Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 239

21.01.1482  / Montag nach Fabianus

Transkription

von(n) wegen(n) d(er) heren vnd thomaß(e)n geredt / der v(er)leʃu(n)ge nach deß buchs / ʃo hofft
er die heren ʃich vngeʃumpt haben(n) man ʃoll ʃie laʃʃen(n) ir gult behalten oder
ir heiʃʃu(n)ge thun(n) laʃʃen wie ma(n) daß nennet / nach ludt jrer regiʃt(er) vnd ob die
kett ercken heren ettwaß ane dar zu thu(n) ʃollen(n) weß ʃich jn recht geburt vnd der ʃcheffin
fur ey(n) recht wiʃet daß wollen(n) ʃie ʃich nit weyhern vnd genügt jne deß mit
recht / Rudiger von(n) kett ercken wegenn(n) daroff redt die heren von Erbach
haben(n) dem(m) gewiʃtem(m) ortel nit genu(n)g gethan(n) noch nachkômmen dar vmb er hofft
ʃie ʃollen(n) ʃich geʃumpt han(n) vnd ʃtalt zu recht Dutz redt daroff / eß ʃij die zijt
jn der guttlichkeit abgeno(m)men(n) / hofft darvm(m)b die heren ʃich vngeʃumpt hab(e)n ʃollen
wie er dauo(n) fur geredt hait vnd ʃtalt zu recht S(e)n(tentia) dwile dutz luden laʃʃen hait
daß / daß recht durch die gütlicheyt abgeno(m)men ʃij / daß ʃollen die heren vd(er) [!] thomas
S(e)n(tenti)a von jren wegenn(n) bij bringen(n) daß ortel hait dutz v(er)bott vnd furt(er) gefragt jn welch(er)
zijt die heren daß bijbringen(n) ʃollen(n) S(e)n(tenti)a jn xiiij tagen / betorffen ʃie dan ir tage furt(er)
vnd heyʃʃen(n) die alß recht iʃt ʃo ʃoll man(n) jne iren tag furt(er) ʃtellen zu zweyen(n) xiiij tag(en)
fur behaltenn(n) ʃij dem(m) widd(er)teyle ʃin jnredde / daß hait dutz auch v(er)bott vnd nach der
hant dutz ine mit ortel gefragt mit weme thomas daß bijbringen ʃoll S(e)n(tenti)a
S(e)n(tenti)a mit den jhennen(n) die jn die guttlichkeit geredt haben(n) daß hait dutz auch v(er)bott

erkant Jtem thomas hait karylian erkant jn xiiij tag(en) zu weren nach ludt deß kauff karlen kylian hait v(er)bott
zu weren

p • b • Jtem Cleßg(in) ʃack erf(olgt) pet(er) ʃacken ad libru(m) auch pfande beredt

erk(annt) Jtem gele ʃpricht zu kylian ʃie hab jme vß irer handt geluwen(n) ij gld q(uod) no(n) dat notz i(r) t(antu)m
kylian erkent jr j gld off rechen(u)n)ge jn xiiij tag(en) ʃi no(n) tu(n)c pf(and) erfolgt v(er)bott

Jtem pet(er) Hane erkent Emmerich von(n) engelʃtait mit ʃcheffin geʃell(e)n ix zinʃe v(er)ʃeʃß iglich(er)
zinß xiiij torniß vßzurichten dazu ʃoll er drii zijle han / daß erʃte wan er ʃinen wine
erkentniß v(er)keufft / vnd dar nach daß and(er) zijle zu faʃtnacht negʃt danach / daß drijtt zijle da
nach auch zu faʃtnacht vßrichten aüch hait er erkant jme xi alb gerichtʃgelt
vßzürichten daß hait Emmerich v(er)bott

erk(annt) Jtem peter Hane erkent hennen helffrich xiij gld alß von w(er)ner fetzers weg(en) jn xiiij tag(en)
vßzurichten(n) ʃi no(n) tu(n)c pf(and)

Übertragung

für die Herren und Thomas geredet wegen der Verlesung des Buch: Er hoffe, die Herren habe sich nicht gesäumt und man solle sie bei ihrer Gülte belassen oder sie ihre Klage tun lassen, wie man das nennt, gemäß ihrem Register. Und wenn die Herren etwas dazu tun sollen, was ihnen mit Recht gebührt und das die Schöffen als Recht weisen, so wollen sie sich nicht weigern. Das genügt ihm als Aussage. Rudiger für Ketgin Ercker sagt darauf: Die Herren von Eberbach haben dem gewiesenen Urteil nicht Genüge getan oder sind ihm nachgekommen. Darum hoffe er, sie sollen sich gesäumt haben und legt das dem Gericht vor. Dutz redet darauf: Es habe damals gütliche Absprachen gegeben. Er hofft daher, die Herren sollen nicht säumig gewesen sein, wie er zuvor geredet hat. Und er legt es dem Gericht vor. Urteil: Weil Dutz hat verlauten lassen, dass das Recht wegen gütlicher Absprachen nicht angewandt worden sei, so sollen die Herren oder Thomas das für sie beibringen. Das Urteil hat Dutz festhalten lassen und weiter gefragt, wann die Herren das beibringen sollen. Urteil: In 14 Tagen. Bedürfen sie Verlängerung und fordern sie diese, wie es Recht ist, so soll man ihnen die noch zweimal 14 Tage geben, der Gegenpartei die Widerrede vorbehalten. Das hat Dutz auch festhalten lassen und dann hat Dutz weiter ein Urteil erfragt, mit wem Thomas das beibringen solle. Urteil: Mit jenen, welche die gütliche Absprache mit beredet haben. Das hat Dutz auch festhalten lassen.

Thomas hat anerkannt, Kilian den Kauf binnen 14 Tagen zu sichern gemäß der Kaufabsprache. Das hat Kilian festhalten lassen.

Clesgin Sack hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Peter Sack. Auch Pfänder beredet.

Gele [Wiener] klagt Kilian an: Sie habe ihm 2 Gulden bar geliehen, dass er ihr die nicht zurück gibt, das schade ihr ebenso viel. Kilian erkennt an, ihr 1 Gulden gegen Rechnung zahlen zu müssen in 14 Tagen, wenn nicht erfolgt die Pfändung. Festgehalten.

Peter Han erkennt an, Emerich von Engelstadt, unserem Mitschöffen, neun ausstehende Zinsraten, jede über 14 Turnosen. Dafür soll er drei Termine haben. Den ersten, wenn er seinen Wein verkauft, den zweiten zu Fastnacht danach und den dritten an Fastnacht im folgenden Jahr. Außerdem hat er anerkannt 11 Albus an Gerichtsgeld zu zahlen. Das hat Emerich festhalten lassen.

Peter Han erkennt an, Henne Helffrich für Werner Fetzer 13 Gulden zahlen zu müssen in 14 Tagen, wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Registereinträge

Algesheim, Dutz von   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Engelstadt, Emerich von   –   Ercker, Ketgin (Kette)   –   Fetzer, Werner   –   Guelte (Gülte)   –   Guetlichkeit (Gütlichkeit)   –   Han, Peter   –   Helffrich, Henne   –   Kilian (Name)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Register   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Sack, Clesgin   –   Sack, Peter   –   sententia   –   Thomas (Name)   –   Turnose   –   Urteil   –   vorlesen (verlesen)   –   Wein (Wein)   –   Widerrede   –   Wiener, Gele   –   Zins (Abgabe)   –