Wackernheimer Haderbuch 1472-1501 

Bl. 175v

10.02.1485  / Donnerstag nach Dorothee

Transkription

{...} {...}dt widd(er) Loʃen Jn maißen(n) wie er daß Emmerich(e)n
off{geholt} hait vnd w{en}n die Loʃunge alʃo bynne(n) Jars friʃt geʃchee / dan
noch ʃo ʃolt d(er) obgena(nn)t Emmerich od(er) ʃine erb(en) ʃich deß guts vnd der
ʃchare dauo(n) fellet genieʃʃen vnd bruchen(n) eyn Jahre lang vngeu(er)lich
daß hait Emmerich v(er)bott

1485 [a]

{Joha}n von Off durʃtag nach ʃan{t d}orotheen tag Anno etc lxxxv Iʃt vor vns vor
{Engel}ʃtat gericht erʃchin der Erʃame(n) h(e)r Iohan(n) von Engelʃtat als momp(er) ʃins
{Adolf} vo(n) Naʃʃauw brud(er) Emerich ʃelig(en) kind(er) vnd ein ber[u]ment(en) v(er)ʃiegelt(en) br(ief)
von de(m) eddeln
vnd wolgeporne(n) Iunch(er) Adolff(en) g(ra)uen von Naʃʃauw Laß(e)n leʃen vnd
den v(er)bott Alʃo Lude Wir adolff g(ra)ue zu Naʃʃauw Bekenne(n) vnd thun(n)
kunt offenbaͤr mit dißem brieff / das wir Eme(r)ichs ʃelig(en) kind(er) von
Engelʃtat geeygent haben(n) vnd eigene(n) Ine Incrafft diß brieffs ʃolich
gut Eʃʃij huß hoff wing(er)t acker wieʃen gart(en) zinß gult geuelle vn(d)
Rente zu wackernh(ei)m geleg(en) die von vnß(er)m vatt(er) ʃelig(en) vnd vns byßh(er)
zuleh(e)n gerurt vnd gang(en) ʃint / alʃo daz die b(e)n(ann)t(en) kind(er) vnd Jre erben
dyͤ gemelt(en) gut(er) vor Ir recht eigenthum beʃitz(e)n Jnhabe(n) nutze(n) nieß(e)n
vnd gebruch(e)n die v(er)kauff(en) v(er)and(er)n vnd domit thun vnd laße(n) ʃollen
vnd moͤg(en) als mit jren eig(e)n gut(e)n vngeIrrt vngehind(er)t vns(er)
vns(er) erb(e)n vnd menglichs von vnʃ(er)nt weg(en) vngeu(er)lich vrkunde
diß brieffs v(er)ʃig(elt) mit vnß(er)m anhangend(en) Jngeʃ(iegel) dat(um) wißbad(en) of
frit(ag) nach ʃant paul(us)tag c(on)u(er)ʃio(n)is Anno d(omi)ni M cccclxxxqui(n)to

Da(r)nach ein Macht brieff von demʃelb(e)n g(ra)uen alʃo Ludende etc

Wir Adolff g(ra)ue zu Nassauw thun kunt So als wir durch beʃund(er)
flißige bett an vns gelangt Eme(r)ichs ʃelig(e)n kinde vo(n) Engelʃtat vn(d) Jren
erben die gut(er) zu wackernheim geleg(en) die biß h(e)r von vnß(er)m lieben
vatt(er) ʃelig(en) vnd vns zulehen gangen ʃint vnd gerurt / nach eine(r)
beʃund(er) v(er)ʃchribung daruber gegeben geeygent vnd zu Jre(n) hand(en)
geʃtalt haben Alʃo bekenne(n) wir mit diʃ(e)m brieff vor vns vnʃz(er)
erb(e)n vnd nachkomen das wir den wurdig(en) hern Johan(n) von
Stockheim Cano(n)ick(en) zu ʃant alban da(r)zu geordent gantz moge
macht vnd follengewalt gegeben hab(e)n vnd geb(e)n Jm den jn vn(d)
mit diß(e)m briff daß er von vnß(er)ntweg(en) die g(e)n(ann)t(en) kind(er) od(er) jr
p(ro)cu(r)atores / widd(er)umb In die gemelt(en) gut(er) Jnʃetz(e)n vn(d) widd(er)umb
zu Jren hand(en) ʃtellen gyfft(en) vnd geben ʃoll In all(er) maß alß wir -
ʃelbs p(er)ʃonlich thun mocht(en) vnd wie er die alʃo widd(er) zu Jren

[a] Hinzufügung des 19./20. Jahrhunderts.

Übertragung

{...} wieder lösen, im Maße, wie er das Emmerich eingezogen hat. Wenn die Lösung also binnen Jahresfrist geschieht, danach sollen Emerich oder seine Erben das Gut und die fällige Ernte nießen und gebrauchen ein Jahr lang, ohne Gefährde. Das hat Emmerich bei Gericht festgehalten.

Donnerstag 10. Februar 1485

Am Donnerstag 10. Februar 1485 ist vor uns bei Gericht erschienen der ehrsame Herr Johan von Engelstadt als Momber der Kinder seines verstorbenen Bruders, und hat einen angenommenen versiegelten Brief von dem edlen und wohlgeborenen Junker Adolf, Graf von Nassau, verlesen lassen und den bei Gericht festgehalten. Er lautet: Wir Adolf, Graf zu Nassau bekennen und machen bekannt öffentlich mit diesem Brief, dass die Kinder des verstorbenen Emmerich von Engelstadt übereignet haben und übereignen kraft dieses Briefes alles Gut, es seien Haus, Hof, Wingert, Acker, Wiese, Garten, Zins, Gülte, Einkünfte und Rente, zu Wackernheim gelegen, die von unserem verstorbenen Vater und uns bisher zu Lehen gerührt und gegangen sind, also, dass die genannten Kinder und ihre Erben die genannten Güter als ihr rechtes Eigentum besitzen, innehaben, nutzen, nießen und gebrauchen, sie verkaufen, veräußern und damit tun und lassen können und mögen, wie mit ihren Eigengütern, unbedrängt, ungehindert von uns, unseren Erben oder irgendwem in unserem Namen, ohne Gefährde. Zur Beurkundung dieses Briefs, versiegelt mit unserem anhängenden Siegel. Datum Wiesbaden am 28. Januar 1485.

Es folgt ein Machtbrief von demselben Grafen, der so lautet:

Wir Adolf, Graf zu Nassau, geben bekannt, dass wir, durch besondere fleißige Bitte an uns gelangt, den Kindern des verstorbenen Emerich von Engelstadt und ihren Erben, die Güter zu Wackernheim gelegen, die bisher von unserem lieben verstorbenen Vater von uns zu Lehen gegangen sind und rührten, nach einer besonderen darüber gegebenen Verschreibung, zu Eigen gegeben und zu ihren Händen gestellt haben. Also bekennen wir mit diesem Brief für uns, unsere Erben und Nachkommen, dass wir dem würdigen Herrn Johan von Stockheim, Kanoniker zu St. Alban, dazu verordnet, ganzes Vermögen, ganze Macht und volle Gewalt gegeben haben und ihm geben mit diesem Brief, dass er in unserem Namen die genannten Kinder oder ihre Prokuratoren wiederum in die genannten Güter einsetzen und wieder zu ihren Händen stellen, abtreten und geben kann, in dem Umfang, als würden wir es selbst tun. Wie er die also wieder zu ihren

Registereinträge

Acker (Feld)   –   Aufholung (aufholen)   –   Brief (Urkunde)   –   Bruder (Brüder)   –   Donnerstag   –   Dorothee virginis   –   eigen (Eigengut)   –   Eigentum   –   Engelstadt, Emerich von   –   Engelstadt, Johan von   –   Erbe (Erben)   –   Garten   –   Gefährde   –   Gewalt   –   Guelte (Gülte)   –   Hand (Hände)   –   Haus (Gebäude)   –   Hof (Hofgut)   –   Kind (Kinder)   –   Lehen   –   Loesung (Lösung)   –   Machtbrief   –   Nassau, Adolf von   –   nießen (Nießer(in))   –   Prokuratoren   –   Rente   –   Siegel (besiegeln)   –   St. Alban (Mainz)   –   Stockheim, Johan von   –   Vater   –   Wackernheim (Ort)   –   Wiesbaden (Ort)   –   Wiese (Grünland)   –   Wingert (Weingarten)   –   Zins (Abgabe)   –