Ober-Ingelheimer Haderbuch 1476-1484 

Bl. 031

03.06.1477  / Dienstag nach Trinitatis

Transkription

hofft er ʃolle die and(er)n auch ʃuchen vnd ʃie haint eß beide zu-
ʃ(e)n(tent)ia recht geʃtalt(en) nach dem vnd dwile peder meczler / lupis cleßg(in)
ʃin h gebrochen vnd nit abereddig iʃt daß er yme
die gulte gegeb(e)n habe ʃo ʃprech(e)n wir zu(m) recht(en) daß peder /
cleßgin ʃin gulte geb(e)n ʃall vnd bedűncke yne daß yme yema(n)t
ʃin gude frij halten ʃolle / den mag er myt vm(m)be ʃuchen Das
ʃ(e)n(tent)ia hait cleßgin verbot vnd begert mit recht wan(n) yme peder ʃin
gulte geb(e)n ʃolle ʃ(e)n(tent)ia in xiiij tag(en) das hait cleßgin auch v(er)bot

Jtem hans ʃnyder hait ʃich verdingt(en) henne ʃtopen ʃin worte zű
thűn vnd hait ʃin vnd(er)tinge verbot als recht iʃt vnd hait Arnolts
hen(ne) ʃtope elʃen zu geʃproch(e)n wie daß ʃie ýme jars ij gld gelts geben
ʃoll der ʃteh(e)n ýme noch űß xx gld vngeuerlich verʃeßner
arnolts elʃe gult(en) daß ʃie yme die nit gebe ader erkenne das ʃchade yme
alʃujl dar zu vnd obe ʃie ney(n) dar zu ʃagen wollt / ʃo woll er mit
recht dar zu thűn wie das gericht erkennet als recht iʃt daß
yre man(n) ʃelige vnd ʃie ýme die gulte gutlich gegeb(e)n haint
Dar off hait ʃich hen(ne) von eltujl verdingt elʃen ýre wort zu
thűn vnd hait ʃin vnd(er)tinge verbot als recht iʃt vnd ʃagt elʃe
ʃij hen(ne) ʃtopen keÿner gulte bekentlich / ʃie ader yr hußwert
ʃelige hab(e)n ýme ader ʃyme vad(er) ʃelig(en) auch nye key(n) gulte
geb(e)n auch nuʃte vm(m)b ʃie entlehent vnd als concze kremer
yr hußwert ʃelige geʃtorben ʃij / do habe ʃie mit yren kynden
geʃtockt vnd geʃteynt do iʃt wolffs henne die zijt yre eiden
geweʃt(en) vnd ʃie iʃt yme xxxiiij gld off der theylűnge ʃchuldig
bleben Do iʃt ʃtope ko(m)men vnd geʃagt ʃie ʃoll yme ij gld
gelts Jars geben bijß ʃo lange die xxxiiij gld bezalt(en) werden
ad ʃocios das habe ʃie auch gethan vnd habe wolffs henne(n) bezalt(en) vnd wolt
ʃtopen auch do nuʃte mehe geb(e)n vnd wes er ʃie wider anlange
des ʃy ʃie vnʃchuldijg Hans ʃnider alsuo(n) ʃtopen wegen ʃagt er
heiʃche yre die gulte / ʃtille ʃie yme aber yema(n)t dar / der yme
die gulte gebe / er neme ʃie / vnd nach dem er ʃie geʃchuldi-
get vnd ʃich do mit erbotten ʃin gulte zu behalt(en) das wijl er
auch thun nemlich off allen den guden die concze kremer ge-
habt(en) hait auch daß yme die bynne(n) rechten Jaren worden ʃij
vnd hofft er ʃolle dar zu gewiʃt(en) werd(e)n vnd ʃtilt das zu recht
henne von eltujl als vo(n) elʃen wegen ʃagt was ʃtope bij bre(n)ge

Übertragung

hofft, er solle auch an die anderen gehen. Und sie haben es beide dem Gericht zur Entscheidung vorgelegt. Urteil: Nachdem und weil Peter Metzler Clesgin Lupis sein Klageverfahren gebrochen hat und nicht leugnet, dass er ihm die Gülte gegeben hat, so sprechen wir als Recht: Dass Peter Clesgin seine Gülte geben soll und scheine ihm, dass jemand ihm sein Gut frei halten soll, kann er den vor Gericht ziehen. Das hat Clesgin festhalten lassen, und er fordert den Bescheid, wann ihm Peter seine Gülte geben solle. Urteil: in 14 Tagen. Das hat Clesgin auch festhalten lassen.

Hans Schneider hat sich verpflichtet, Henne Stope vor Gericht zu vertreten und hat seine Anwaltschaft festhalten lassen. Und er hat Else Arnolt angeklagt, dass sie ihm jährlich 2 Gulden Geld geben soll. Davon stehen noch ungefähr 20 Gulden ausstehende Gülte aus. Dass sie ihm die nicht gebe oder anerkenne, das schade ihm ebensoviel dazu und wenn sie Nein dazu sage, so wolle er es beweisen wie das Gericht es fordert, dass ihr verstorbener Mann und sie ihm die Gülte gütlich gegeben haben. Darauf hat sich Henne von Eltville verpflichtet, Else vor Gericht zu vertreten und hat seine Anwaltschaft festhalten lassen und sagt: Else gebe gegenüber Henne Stope keine Gülte zu. Sie oder ihr verstorbener Ehemann haben ihm oder seinem verstorbenen Vater auch nie eine Gülte gegeben, auch nichts von ihm geliehen. Und als Conze Kremer, ihr Mann, gestorben sei, da habe sie mit ihren Kindern ihr Land vermessen lassen. Da sei Henne Wolff zu der Zeit ihr Schwiegersohn gewesen und sie ist ihm 34 Gulden wegen der Teilung schuldig geblieben. Da ist Stope gekommen und hat gesagt, sie solle ihm jährlich 2 Gulden geben bis die 34 Gulden bezahlt seien. Das habe sie auch getan und habe Henne Wolff bezahlt und wolle Stope auch nichts mehr geben. Und wessen er sie darüber hinaus anklage, dessen sei sie unschuldig. Hans Schneider sagt für Stope: Er fordere die Gülte. Nenne sie ihm aber jemand, der ihm die Gülte gebe, er nehme sie. Und nachdem er sie angeklagt hat und sich damit anerboten hat, seine Gülte festzuschreiben, das will er auch tun, nämlich auf allen Gütern, die Conze Kremer hatte, auch dass ihm diese rechte Jahre lang bezahlt worden seien. Und er hofft, die Gülte werde ihm zugesprochen, und er legt das dem Gericht vor. Henne von Eltville sagt für Else, was Stope vorbringe,

Registereinträge

Arnolt, Else   –   Eidam   –   Eltville, Henne von   –   Guelte (Gülte)   –   Kind (Kinder)   –   Klagebruch   –   Kremer, Contze   –   Lupis, Clesgin   –   Mann (Männer)   –   Metzler, Peter   –   Schneider, Hans   –   sententia   –   Stope, Henne   –   verdingen   –   Wolff, Henne   –