Ober-Ingelheimer Haderbuch 1476-1484 

Bl. 048v

13.11.1477  / Donnerstag nach Martini

Transkription

Jtem ped(er) ʃmett ʃagt er habe vm(m)b heincze drieln ey(n) huʃche ge-
kaufft(en) myt ij lb gelts ʃolich gelt hait er hind(er) gericht ge-
offgeʃagt lacht(en) vnd das auch geoffent wer gerechtekeit dar zu hait
vnd hait do myt das huʃche off geʃagt wer vnd das verbot
Das hait das gericht laiß(e)n geʃcheen off recht

Jtem hengin Růts erk(ennt) cleßgin carppen iij gld zu geb(e)n
erk(annt) in xiiij tag(en) ʃi no(n) p erf(olgt)

p b Jtem ulrich bender hait p b an peder ʃwinden

p b Jtem beierhen(ne) hait p b an herma(n) bendern

p b Jtem cleʃe raűp unʃer mit ʃcheffen hait p b an conczg(in) dinckl(er)n

erk(annt) Jtem ebert haubor erk(ennt) enderßen von winheim ix alb zu
geb(e)n in xiiij tagen ʃi no(n) p erf(olgt)

Jtem cleʃe raup unʃer myt ʃcheffen geʃelle hait offgeholt(en)
offgeholt(en) off clas kyʃʃeln zu oppinheim ʃoliche gude vnd vnd(er)phande
ýme ligent vor j ß gelts frij gulte vnd hait das v(er)bot

erf(olgt) Jtem diemen clas erf(olgt) Jeckeln von ʃiemern offs buch

erf(olgt) Jtem henne von ʃprendlingen erf(olgt) donczelhen(ne) offs bůch

Jtem Joʃte der ʃmett erk(ennt) Conrat ʃloß(er)n ey(n) iiiɉ emyg faße
erk(annt) an peder bend(er)n / one ʃyne(n) ʃchaden in xiiij tagen uß zu
riechten ʃi no(n) p erf(olgt)

Jtem zuʃchen cleʃe wißen vnd ped(er) lichtʃchiden iʃt gelengt(en)
gelengt noch hude zu fier wochen ʃic hodie

erf(olgt) Jtem enders von winheim alʃuo(n) der kirchen wegen do ʃelbeʃt
erfolgt henne englend(er)n vor iiij gld

erf(olgt) Jtem cleʃe wiße erf(olgt) hengin raűchen vor ɉ gld

erf(olgt) Jtem Joʃte der ʃmett erf(olgt) enders drappen den Jongen
vor iiij gld

erf(olgt) Jtem erbachs hengin erf(olgt) kiczgin vor ɉ gld mi(n)(us) iij hlr

erf(olgt) Jtem e(m)mel jn der off hoben erf(olgt) cleʃe dűherma(n) vor iɉ gld

erf(olgt) Jtem ebert kicze erf(olgt) Jeckel praʃʃen vor j gld

erf(olgt) Jtem henne aczelnkragen erf(olgt) hengin mollern vor j gld

Actu(m) off donerʃtag nach martini

Jtem pet(er) von olmen unß(er) gericht ʃchriber ʃagt wie daß ʃin h(e)re d(er) apt
und dechant des ʃtiffs von herßfelden yme etliche ʃom(m)e gelts
ʃchuldig ʃihen Deʃhalb(e)n er dan(n) yre briffe vnd ʃegel

Übertragung

Peter Schmied sagt, er habe von Heinz Driel ein Haus gekauft mit 2 Pfund Geld. Dieses Geld habe er bei Gericht hinterlegt und das auch für den, der ein Anrecht darauf hat, geöffnet. Und er hat damit das Haus aufgesagt und das festhalten lassen. Das hat das Gericht geschehen lassen als Recht.

Hengin Rut erkennt an, Clesgin Karpe 3 Gulden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Ulrich Bender hat Pfändung gefordert gegen Peter Swinde.

Henne Beyer hat Pfändung gefordert gegen Hermann Bender.

Clese Raub, unser Mitschöffe, hat Pfändung gefordert gegen Contzgin Dinckler.

Ebert Haubor erkennt an, Enders von Weinheim 9 Albus zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Clese Raub, unser Mitschöffe, hat von Clas Kissel zu Oppenheim solche Güter und Pfänder eingezogen, auf denen 1 Schilling Geld freie Gülte liegen und hat das festhalten lassen.

Clas Diem hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Jeckel von Simmern.

Henne von Sprendlingen hat seinen Anspruch ins Gerichtsbuch eintragen lassen gegen Henne Dontzel.

Jost der Schmied erkennt gegenüber Konrad Schlosser an, ein 3½ Ohm Faß an Peter Bender ohne seinen Schaden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Zwischen Clese Wiß und Peter Lichtschid ist der Termin verschoben worden auf heute in 4 Wochen.

Enders von Weinheim verklagt für die Kirche ebenda Henne Englender auf 4 Gulden.

Clese Wiß verklagt Hengin Rauch auf ½ Gulden.

Jost der Schmied verklagt Enders Drapp den Jungen auf 4 Gulden.

Hengin Erbach verklagt Kitzgin auf ½ Gulden weniger 3 Heller.

Emmel in der Uffhub verklagt Clese Duhermann auf 1½ Gulden.

Ebert Kitz verklagt Jeckel Prass auf 1 Gulden.

Henne Atzelnkrag verklagt Hengin Muller auf 1 Gulden.

Donnerstag 13. November 1477

Peter von Olm, unser Gerichtsschreiber, sagt, dass ihm seine Herren, der Abt und Dekan des Stifts von Hersfeld, eine erhebliche Summe Geld schuldig seien. Darüber habe er Brief und Siegel.

Registereinträge

Abt (Äbte)   –   Atzelnkrag, Henne   –   Aufholung (aufholen)   –   Aufsagung (aufsagen)   –   Bender, Hermann   –   Bender, Peter   –   Bender, Ulrich (der)   –   Beyer, Henne   –   Brief und Siegel (Paarformel)   –   Dekan (Dechant)   –   Diem, Clase   –   Dinckler, Contzgin   –   Donnerstag   –   Dontzel, Henne   –   Drapp, Enders (Endres)   –   Driel, Heinz   –   Duherman, Clese (Clas)   –   Emmel in der Uffhub   –   Englender, Henne   –   Erbach, Hengin   –   Fass (Fässer)   –   Gerichtshinterlegung   –   Gerichtsschreiber (Reichsgericht)   –   Guelte (Gülte)   –   Haubor, Ebert   –   Hersfeld, Stift   –   Jost (Meister)   –   Karpe, Clesgin   –   Kirche (Weinheim)   –   Kissel, Clas   –   Kitz, Ebert (Eberhard)   –   Kitzgin (Name)   –   Lichtschid, Peter   –   Martinstag (Martini)   –   Muller, Hengin (der)   –   Oeffnungshandlungen (bei Gericht)   –   Ohm   –   Olm, Peter von   –   Oppenheim (Stadt)   –   Prass, Jeckel   –   Raub, Clese   –   Rauch, Hengin   –   Recht (gleiches)   –   Ruts, Hengin   –   Schlosser, Konrad (der)   –   Schmied, Peter (der)   –   Simmern, Jeckel (von)   –   Sprendlingen, Henne von   –   Swinde, Peter   –   Uffhub   –   Weinheim, Enders (Endres) von   –   Wiss (Wiß), Clese   –