Ober-Ingelheimer Haderbuch 1476-1484 

Bl. 154v

16.09.1480  / Samstag nach Exaltatio crucis

Transkription

guͤde off geʃagt // ʃage er alʃo / e(m)mel ʃij off eyn zijt kom(m)en
vor ʃin her(e)n vnd ʃich beclagt der gult(en) zu vijl ʃin
do hab(e)n ʃin her(e)n yme abe geʃtalt iɉ lb ewiges gelts
off die zijt hait e(m)mel gerett(en) ʃin her(e)n mehe vnder-
phande zu legen vnd die auch off das maile ge-
nant die ʃelb(e)n vnd auch der and(er)n vnd(er)phande n(em)lich
den wingart hinder der kirchen gefor ʃant peter
vnd pauwels altare / habe e(m)mel ýnne vnd gebrucht
ʃich der // eß fint ʃich auch jn dem briffe daß jerlichs
eyn ayme wins in die ʃelbe gulte fellet // die nympt
e(m)mel mit and(er)n guden // vnd hait gerett die verle-
gűnge zu thűn // vnd doch nit gethan do hoffe er daß
die offʃage nit macht habe vnd e(m)mel ʃoll ýne die
verlegűnge thűn dar zu ir gulte geb(e)n // vnd mit key-
nem neyn dar vor ʃteh(e)n vnd ʃij noit ʃo woll er
bij brengen daß e(m)mel die wingulte geno(m)me(n) dar
zu die vnd(er)phande wie er vor gerett(en) jnhabe
Em(m)el ʃagt her wilhelm habe yne anfangs geʃchul-
diget vnd eyn Ja ader ney(n) geheiʃch(e)n // dar off habe
er yme antwort geben nach lude des buchs vnd hofft daß her wilhelm
yne bilche do bij laißen ʃolle vnd ʃtilt das zu recht
Dar widder rett her wilhelm vnd ʃagt nach dem
er auch vorgemelt ʃo ʃij die offʃage nit geʃcheen
als recht ʃij / ʃoll e(m)mel dar ober zűm neyn gehen
das ʃtille er zűm rechten dar off iʃt mit recht ge
wiʃten dwile e(m)mel offs buch gezogen ʃo ʃall erßs
auch vor gericht brengen vnd das thűn in xiiij
tagen bedarff er dan(n) ʃiner tage furte vnd heiʃt
die als recht iʃt / ʃo ʃall man(n) ýme die furt(er) ʃtillen
noch zu czweyen xiiij tagen vnd ʃo das buch ver-
horten wirt beheltlich h(er)n wilhelm ʃin jnʃage vnd
geʃchee dan(n) furt(er) was recht iʃt das haint ʃie v(er)bot

erk(annt) Jtem ʃchererhen(ne) erk(ennt) h(er)n wilhelm hoden iij lb vnd
vj ß hlr off rechnu(n)ge zu geb(e)n in xiiij t(agen) ʃi no(n) p erf(olgt)

erf(olgt) Jtem ʃcher(er)henne erf(olgt) ʃtern cleʃen offs buch

erf(olgt) Jtem henne ʃtope erf(olgt) cleßgin ʃchumech(er)n ofs buch

Übertragung

die Güter aufgegeben, dagegen sagt er: Emmel sei vor einiger Zeit zu seinen Herren gekommen und habe sich beklagt, die Gülte sei zu hoch. Da haben seine Herren ihm die um 1½ Pfund Ewiges Geld gemindert. Damals versprach Emmel seinen Herren, ihnen mehr Pfänder zu geben und hat die auch benannt, nämlich den Weingarten hinter der Kirche beim Peter und Paul-Altar. Den habe Emmel inne und nutze ihn. Es ist auch in der Urkunde vermerkt, dass jährlich 1 Ohm Wein in diese Gülte fällt, die nimmt Emmel mit anderen Gülten ein und hat versprochen, die zu sichern und hat es doch nicht getan. Deshalb hoffe er, dass die Aufsagung keine Macht habe und Emmel soll ihnen die Weingülte sichern und ihnen ihre Gülte zahlen und mit keinem Nein das vermeiden. Sei es notwendig, so wolle er den Beweis bringen, dass Emmel die Weingülte eingenommen und die vorgenannten Pfänder innehabe.

Emmel sagt: Herr Wilhelm habe ihn anfangs beschuldigt und ein Ja oder Nein gefordert. Darauf habe er ihm eine Antwort gegeben nach Aussage des Gerichtsbuchs. Und er hofft, Wilhelm soll ihn billiger Weise dabei lassen und legt das dem Gericht vor. Dagegen spricht Wilhelm und sagt: Wie er bereits ausgeführt hat, ist die Aufsagung nicht geschehen, wie es Recht ist. Solle Emmel darüber zum Nein gehen, so legt er es dem Gericht vor. Darauf ergeht das Urteil: Weil Emmel sich auf das Gerichtsbuch beruft, so soll er es auch vor Gericht bringen und soll das in 14 Tagen tun. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man sie ihm noch zweimal 14 Tage geben. Und wenn das Gerichtsbuch gehört wird, vorbehaltlich Wilhelms Gegenrede, geschehe es weiter, wie es rechtmäßig ist. Dem haben sie zugestimmt.

Henne Scherer erkennt an, Herrn Wilhelm Hode 3 Pfund und 6 Schilling Heller gegen Rechnung zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Scherer hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Clese Stern.

Henne Stope hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Clesgin Schuhmacher.

Registereinträge

Appenheim, Emmel von   –   Aufsagung (aufsagen)   –   Brief (Urkunde)   –   Ewiggeld   –   Guelte (Gülte)   –   Hode, Wilhelm   –   Ohm   –   Peter- und Paulsaltar   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Schuhmacher, Clese (Clesgin)   –   St. Stephan (Mainz)   –   Stern, Clese   –   Stope, Henne   –   Wein (Wein)   –   Wingert (Weingarten)   –