Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 159v

05.12.1477  / Freitag nach Barbare

Transkription

Jtem kaln henne als uo(n) der kyrchen wegen hait offgeholten
offgeholt off Joh(ann)es philips dűchʃcher(er)s ʃone ʃoliche gude vnd vnd(er)
ecc(les)ia phande die der kirchen ligent vor ij gld gelts frij
gulte nach lude eynßs gericht briffs vnd hait das v(er)bot
vnd der ʃcholtes hait ym(m) ban(ne) vnd freden dar ober gethan
das hait er auch verbot

1 h Jtem mencz(er) henne dut 1 h vor xi tornes gelts off peder
beckern et ʃup(ra) ping(nora)

Jtem concze bender hait ped(er) ʃmeden zu geʃproch(e)n wie daß
concz bend(er) er yme xiij ß ʃchuldig ʃij vnd gebe yme der nit das
ped(er) ʃmett ʃchade ýme alʃujl dar zu vnd heiʃt yme des ey(n) ja ader
ney(n) dar off hait yme peder iiij ß off rechnu(n)ge erk(annt)
das hait concze v(er)bot vnd begert jn welch(er) zijt ped(er) yme
die iiij ß geb(e)n vnd mit yme rechen ʃolle ʃ(e)n(tent)ia in xiiij tage(n)
ʃall er mit yme rechen vnd yne bezalen

geleng Jtem zuʃch(e)n h(er)n Johan biczeln vnd henne haűborn iʃt gelengt
bijß off fritag nach dem achzeheʃt(en) tage ʃic hodie

Jtem thomas Haubor hait henne wilderichen zu geʃproch(e)n
wie daß er yme vor ij Jaren ey(n) fieremyg faße geluhen
das ʃolt er yme zu dem nehʃt(en) herbʃt dar nach widd(er) geb(e)n
thomas des habe er nit gethan / alʃo műʃte er ey(n) nűwe faʃʃe keyffen
hen(ne) wilde daß er das ʃelbe nit bezale das ʃchade yme j gld Ʃolichs
rich hait henne erkant(en) das hait thomas v(er)bot vnd gefragt
wan(n) erßs thűn ʃoll / ʃ(e)n(tent)ia in xiiij tag(en)

Jtem gerßten elʃgin hait heinczgin wingartn(er) zu geʃproch(e)n
gerʃten wie daß ʃie eyn auwe vm(m)b yne kaűfft(en) habe vnd dűhe
elßgin yr der nit werʃchafft das ʃchade yr x gld dar off ʃagt
heinczgin heincze des offgemeß(e)n ʃchadens ʃij er zuuor abe vnʃchuldig
wingart(er) furt(er) ʃo habe er ey(n)a aűwe / vnd die ʃelbe aűwe die yr ʃij geb(e)n joncker phi
lips hyrten gulte unv(er)ʃcheidlich vnd ʃij henc yme auch worde(e)n
von hyrtenhen(ne) yrem brud(er) d(er) dan(n) des b(e)n(ann)t(en) jonck(er)n philipʃe(n)
mo(m)per geweʃt(en) ʃij nach dem ʃie nű die aűwe beʃtett zű
entußern ußwendig der gemarke(n) ʃo hofft er yre nit
ad ʃocios ʃchuldig zu ʃin werʃchafft zu thűn ʃonder verwilligű(n)ge
des gemelt(en) jonck(er) philipʃen auchd ʃo habe ʃie yme noch
keyne(n) genűgen gethan des kauffs vnd ʃie haint eß do mit
beide zu recht geʃtalt(en) das iʃt gelengt ad ʃocioʃ

Jtem henne wilderich hait concze pyffern zu geʃproch(e)n wie

Übertragung

Henne Kal hat für die Kirche von Johannes, dem Sohn Philip Duchscherers die Güter und Pfänder eingezogen, auf denen der Kirche 2 Gulden freie Gülte liegen gemäß einer Gerichtsurkunde und hat das festhalten lassen. Und der Schultheiß hat ihm Bann und Frieden darüber gemacht. Das hat er auch festhalten lassen.

Henne Mentzer erhebt seine 1. Klage wegen 11 Turnosen Geld gegen Peter Becker auf die Pfänder.

Contze Bender hat Peter Schmied angeklagt, dass er ihm 13 Schilling schuldig sei und gebe ihm die nicht. Das schade ihm ebenso viel dazu. Und er fordert von ihm ein Ja oder Nein. Darauf hat Peter anerkannt, ihm 4 Schilling gegen Rechnung zu zahlen. Das hat Contze festhalten lassen und gefragt, wann Peter ihm die 4 Schilling geben und mit ihm abrechnen soll. Urteil: In 14 Tagen mit ihm abrechnen und ihn bezahlen.

Zwischen Herrn Johan Bitzel und Henne Haubor ist es verschoben worden bis zum 16. Januar.

Thomas Haubor hat Henne Wilderich angeklagt, dass er ihm vor 2 Jahren ein 4-Ohm-Fass geliehen habe. Das sollte er ihm im nächsten Herbst wieder geben. Das habe er nicht getan. Deshalb musste er ein neues Fass kaufen. Dass er das nicht bezahle, das schade ihm 1 Gulden. Das hat Henne anerkannt. Das hat Thomas festhalten lassen und gefragt, wann er es tun solle. Urteil: In 14 Tagen.

Elsgin Gerst hat Heintzgin Wingartner angeklagt, dass sie eine Aue von ihm gekauft habe und er sichere ihr die nicht, das schade ihr 10 Gulden. Darauf sagt Heintzgin: Des zugemessenen Schadens sei er zunächst unschuldig. Weiter habe er eine Aue und diese Aue, die ihr sei, gebe Junker Philip Gülte und die habe er erhalten von Henne Hirt, ihrem Bruder, der Vertreter des genannten Junker Philip war. Nachdem sie die Aue nun außerhalb der Gemarkung veräußern will, so hoffe er, ihr keine Sicherung schuldig zu sein ohne Einwilligung des genannten Junker Philip. Auch habe sie ihm noch kein Genügen getan an dem Kauf. Und sie haben es beide dem Gericht vorgelegt. Das ist verschoben worden bis zum Zusammentreten des Vollgerichts.

Henne Wilderich hat Contze Pfeifer angeklagt, dass 

Registereinträge

Achtzehnte Tag   –   Au (Aue)   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Becker, Peter (der)   –   Bender, Contze   –   Bitzel, Johan (Johannes, Jo)   –   Bruder (Brüder)   –   Duchscherer, Johan (Johannes)   –   Duchscherer, Philip   –   Fass (Fässer)   –   Freitag   –   Gerichtsbrief   –   Gerst, Elsgin   –   Guelte (Gülte)   –   Haubor, Henne   –   Haubor, Thomas   –   Herbst   –   Hirt, Henne   –   Kal, Henne   –   Mentzer, Henne   –   Ohm   –   Pfeifer, Contze   –   Philip (Name)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Recht (gleiches)   –   Schmied, Peter (der)   –   sententia   –   Sohn (Söhne)   –   Turnose   –   Unschuld (unschuldig)   –   Vollgericht   –   Wilderich, Henne   –   Wingartner, Heintzgin   –