Wackernheimer Haderbuch 1472-1501 

Bl. 169

04.03.1474  / Freitag nach Invocavit

Transkription

Jtem her lepardt der p(ri)or zu h{usen} {...}
iʃt heryngen das huʃche {...} er {...}egryffe{...} {...}
hering weʃten iʃt gefor kyls concze {...} vnd ey(n) wingard {...}
ym(m) haʃel gefor Remß(e)n clas {...} vnd der gemeyn(n) weg {...}
ij lb gelts heiʃch(e)n gulte die {...} {...}nßs iglich(e)n Jars ʃchyne vnd
fallen ʃoll(e)n zu ʃant martins {...} vnd vnu(er)luʃtijg zu winachte(n)
Das hait hering verbot

1474 [a]

Jtem off mytwoch nach Remi(ni)ʃc(er)e Emerich von engelʃtadt vnʃ(er) ʃcholtes
Remß(e)n clas hait offgeb(en) als recht iʃt Remßen claʃen / ʃoliche gifft Conczgin nagel-
ʃmeth von mencze / ÿme vor offgegeb(e)n hait gehabt / mit allem rechten
er die entphangen hait gehabt das hait clas verbot

Jtem off dinʃtag vor dem ʃontage Jnűocauit hen(ne) aým berge vnd
elʃe ʃin eliche hűßfrauwe haint mit ʃamend(er)handt off geb(e)n
cleßgin als recht iʃt / Cleßgin ʃlýczwecken von heiʃeßheim ey(n) fertel
ʃliczweck wingarts ym(m) ʃműßer gefor peder Rűhe vnd(e)n zű vnd cleßgin
ʃelbeʃt ob(e)n zű / das gibt Jars iiij d zýnßs h(er)n heinrich wolffe(n)
vnd lijt ʃoʃt yn(n) eýme gld gelts mit and(er)n vnd(er)phanden
vnd ýʃt berett obe das fert(el) wing(ert) mit den vnd(er)phande(n) off
off geholt(en) worde // So ʃolt henne ader ʃine erb(e)n // de(m) b(e)n(annt(en)
cleßgin oder ʃine(n) erb(e)n ij gld geb(e)n vnd ʃolt furt(er) vnbete-
dingt ʃin von cleßgin / das haint ʃie vo(n) beidentheiln v(er)bot

Jtem off fritag nach dem ʃontage Jnűocauit Borckart von nackhey(m)
hait off geb(e)n als recht iʃt h(er)n heinrich wolffen vo(n) ʃpanhey(m) Rytt(er)
h(er) heinrich alleß das er hait hie yn(n) der gemarken / eß ʃihe erʃücht ader vn-
wolff Rytt(er) erʃücht nűʃte ußgeʃcheid(e)n myt aller fryheit vnd gerechtikeyt
er bijß here dar zu gehabt(en) hait / das hait her heinrich wolff
verbot vnd hait do mýt erkant / heinrich(e)n dem moller // ýne bij
ʃýme beʃtentnýß ʃin Jarezale uß zu laiß(e)n vnd wan(n) die Jahre zale
vß ʃint // die xxv gld widder zu geb(e)n // die der b(e)n(ann)t(e) heinrich
hey(n)r(ich) moͤll(er) moller / dem Jonck(er)n von nackheim gelűhen hait gehabt das hait
heinrich moller verbot

[a] Hinzufügung des 19./20. Jahrhunderts

Die Zuordnung zum angegebenen Jahr ist nicht zweifelsfrei.

Übertragung

Herr Lepart, Prior in Ingelheimerhausen {...} ist Hering das Haus {...mit seinem} Bezirk {...} gewesen ist, neben Contze Kil {...} und einen Wingert {...} im Hasel neben Clas Remß {...} und der Gemeindeweg {...} 2 Pfund Geld geforderter Gülte die {...} jedes Jahr erscheinen und fallen sollen am 11. November {...} und ohne Verlust, zu Weihnachten. Das hat Hering bei Gericht festgehalten.

Mittwoch 9. März 1474

Emerich von Engelstadt, unser Schultheiß, hat übergeben, wie es Recht ist, Clas Remß solche Überlassung, die Contzgin Nagelschmied von Mainz ihm zuvor aufgegeben hatte, mit allen Rechten, wie er die empfangen gehatte. Das hat Clas bei Gericht festgehalten.

Dienstag 22. Februar 1474

Henne am Berge und seine Ehefrau Else haben mit gesamter Hand übergeben, wie es Recht ist, Clesgin Slitzweck von Heidesheim ein Viertel Wingert im Smußer, neben Peter Ruhe unten zu und Clesgin selbst oben zu. Das gibt jährlich 4 Denar Zins Herrn Heinrich Wolff. Es liegt sonst in 1 Gulden Geld mit anderen Unterpfändern. Es ist beredet, wenn das Viertel Wingert mit den Unterpfändern eingezogen würde, so sollten Henne oder seine Erben dem Clesgin oder dessen Erben 2 Gulden geben und sollte fortan von Clesgin nicht zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden. Das haben sie beide bei Gericht festgehalten.

Freitag 4. März 1474

Borckart von Nackheim hat übertragen, wie es Recht ist, Herrn Heinrich Wolff von Sponheim, Ritter, alles, was er in der Gemarkung hat, es sei bebaut oder unbebaut, nichts davon ausgenommen, mit aller Freiheit und Gerechtigkeit, wie er dies bisher gehabt hat. Das hat Herr Heinrich Wolff bei Gericht festgehalten und hat damit zuerkannt Heinrich, dem Müller, ihn bei seiner Pacht seine Jahreszahl auszulassen und wenn die Jahreszahlen aus sind, die 25 Gulden wiederzugeben, die der genannte Heinrich Muller dem Junker von Nackenheim verliehen hatte. Das hat Heinrich Muller bei Gericht festgehalten.

Registereinträge

Berge, Else am   –   Berge, Henne (Hengin/Henchin) am   –   Denar (d)   –   Dienstag   –   Engelstadt, Emerich von   –   Erbe (Erben)   –   Freiheit   –   Freitag   –   Gemarkung (Wackernheim)   –   Gemeiner Weg (Öffentlicher Weg)   –   Gerechtigkeit   –   Gesamte Hand   –   Guelte (Gülte)   –   Hasel (Örtlichkeit)   –   Haus (Gebäude)   –   Hausfrau   –   Heidesheim (Ort)   –   Hering, N. N.   –   Ingelheimerhausen (Kloster)   –   Invocavit   –   Kil, Contze   –   Lepart   –   Mainz (Stadt)   –   Mittwoch   –   Mueller (Müller/Tätigkeit)   –   Muller, Heinrich (der)   –   Nackenheim (Ort)   –   Nackenheim, Borckart von   –   Nagelschmied, Contzgin   –   Pacht   –   Prior (Priorin)   –   Reminiscere   –   Remß, Clas   –   Ruhe, Peter   –   Slitzweck, Clesgin   –   Smußer (Örtlichkeit)   –   Viertel   –   Weihnachten   –   Wingert (Weingarten)   –   Wolff von Sponheim, Heinrich   –   Zins (Abgabe)   –