Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 267

07.11.1483  / Freitag nach Leonardus

Transkription

Actu(m) ʃex(ta) p(os)t Leonhardj

1 h Jtem ad(am) wolff 1 h off pet(er) Han vor iij ß gelts ʃic o(mn)ia

Crafft Jtem Craffts cleßg(in) iʃt vor ger(icht) k(ommen) vnd geford(er)t ʃin antzal d(er) loʃung
die beckerhenn pede(r) von ʃant Johanʃberg gethan hat Hat man
laß(e)n geʃcheen off r(e)cht

poʃuit Jtem Thomas hengin(n) hat vj ß hlr hind(er) ger(icht) gelacht off werʃch(afft)
geg(en) anth(is) wolff(en)

pl(e)b(a)n(us) tag Jtem zuʃch(e)n dem pfern(er) vnd wien(er)henn iʃt yr gerichts tag ge-
gelengt lengt off den nehʃt(en) ger(ichts)t(ag) nach dem xviijt(en)

(g)elengt Jtem zuʃch(e)n gerhart vnd Rampfuß iʃt gelengt bijs off den neʃʃt(en)
ger(ichts) t(ag) nach dem xviijt(en)

Jtem kylian hat xij ß hind(er) ger(icht) gelacht vnd domit die gut(er) offge-
ʃagt dargeg(en) rett Rudig(er) von der junch(e)rn weg(en) Er hoff ney(n) dwil
kilian er kein vnd(er)pf(and) gelacht habe ʃo ʃoll er die gűt(er) nit offʃag(en) vnd ʃtelt
poʃuit daz zu r(echt) Sen(tentia) dwil die gult nit v(er)lacht iʃt v(er)vnd(er)pf(and) iʃt ʃo hat
er nit macht die offzuʃag(en) ʃond(er) yne vort(er) jr gult geb(e)n

ʃchoff(er) heng(in) Jtem ʃchôff(er) hengin hat j gld hind(er) ger(icht) gelacht off werʃchafft
poʃuit geg(en) anth(is) wolff(en)

Jtem Zorn ʃchuldiget hauboͤr er habe xij ymbs bij ym v(er)leiʃt daz
er ym die nit ußr(icht) notz ʃi(bi) ij gld petit ita u(e)l no(n) haubor erk(ennt) ym
zorn vnd vj ymbz dz uberig ʃij er vnʃchul(dig) Zorn fr(agt) welch zijt er daz gebe(n)
haubor ʃoll Sen(tentia) jn xiiij t(agen) vnd iʃt haubor ʃin vnʃcholt geʃatzt jn xiiij t(agen)

Emer(ich) vo(n) Eng(el)ʃt(adt) Jtem zuʃch(e)n Emerich von Engelʃtat vn(d) Antz duppe(n)giß(er) iʃt gelengt
Antz duppeng(ießer) zu(m) nehʃt(n) ger(icht) vnd die frauw hat yne v(er)notbott

Jtem karle hat daz buch laß(e)n oͤff(en) geg(en) pet(er) piff(er)n vnd daz v(er)bott
Erf(olgt) karle vnd hofft dwil er ʃin tag nit verhut habe er ʃol off yn erf(olgt) han
pet(er) piff(er)n Sen(tentia) ja

e(r)f(olgt) ʃchonwed(er) Jtem Schonwedd(er) erf(olgt) pet(er) piff(er)n ʃ(upe)r libru(m)

Jtem kett Dndr(es) ʃelig(en) frau vo(n) winh(ei)m ʃpr(icht) Ringűde gebe jr x ß vo(n)
Endr(es) kett eim huß ym ʃale die richt ʃie nit uß vnd ʃtee dz huß noch zu yre(n)
offholn hand(en) ob ʃie daz nit widde(r) an ʃich neme(n) moge Sen(tentia) ʃic ʃi ita eʃt

Jtem thomas hauboͤr 1 h off bubocks cleße off xij ß hlr ʃ(upe)r
1 h pf(and) ex p(ar)te d(er) h(er)ren von Erbach

Übertragung

Freitag 7. November 1483

Adam Wolff erhebt die 1. Klage gegen Peter Han wegen 3 Schilling Geld auf alles.

Clesgin Krafft ist vor das Gericht gekommen und hat seinen Anteil an der Einlösung gefordert, die Peter Beckerhenn von St. Johannisberg getan hat. Das hat man als Recht geschehen lassen.

Hengin Thomas hat 6 Schilling Heller bei Gericht hinterlegt als Bestätigung gegenüber Anthis Wolff.

Zwischen dem Pfarrherrn und Henne Wiener ist der Gerichtstag verschoben auf den nächsten Gerichtstag nach dem 13. Januar.

Zwischen Gerhard und Rampfuß ist es verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag nach dem 13. Januar.

Kilian hat 12 Schilling bei Gericht hinterlegt und damit die Güter geöffnet. Dagegen redet Rüdiger für seinen Junker: Er hoffe Nein, weil er keine Pfänder hinterlegt habe, so soll er ihm die Güter nicht aufsagen und er legt es dem Gericht vor. Urteil: Weil die Gülte nicht auf Pfänder gesichert ist, so hat er nicht die Macht die aufzusagen, sondern er muss weiter die Gülte geben.

Hengin Schefer hat 1 Gulden bei Gericht hinterlegt als Bestätigung gegenüber Anthis Wolff.

Zorn beschuldigt Haubor: Er habe 12 Mahlzeiten bei ihm gehabt. Dass er ihm die nicht bezahle, das schade ihm 2 Gulden. Er fordert ein Ja oder Nein. Haubor erkennt 6 Mahlzeiten an. Wegen des Übrigen sei er unschuldig. Zorn fragt, wann er die bezahlen soll. Urteil: In 14 Tagen. Und Haubor ist die Unschuld gesetzt in 14 Tagen.

Zwischen Emerich von Engelstadt und Antze Duppengießer ist es verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag. Und die Frau hat ihn wegen Not entschuldigt.

Karl hat das Buch öffnen lassen gegen Peter Pfeiffer und hat das festhalten lassen. Und er hofft, weil er seinen Tag nicht gewahrt habe, er solle gegen ihn den Anspruch eingeklagt haben. Urteil: Ja

Schonwedder hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Peter Pfeifer.

Kette, die Witwe von Enders von Weinheim sag: Ringude gebe ihr 10 Schilling von einem Haus im Saal. Die bezahle sie nicht. Nun stehe das Haus noch in ihrem Besitz, ob sie es nicht wieder an sich nehmen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist.

Thomas Haubor erhebt für die Herren von Eberbach seine 1. Klage gegen Clese Bubock wegen 12 Schilling Heller auf die Pfänder.

Registereinträge

Achtzehnte Tag   –   Aufsagung (aufsagen)   –   Beckerhenn, Peter   –   Bubock, Clese   –   Duppengießer, Antze   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Engelstadt, Emerich von   –   Frau (Frau)   –   Freitag   –   Gerichtshinterlegung   –   Guelte (Gülte)   –   Han, Peter   –   Haubor, Henne   –   Haubor, Thomas   –   Haus (Gebäude)   –   Imbis   –   Johannisberg   –   Krafft, Clesgin   –   Krass, Kilian   –   Leonhardus confessoris   –   Loesung (Lösung)   –   Oeffnungshandlungen (bei Gericht)   –   Pfarrer (Ingelheimer Grund)   –   Pfeifer, Peter   –   Rampfuß, Hans   –   Ringude   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Saal (Saalgelände)   –   Schefer, Hengin   –   Schmied, Karl (der)   –   Schonwetter, N. N.   –   sententia   –   Spitzkopf, Gerhart   –   Thomas, Hengin (Henchin)   –   Unschuld (unschuldig)   –   Vernotbotung   –   Weinheim, Enders (Endres) von   –   Weinheim, Kette von   –   Wiener, Henne   –   Wolff, Anthis   –   Wolff von Sponheim, Adam   –   Zorn, N. N.   –