Ober-Ingelheimer Haderbuch 1476-1484 

Bl. 211

16.03.1482  / Samstag nach Oculi

Transkription

Jtem philipß hirt / hait momp(ar) gemacht / winß henne jme ʃin ʃchűlt
momp(ar) rentte unnd gulte jm Riche jn zugewinnen biß off ʃin widd(er)ruffenn̄

Jtem adam̄ von(n) Ranßel hait / off hude dinʃtag nach dem̄ ʃontage oculi
ʃin recht gethan(n) vnd ʃin ʃcholt off gottfridt von̄ willenbergk behalten
nach ludt deß buchs nemlich xxij gld heuptgelts vnd v gld vnd
j ort ʃchadens begert furt(er) wie er jme nach geen ʃoll das jme reht geʃche
Adam Ranßel S(e)n(tenti)a er ʃoll daʃʃin angriffen̄ mit kontʃchafft des gerichts daß v(er)keuffen
jn jars frijʃt ʃo duͤerʃt er maige / kann er daʃʃin nit v(er)keuffen / ʃo v(er)keuffe
er daʃʃin jn ʃtatt / doch nit hoer dan er behehalten hait iʃt yema(n)t fur
jme deß rechten̄ gijt ma(n) nit hynwegk

Actu(m) Sabb(at)o p(os)t oculi

1 h Jtem d(er) bicht(er) jm cloiʃt(er) 1 h off metzelhenne off j lb gelts vnd ʃolich vnd(er)pfend(er)

Jtem Stame erfolgt wober henne(n) fur xxiiij p(in)t oley vnd j gld

1 h Jtem d(er) bicht(er) jm cloiʃt(er) 1 h off jacob leyendeck(er) off v ß gelts vnd ʃolich vnd(er)pfande

3 h Jtem h(er) Conrait 3 h off henne(n) von̄ eltfelt vt p(rim)a

erf(olgt) Jtem Schonewedd(er) erf(olgt) henchin̄ mulle(r) fur j gld

Jtem wineworme erkent daß er ʃtammen ɉ gld gelts v(er)legen(n) will / jn achtagen
erkentniß det erß nit / ʃo ʃoll er jme vo(r) xx gld erfolgt han daß hait ʃtame v(er)bott

Jtem druͤbeyn hait geʃagt er hab den büttel Rule henne geʃchickt zu den bircken
zu elʃen philipß henne(n) maight / begert weß Rule henne damals gehort hait
drubey(n) philip von̄ jre antreffen(n) drubeyn̄ daß er daß hervßer thu vnd daß ʃagen(n) woll / dar
elʃe off hait Rule henne geʃagt hait ʃie hab zu jme geʃagt / daß ʃie nye keyne ʃoüne
mit drubeyn(n) gemacht hab vnd ʃie wiʃße auch key(n) mit jme zumachenn̄ die
ʃage hait drubein(n) v(er)bott / vnd deß ortels begert / iʃt v(er)halt(en) off ey(n) gedechtniße

1 h Jtem her Jorge von̄ Swabenheim̄ 1 h off henne fylmar off j lb gelts et ʃolich vnd(er)pf(and)

4 h Jtem mud(er)henne 4 h off wiʃʃers contzg(in) vt p(ri)ma iʃt jme daß buch geʃtendig geweʃt
ʃyner vierden h vnd hait jme d(er) Schult(eiß) tag geʃtalt an das negʃt gericht
den hait er v(er)bott

erk(ant) Jtem metzelhenne erkent henne von̄ eltfelt vj gld jn xiiij t(agen) ʃi no(n) tu(n)c pf(and)

Jtem henne ercke erfolgt Jekel drappen vnd hait auch phande off jme erfolgt
vnd iʃt gewißt vt mor(is) eʃt

Übertragung

Philipp Hirt hat Henne Winß zu seinem Vertreter gemacht, ihm seine Schulden, Renten und Gülten im Reich zu gewinnen bis auf Widerruf.

Adam Ransel hat heute Dienstag nach Occuli sein Recht geleistet und seine Schulden von Gottfried von Willenberg behalten gemäß dem Buch, nämlich 22 Gulden Klagesumme und 5 Gulden und 1 Ort Gerichtskosten. Er fragt weiter, wie er dem nachgehen solle, damit ihm Recht geschehe. Urteil: Er soll dessen Besitz angreifen mit Wissen des Gerichts. Das verkaufen binnen Jahresfrist, so teuer er kann. Kann er das nicht verkaufen, so verkaufe er das Seinige stattdessen, doch nicht höher als sein Schaden ist. Ist jemand vor ihm, der ebenfalls Ansprüche hat, dessen Recht gibt man nicht weg.

Samstag 16. März 1482

Der Beichtvater im Kloster erhebt seine 1. Klage gegen Henne Metzel wegen 1 Pfund Geld und auf die Pfändern.

Stamm verklagt Henne Weber auf 24 Pinten Öl und einen Gulden.

Der Beichtvater im Kloster hat seine 1. Klage erhoben gegen Jakob Leiendecker wegen 5 Schilling Geld auf die Pfänder.

Herr Konrad erhebt die 3. Klage gegen Henne von Eltville.

Schonwetter verklagt Henchin Muller auf einen Gulden.

Winworm erkennt an, Stamm ½ Gulden Geld auf Besitz zu legen binnen 8 Tagen. Täte er es nicht, so soll er von ihm 20 Gulden erklagt haben. Das hat Stamm festhalten lassen.

Drubein hat gesagt, er habe den Büttel Henne Rul geschickt zu den Birken zu Else, Henne Philips Magd. Er fordert, was Henne Rule damals gehört hat wegen Drubein, das solle er sagen. Darauf hat Henne Rule gesagt: Sie haben zu ihm gesagt, dass sie keine Sühne mit Drubein gemacht haben und sie wissen auch keine mit ihm zu machen. Die Aussage hat Drubein festhalten lassen und das Urteil gefordert. Das ist aufbewahrt worden im Gedächtnis der Schöffen.

Jorge von Schwabenheim erhebt die 1. Klage gegen Johann Fylmar wegen 1 Pfund Geld und auf die Pfänder.

Henne Muder erhebt seine 4. Klage gegen Contzgin Wisser. Er gesteht die 4. Klage. Der Schultheiß hat ihm einen Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag. Das hat er festhalten lassen.

Henne Metzel erkennt an, Henne von Eltville 6 Gulden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Ercker hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Jeckel Drapp und hat Pfändung gefordert. Es wurde ihm gewiesen wie üblich.

Registereinträge

Beichter (Beichtvater)   –   Birken (Örtlichkeit)   –   Buettel (Büttel) (Ingelheim)   –   Dienstag   –   Drapp, Jeckel   –   Drubein, N. N.   –   Else (Name)   –   Eltville, Henne von   –   Ercker, Henne   –   Fylmar, Johann   –   Guelte (Gülte)   –   Hirt, Philip   –   Ingelheim, Konrad von   –   Ingelheimer Reich   –   Kloster (Ingelheim)   –   Leiendecker, Jakob (der)   –   Magd (Mädchen)   –   Metzel, Henne   –   mos (moris)   –   Muder, Henne   –   Muller, Henchin   –   Oculi Mei   –   Oel (Öl)   –   Ort (Währung)   –   Philip, Henne   –   pinte (Maß)   –   Ransel, Adam (von)   –   Rente   –   Rul, Henne   –   Samstag   –   Schonwetter, N. N.   –   Schwabenheim, Jorge von   –   sententia   –   Stamm, N. N.   –   Suehne (Sühne)   –   Urteil   –   Weber, Henne   –   Willenberg, Gottfried von   –   Winworm, N. N.   –   Winß, Henne   –   Wisser, Contzgin   –