Wackernheimer Haderbuch 1472-1501 

Bl. 078

18.11.1495  / Mittwoch nach Martini

Transkription

Jtem iʃt den kund(en) zuʃch(en) Barbeln vnd h Barten ʃo zugeg(en)
die zug(en) war(e)n jr tag geʃtreckt zu xiiij t(agen) ʃicut hodie nemlich
gein Bart(en) Lűffen philipʃen Schußheynriche(n) Lucken phil(ip) Rawen
beckers cleʃen vnd Burhen dar zu beydenteyln die zug(en)
ʃehen geloben vnd ʃwer(e)n nach ordenu(n)g des recht(en)

1 cl(age) Jtem Barbel hait 1 cl(age) gethan vff Conrad(en) Luffen phil(ip)
ʃwager vff alles er hait in diʃem gericht vnd marck(en)
vor L gld ʃchad(en)s

1 cl(age) Jtem pet(er) ʃnade als momp(er) hen vonn Eltuils hat 1 cl(age)
gethan vff Contz ʃcheffern(n) der ʃich naͤnt von algeßh(eim)
vff alles er hat in diʃe(m) gericht vnd marck vor iiij gld
hauptgelts vnd x gld ʃchad(e)ns

no(ta) jm Jtem dielnhenneln(n) etc
vffgifftbuch

vff mitwoch nach Martinj

momp(er) Jtem heng(in) Bender von Mentz hait Hans Rampfuʃʃe(n)
momp(er) gemacht ʃin ʃchult vnd gult in diʃe(m) gericht
vnd marck(en) jnzugewynn(en) bis vff jr beyder wid(er)ruff(en)

Jtem als ein rechtʃatze zuʃch(en) Bart(en) als widert(eil) Barbeln
her Johan Bytzels magt an ey(m) vnd Luffen philipʃen
als ey(m) zug(en) von weg(en) Barbeln andert(eil) beʃcheen iʃt ʃolich
S(e)n(tent)ia vrteyl vßgeʃpr(ochen) wie nachvolgt / zuʃchen Luffen phil(ip)
als zug(en) von weg(en) Barbeln her Johan(n) Bytzels magt
an [a] eym vnd Barthen andert(eil) nach jr beyd(er) furbreng(en)
ʃpricht der ʃcheff mit vnderding(en) zu recht das luffen
philips ʃin kuntʃchafft lut der ʃchuldigunge mag ʃagen

[a] Aus »vn« verbessert.

Übertragung

Den Zeugen, die zwischen Barbel und Bart zugegen waren, wurde ihr Verhandlungstermin 14 Tage verschoben, zum gleichen Recht wie heute, nämlich Philip Luffen, Heinrich Schaus, Philip Lucke, Ruhe, Clese Becker und Henne Bauer. Dazu sehen, geloben und schwören die Zeugen beider Parteien gemäß der Gerichtsordnung.
Barbel hat eine 1. Klage erhoben gegen Konrad, Schwager des Philip Luffen, auf alles, was er in diesem Gericht und in dieser Gemarkung hat, wegen 1 Guldens Schaden.

Peter Schnade als Momber des Henne von Eltville hat eine 1. Klage gegen Contze Schefer genannt von Algesheim erhoben, auf alles, was er in diesem Gericht und in dieser Gemarkung besitzt, wegen 4 Gulden Hauptgeld und 10 Gulden Schaden.

Henne Diel usw., siehe im Ufgiftbuch.

Mittwoch 18. November 1495

Hengin Bender aus Mainz hat Hans Rampfuß bis auf Widerruf zu seinem Momber gemacht, seine Schuld und Gülten in diesem Gericht und in dieser Gemarkung einzufordern.

Es ist ein Rechtssatz zwischen Bart als Gegenpartei der Barbel, Magd des Herrn Johan Bitzel, an einem und Philip Luffen als einem Zeugen für Barbel auf der anderen Seite ergangen. Dieses Urteil lautet wie nachfolgt: Zwischen Philip Luffen als Zeugen für Barbel, Magd des Herrn Johan Bitzel, einerseits, und Bart, andererseits, nach beiderseitigen Vorträgen, spricht das Schöffengericht unter Vorbehalt zu Recht: Philip Luffen soll seine Beweismittel gemäß der Beschuldigung nennen.

Registereinträge

Algesheim (Ort)   –   Barbel (Name)   –   Bart, N. N.   –   Bauer, Henne   –   Becker, Clese   –   Bender, Hengin (der)   –   Bitzel, Johan (Johannes, Jo)   –   Diel, Henne (Hennel)   –   Eidesleistung   –   Eltville, Henne von   –   Gemarkung (Wackernheim)   –   Gerichtsordnung   –   Guelte (Gülte)   –   Konrad (Name)   –   Lucke, Philip   –   Luffen, Philip   –   Magd (Mädchen)   –   Mainz (Stadt)   –   Martinstag (Martini)   –   Mittwoch   –   Rampfuß, Hans   –   Recht (gleiches)   –   Rechtsetzung   –   Rechtsvorbehalt   –   Ruhe (Name)   –   Schaus, Heinrich   –   Schefer, Contze (der)   –   Schnade, Peter   –   Schwager   –   sententia   –   Ufgiftbuch   –   Urteil   –   Vortrag (Vorbringung)   –