Ober-Ingelheimer Haderbuch 1476-1484 

Bl. 113v

07.08.1479  / Samstag nach Vincula Petri

Transkription

Actu(m) off ʃamßtag nach advinc(u)la pet(ri)

ff(revel) Jtem henne von ʃoden erk(ennt) dem ʃcholteß(e)n ey(n) freffel

Jtem her heinrich nickel hait begert ʃyne(n) tag xiiij tage
gelengt zu lengen der fierden clagen nach / ʃo er leʃtmals off
frauwe madlene(n) von fennynge(n) gethan vnd iʃt yme
auch alʃo off recht geʃtalt

erf(olgt) Jtem her Johan kettenbuer erf(olgt) ped(er) hiltwin offs bűch

Jtem peder ʃnade hait peder wolenb(er)n zu geʃprochen
wie daß er yme iiij d ʃchuldig ʃihe vnd gebe yme der
nit das ʃchade yme eyn gld vnd heiʃt yme des eyn
ped(er) ʃnade ja ader neyn / peder wolenber ʃagt er ʃihe ped(er)n xiiij
ped(er) wolenb(er) alb ʃchuldig geweʃt die habe er yme an hellern wole
bezalt vnd wes peder yne wider anlange des ʃihe er
vnʃchuldig die vnʃcholt iʃt geʃtalt noch hude xiiij tag(en)
das haint ʃie beide verbot

erk(annt) ebert ʃnade erk(ennt) ebert kiczen xviij alb off rechnu(n)ge
zu geb(e)n in xiiij tagen ʃi no(n) ping(nora) erf(olgt)

Jtem nach dem hengin melman ʃin fierde heiʃchűnge
jn maiß(e)n die erßte gelut / off Jeckeln von ʃym(m)ern
offgeholt gethan alʃo hait er die gude nach lude ʃyner h
off geholt vnd das verbot vnd der ʃcholteß hait yme
ban(n) vnd freden dar ober gethan als recht iʃt das hait
er auch verbot

Jtem barts henne erf(olgt) kiczgin offs bůch

Jtem barts henne hait wißhengin zu geʃproch(e)n wie daß
cleßgin ʃin furfare ʃelige // ʃyme vater ʃeligen bynne(n)
korczen jaren iij ß gelts gegeb(e)n habe // daß hengin yme
die nit auch gebe das ʃchade yme xx gld / vnd obe er
barts henne neyn dar zu ʃagen wolt ʃo woll er mit recht behalten
henne von daß ʃyme vatter ʃeligen die gulte bynne(n) drißijg jaren
echzel gegeb(e)n vnd worden iʃt dar off ʃagt hengin // barts henne
ʃihe zu yme kom(m)en vnd habe xxx ß gelts geheiʃch(e)n von
eyme felde an der fehedrifft // habe er yme geantwort
er ʃihe zu arme der gemeynd(e)n eyn fehedrifft zuv(er)zynʃen
Dar zu ʃo hab(e)n ʃin fűrfarn / ader er / yme ader ʃyme vatt(er)
ʃeligen nye keyn gulte gegeb(e)n // das woll er mit recht be-
halten Dauo(n) ʃo hoffe er hennen nuʃte ʃchuldig zu ʃin
barts henne ʃagt nach lude ʃiner ʃchuldigunge ʃo wolle

Übertragung

Samstag 7. August 1479

Henne von Soden erkennt an, dem Schultheißen einen Frevel leisten zu müssen.

Heinrich Nickel hat begehrt nach der vierten Klage, die er gegen Frau Madlene von Venningen tat, seinen Termin um 14 Tage zu verlängern. Dies wurde ihm zugesprochen.

Herr Johann Kettenbuer hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Peter Hiltwin.

Peter Schnade hat Peter Wolenberg angeklagt, dass er ihm 4 Pfennig schuldig sei und gebe ihm die nicht. Das schade ihm einen Gulden, und er fordert von ihm ein Ja oder Nein. Peter Wolenberg sagt, er sei Peter 14 Albus schuldig gewesen. Die habe er ihm an Hellern vollständig bezahlt. Und wessen Peter ihn darüber hinaus anklage, dessen sei er unschuldig. Seine Unschuld gilt von heute an 14 Tage. Dem haben sie beide zugestimmt.

Ebert Schnade erkennt an, Ebert Kitz 18 Albus gegen Rechnung zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Nachdem Hengin Melman seine 4. Klage gegen Jeckel von Simmern tat, hat er die Güter gemäß seiner Klage eingezogen und das festhalten lassen. Und der Schultheiß hat ihm Bann und Frieden darüber gemacht. Das hat er auch festhalten lassen.

Henne Bart hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Kitzgin.

Henne Bart hat Hengin Wiß angeklagt, dass Clesgin, dessen verstorbener Vorfahre, seinem verstorbenen Vater vor wenigen Jahren 3 Schilling Geld gegeben habe. Dass Hengin ihm das nicht gebe, das schade ihm 20 Gulden. Und wenn er Nein dazu sagen wolle, so wolle er vor Gericht beweisen, dass seinem verstorbenen Vater die Gülte 30 Jahre lang gegeben worden ist. Darauf sagt Hengin, Henne Bart sei zu ihm gekommen und habe 30 Schilling von einem Feld an der Viehtrift gefordert. Da habe er ihm geantwortet, er sei zu arm um der Gemeinde die Viehtrift zu verzinsen. Außerdem hätten seine Vorfahren oder er ihm oder seinem verstorbenen Vater nie eine Gülte gegeben. Das wolle er vor Gericht bezeugen. Daher hoffe er, Henne nichts schuldig zu sein. Henne Bart sagt: Gemäß seiner Klage wolle

Registereinträge

arm (Armut)   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Bart, Henne   –   Feld (Acker)   –   Frau (Frau)   –   Frevel (frevelich)   –   Guelte (Gülte)   –   Kettenbuer, Johan   –   Kitz, Ebert (Eberhard)   –   Kitzgin (Name)   –   Melman, Hengin   –   Nickel, Heinrich   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Samstag   –   Schnade, Peter   –   Simmern, Jeckel (von)   –   Soden, Henne (von)   –   Unschuld (unschuldig)   –   Vater   –   Venningen, Madlene von   –   Viehtrift   –   Vincula Petri   –   Vorfahren   –   Wiss (Wiß), Clesgin   –   Wiss (Wiß), Hengin   –   Wolenber, Peter   –