Ober-Ingelheimer Haderbuch 1476-1484 

Bl. 193

20.10.1481  / Samstag nach Luce

Transkription

geʃatzt noch hude zu xiiij tag(en) das hat Stamme v(er)bott

2 h Jtem flucken(n) henne 2 h off kytz anna vt p(ri)ma ʃonat

1 h Jtem henne von̄ eltfelt 1 h off metzel henne(n) vo(r) ij gld et ʃup(ra) o(mn)ia

2 h Jtem dorre henne von̄ momp(ar)ʃchafft weg(en) philipʃ(en) duchʃchere(r)s ʃone 2 h off kytzg(in) vt p(rim)a

Jtem flucken cleʃe ex p(ar)rte ecl(eʃ)ie hait vff bend(er) hennes nachfare off gerha(r)t ʃpitzkopp
vnd vff hennē von(n) ʃoden̄ die gutt(er) die ʃie jnhant gehapt davon̄ ʃie der kirchen̄
ban vnd fridd(en) eyn(n) ewig lieht oleys geben̄ ʃollen̄ ʃolich gutt(er) hait er dar vor vffgeholt ex p(ar)te eccl(eʃ)ie
vnd hait jme der ʃchűlth(eiß) ban(ne) vnd fridd(en) darvber gethan̄ das hat cleʃe v(er)bott

erk(ant) Jtem herma(n) bend(er) erkent dem̄ ʃcherr(er) jn xiiij tag(en) ij gld zugeb(e)n vnd ob er des nit dett
ʃo ʃoll er iiij gld off jme erfolgt han̄ das hat henchin̄ ʃcherr(er) v(er)bott

erf(olgt) Jtem Bend(er) henne erfolgt heltwin off das buch

erf(olgt) Jtem Schonewedd(er) erfolgt knoden Cleʃen̄ off das buch(e)

erk(ant) erfolgt Jtem Contz praʃʃe erfolgt erkent henne(n) ʃchaubdecker(e)n xvj alb jn xiiij tag(en) ʃi no(n) tu(n)c

erk(ant) Jtem ʃnetzelhenne erk(ennt) Schonewedd(er)n vij alb jn xiiij tag(en) ʃi no(n) tu(n)c pf(and)

erkentniß Jt(em) Jekel monʃt(er) erkent wie er zwene flecken̄ jnhabe ʃij iglich(er) fleck ɉ  firtel(l)
l(itte)ra fiat f(a)c(tu)m off der bunden(n) gelegen̄ jm honnegarten̄ die ʃoll er ʃin leptage gebruche(n) vnd
nyeʃʃen̄ vnd wan̄ er von̄ doits weg(en) abgang(en) iʃt wollen dan ʃine erben die ʃelb(e)n
zwene fleckenn̄ jne behalten̄ ʃo ʃollen ʃie den heren̄ jm ʃale alle jare martini
Anlenʃes dauo(n) geb(e)n v ß hlr frij gulten̄ vnd hait cleʃe fiele der heren̄ momp(ar) im ʃale
das erkentniß von̄ Jekeln monʃt(er) vor gericht offgeno(m)me(n) vnd das von ʃin(er) heren̄
weg(en) v(er)bott

Bingen vnd Jtem zuʃʃen̄ pet(er) ʃchacken̄ von̄ appenheym̄ vnd ʃellen pet(er) von̄ bingen̄ iʃt jne jr tage
oppenheim̄ geʃtalt noch hude zu xiiij tag(en) das haben̄ ʃie beide v(er)bott

erf(olgt) Jtem henne ʃchaubdecker erfolgt hertels Cleʃen vo(r) x gld

erf(olgt) Jtem wigant ʃtortzkopp erfolgt ʃwinden vor x alb

erf(olgt) Jtem henne von̄ Sprendeling erfolgt oʃeweine vo(r) ij gld

Jtem Leonha(r)t hyller von(n) ammerbach hait hench(in) ʃcherr(er) ʃyne(n) ʃweheren̄ momp(ar)
momp(ar) Scherr(er) gemacht jme ʃin ʃchult vnd and(er)s jm riche jnzugewynne(n) auch jme zuu(er)gene vnd
henchin̄ zuu(er)ʃtene als ob er ʃelbʃt zugegen̄ we(re) bijß off ʃin widd(er)rufen v(er)bott

Übertragung

festgesetzt von heute an 14 Tage. Das hat Stamm festhalten lassen.

Henne Fluck erhebt seine 2. Klage gegen Anna Kitz.

Henne von Eltville erhebt seine 1. Klage gegen Henne Metzel wegen 2 Gulden auf alles.

Henne Dorn als Bevollmächtigter des Sohnes von Philipp Duchscherer erhebt seine 2. Klage gegen Kitzgin.

Cles Fluck als Vertreter der Kirche hat von Gerhart Spitzkopf und Henne von Soden, den Nachfahren Henne Benders, die Güter, die sie von der Kirche innehatten und die für ein ewiges Licht Öl geben sollen, eingezogen für die Kirche. Und der Schultheiß hat ihm Bann und Frieden darüber gemacht. Das hat Cles festhalten lassen.

Hermann Bender erkennt an, dem Scherer binnen 14 Tagen 2 Gulden zahlen zu müssen. Wenn er das nicht täte, so soll er 4 Gulden gegen ihn erklagt haben. Das hat Henchin Scherer festhalten lassen.

Henne Bender hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Hiltwin.

Schonwedder hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Cles Knode.

Contze Prass erkennt an, Henne Schaupdecker 16 Albus zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Snetzel erkennt an, Schonwetter 7 Albus zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Jeckel Monster erkennt an, dass er 2 Flecken innehabe, von denen sei jeder Fleck ein halbes Viertel, auf der Beunde im Honnegarten gelegen. Die soll er sein Lebtag nutzen. Und wenn er stirbt, wollen dann seine Erben die selben beiden Flecken behalten, so sollen sie den Herren jährlich zu Martini 5 Schilling Heller freie Gülte geben. Und Clese Fiel, der Vertreter der Herren im Saal, hat die Erklärung von Jeckel Monster vor Gericht entgegengenommen und das für seine Herren festhalten lassen.

Zwischen Peter Schacke von Appenheim und Peter Selle von Bingen ist ihr Gerichtstag festgelegt worden auf heute in 14 Tagen. Dem haben sie beide zugestimmt.

Henne Schaupdecker verklagt Cles Hertel auf 10 Gulden.

Wigand Stortzkopp verklagt Swinde auf 10 Albus.

Henne von Sprendlingen verklagt Osewin auf 2 Gulden.

Leonhart Hyller von Amorbach hat Henchin Scherer, seinen Schwager, zum Bevollmächtigten gemacht, ihm seine Schulden und anderes im Reich zu gewinnen, auch für ihn zu geben und zu lösen, als ob er selbst anwesend wäre, bis auf Widerruf. Festgehalten.

Registereinträge

Amorbach (Ort)   –   Appenheim (Ort)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Bender, Henne   –   Bender, Hermann   –   Beunde   –   Bingen (Ort)   –   Dorn, Henne   –   Duchscherer, Philip   –   Erbe (Erben)   –   ewiges Licht   –   Fiel, Clese   –   Flecken   –   Fluck, Clese   –   Fluck, Henne   –   Guelte (Gülte)   –   Herren im Saal   –   Hiltwin, N. N.   –   Honnegarten   –   Hyller, Leonhart   –   Ingelheimer Reich   –   Kitz, Anne   –   Kitzgin (Name)   –   Knode, Clese (Clesgin)   –   Martinstag (Martini)   –   Monster, Jeckel   –   Oel (Öl)   –   Osewin   –   Prass, Contze   –   Saal (Saalgelände)   –   Schacke, Peter   –   Schaupdecker, Henne   –   Scherer, Henne (Hengin, Henchin)   –   Schonwetter, N. N.   –   Schwager   –   Selle, Peter   –   Snetzel, Henne   –   Soden, Henne (von)   –   Sohn (Söhne)   –   Spitzkopf, Gerhart   –   Sprendlingen, Henne von   –   Stamm, N. N.   –   Stortzkopp, Wigand   –   Swinde, N. N.   –