jn xiiij t(agen)

erk(ann)t Jtem peter Luwe(r) erk(enn)t Joh(ann)es dieln ex[par]te Filij xij alb in xiiij t(agen)

erk(ann)t Jtem ped(er) von monʃt(er) erk(enn)t Frűhoffs Adam j½ gld Jn xiiij t(agen)

offgeh(olt) Jo diel Jtem Joh(ann)es diel iʃt zum recht(en) gewiʃt hat Jm fruhoffs philips d(er) v ß nit
geb(e)n von ½ zweitel feldes am berge ʃtoʃt widde(r) pauwelß(e)n vnd ʃte noch
zu ʃine(n) hand(e)n So mag er daß widd(er) ne(m)men ʃi ita e(st) ʃi n(on) t(unc) etc

offgeh(olt) jdem Jdem iʃt zu(m) recht(en) gewiʃt hat Jm alch(e)n diethe(r)ich d(er) vj ß nit gebe(n) von ij½ v(ier)t(el)
wing(er)ts am hockstein gefor hen herpel vnd(en) zů vnd ʃte noch zu ʃinen hand(en)
So mag er daz widd(er) nem(m)en ʃi ita eʃt

erk(ann)t Jtem Lotz philips flach(e)n knecht erk(ennt)t Ada(m) wolff(en) j m(a)l(ter) k(orn) jn xiiij tag(en)

erk(ann)t Jtem gotzenpeder erk(enn)t g(er)hart knobeln xv alb Jn xiiij tag(en)

Erf(olg)t p b Jtem hinsell becker erf(olg)t Senders philipse(n) ʃ(upe)r lib(rum)

Jtem hans wagner erf(olg)t vlmern ʃup(er) librum

erk(ann)t Jtem Steffan ʃchuchmech(e)r erk(enn)t merß clesen ex[par]te hen zorne dem zettell nach
zu kome(n) des dat(um) ʃtett lxxxviij vnd den zuu(er)nug(en) Jn xiiij t(agen)

erk(ann)t Jtem Ammen hen erk(enn)t Steffan ʃchuchmech(e)r deß glich(e)n den zett(el) zu loʃen In xiiij t(agen)

gel(engt) Zusch(e)n meinʃt(er) Adam dem meler von Crutzennach vnd w(er)nhers cleʃen
dz r(e)cht(en) halbe(n) gel(engt) ad p(roximu)m sic(ut) ho[di]e

Übertragung

Stude hat sich verpflichtet, wie es die Gewohnheit des Gerichts ist, für Kilian Metzler zu reden und sagt: Er habe Henne Belling angeklagt und sich auf Zeugen berufen. Deren Aussagen wolle er ihm erlassen zu dieser Zeit. Und er hat 3 Albus bei Gericht hinterlegt gegen Rechnung und ihm die geöffnet. Und er redet weiter und er hoffe: Weil er seine Zeugen wegen des Unwetters nicht beibringen konnte, so soll es dabei bleiben. Das legt er dem Gericht vor. Rudiger hat sich verpflichtete, wie es Gewohnheit des Gerichts ist, Henne Belling zu vertreten und sagt: Kilian habe sich auf Beweise berufen, die ihm zugewiesen worden seien. Und er fordert einen Rechtsspruch, ob Kilian die Beweise erbracht hat oder seine Tage gewahrt, wie es Rechtsgewohnheit ist. Darauf antwortet Kilian: Er habe das nicht getan wegen des Unwetters. Deshalb habe er die Kosten hinterlegt. Und er hoffe wie zuvor. Rudiger für Henne lässt festhalten, dass er selbst anerkenne, dass er seiner Beweislast nicht nachgekommen sei. Und er hofft, dass Henne von der Anklage freigesprochen sein soll und legt das auch dem Gericht vor. Nach Anklage, Antwort und beiderseitigen Rechtsatzung ergeht das Urteil: Weil Kilian sich auf Beweise berufen hat und die nicht beigebracht hat und auch seinen Termin nicht gewahrt hat und weiter gefordert, dass ihm Recht gewiesen werde, deshalb ist Henne Belling von der Anklage freigesprochen. Dagegen hat Kilian appelliert an unseren gnädigen Herren una voce usw.

Clesgin Buser erkennt an, Jakob von Saulheim für die Kirche 2 ½ Gulden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen.## Peter Loher erkennt an, Johannes Diel für seinen Sohn 12 Albus zahlen zu müssen binnen 14 Tagen.

Peter von Münster erkennt an, Adam Fruhoff 1 ½ Gulden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen.

Johannes Diel ist als Recht gewiesen worden: Hat ihm Philipp Fruhoff die 5 Schilling nicht gegeben von ½ Zweiteil Feld am Berg, das an das von Paul anstößt und ist das noch in seinem Besitz, so kann er es wieder an sich nehmen, wenn es so ist. Wenn nicht, dann geschehe, was Recht ist.

Demselben wurde als Recht gewiesen: Hat ihm Dietrich Alch die 6 Schilling nicht gegeben von 2 ½ Viertel Wingert am Hockstein neben Henne Herpel unten angrenzend und steht der noch in seinem Besitz, so kann er ihn wieder an sich nehmen, wenn es so ist.

Lotz, der Knecht von Philipp Flach, erkennt an, dass er Adam Wolff 1 Malter Korn zahlen müsse binnen 14 Tagen.

Peter Gotz erkennt an, dass er Gerhard Knebel 15 Albus zahlen müsse binnen 14 Tagen.

Hinsel Becker hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Philipp Sender auf das Buch.

Hans Wagner hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Ulmer auf das Buch.

Steffan Schuhmacher erkennt an, dass er Cles Merß für Henne Zorn den Zettel zukommen lassen muss mit dem Datum 88 und dem genügen muss binnen 14 Tagen.

Henne Amme erkennt an, dass er Steffan Schuchmacher ebenso den Zettel zu lösen zu geben habe binnen 14 Tagen.

Zwischen Meister Adam dem Maler von Kreuznach und Clese Werner ist es verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag.

Registereinträge

Adam, der Maler   –   ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Alch, Dietrich   –   Amme, Henne   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Appellation   –   Becker, Hinsel   –   Belling, Henne   –   Berg (Örtlichkeit)   –   Buser, Clesgin   –   Diel, Johannes (Johan)   –   ecclesia   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Feld (Acker)   –   Flach, Philipp   –   Fruhoff, Adam   –   Fruhoff, Philip   –   Gericht (Winternheim)   –   Gotz, Peter   –   Gulden (fl)   –   Hand (Hände)   –   Herpel, Henne   –   Hockstein   –   Knebel, Gerhart   –   Knecht   –   Korn (Korn)   –   Kosten   –   Kreuznach (Ort)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   librum   –   Loher, Peter   –   Lotz   –   Malter   –   Meister (Meister)   –   Merß, Clese   –   Metzler, Kilian   –   Muenster, Peter (von)   –   Paul (Name)   –   Pfalzgrafen bei Rhein   –   Pfand (Unterpfand)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Rechtsetzung   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Saulheim, Jakob von   –   Schilling (ß)   –   Schuhmacher, Steffan   –   Sender, Philip   –   sententia   –   si ita est   –   Sohn   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Tag wahren (verhüten)   –   Ulmer, Henne   –   Unwetter   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   Viertel   –   Wagner, Hans   –   Werner, Clese   –   Wingert   –   Wolff, Adam   –   Zettel   –   Zorn, Henne (Hengin)   –