Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 136

05.08.1476  / Montag vor Laurentius

Transkription

erk(annt) Jtem henne haubor erk(ennt) Rűlgin alʃuo(n) mo(m)perʃchafft wegen frauwe
margreth wint(er)bechern xv thornes zu geb(e)n in xiiij t(agen) ʃi no(n) p erf[olgt]

erk(annt) Jtem philips dűchʃcherer erk(ennt) emerichen von engelʃtadt vnʃerm
myt ʃcheffen geʃellen iij gld zu geb(e)n in xiiij tag(en) ʃi no(n) pingna
erfolgt vor vi gld

p b Jtem philips duchʃcher(er) hait p b an henne(n) Concze ʃchefers knecht

Jtem cleßgin ʃo(m)merlin dut 1 h vor 1 gld gelts off ʃacks neßgin
1 h vnd pedern yren ʃone vnd off ʃoliche vnd(er)phande nach lude
eynßs gerichts brieff

Jtem Concze phifer hait das bűch zuʃchen emas frederichen laiß(e)n
offen vnd das verbot vnd hofft nach dem frederich ʃin 3 tag
gelengt nit furt(er) geheiʃch(e)n / yne erfolgt zu han nach lude ʃyn(er) anʃprach
vnd ʃtilt das zu recht das iʃt gelengt bijß off montag nach ʃant
bartolme(us) tage ʃic hodie

erf(olgt) Jtem peder bender erf(olgt) cleʃe noißen vnd jeckel monʃt(er)n offs bűch

Jtem hans ʃnyder alʃuo(n) mo(m)perʃchafft wegen h(er)n Conrat dieczen
von mencze hait henne Rießen zu geʃprochen wie daß ʃin ʃweg(er)
frauwe / Elʃe falterßen eyn marg geldes zu eyme elter zu me(n)cze
zu ʃant Criʃtofel(us) geʃaczt(en) hait / off allem das ʃie gelaiße(n) hait nach
hans ʃnyd(er) lude eynßs gericht briffs dwile henne nű der fraűw(e)n erbe iʃt
hen(ne) Rieße vnd die gulte nit ußriecht das ʃchade h(er)n conrad xl gld vnd
obe henne ney(n) dar zu ʃagen wolt ʃo beziege er ʃich des off den
briff henne Rieße hait verbot daß hans ʃnyder off eyn brieff
zugt vnd hofft er ʃoll yne auch brengen / vnd wan(n) er den
brieff gehore / ʃo woll er dar zu antwort(en) vnd ʃie haint eß beide
zu recht geʃtalt dar off ʃ(e)n(tent)ia dwile hans ʃnyder alʃuo(n) ʃyns h(er)n
wegen off eyn briff zugt / So ʃall er den auch brenge(n) vor ge-
riecht vnd das thűn in xiiij tag(en) bedarf er dan(n) ʃyner tage
furte vnd heiʃt die als recht iʃt So ʃall ma(n) yme die furter ʃtylle(n)
noch zu czweyen xiiij tag(en) vnd ʃo der briff gehort(en) wyrt ge[ʃchee]
furt(er) ʃoujl als recht iʃt das haint ʃie beide verbot

Jtem cleʃe Raűp vnʃer myt ʃcheffen geʃelle / hait Rabens cleʃen zu
Cleʃe raűp geʃprochen wie daß er eyn auwe vm(m)b h(er)n clas wiener ʃeligen
Rabe(n)s cleʃe gekaűfft(en) habe die ʃihe yme auch vergifft vnd vergeb(e)n nach
gewonheit des gerichts als recht iʃt die geforen ʃtehen auch

Übertragung

Henne Haubor erkennt an, Rulgin als Vertreter von Frau Margreth Winterbecher 15 Turnosen zahlen zu müssen binnen 14 Tagen, wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Philip Duchscherer erkennt an, Emerich von Engelstadt, unserem Mitschöffen, 3 Gulden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen, wenn nicht erfolgt die Pfändung für 6 Gulden.

Philip Duchscherer hat Pfändung gefordert gegen Henne, den Knecht von Contze Scheffer.

Clesgin Somerlin erhebt seine 1. Klage wegen 1 Gulden Geld gegen Nesgin Sack und Peter, ihren Sohn und auf die Pfänder gemäß einer Gerichtsurkunde.

Contze Pfeifer hat das Buch in der Sache mit Friedrich Emas öffnen lassen und hat das festhalten lassen. Und er hofft, nachdem Friedrich seinen 3. Termin nicht gefordert habe, gegen ihn seinen Anspruch eingeklagt zu haben gemäß seiner Anklage. Das legt er dem Gericht vor. Das ist verschoben worden bis zum 26. August.

Peter Bender hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Clese Noiße und Jeckel Monster.

Hans Schneider als Vertreter von Herrn Konrad Dietze von Mainz hat Henne Rieße angeklagt, dass seine Schwiegermutter, Else Falter, eine Mark Geld zu einem Altar in St. Christoph in Mainz gestiftet hat, gesichert auf alles, das sie als Erbe hinterlassen hat gemäß einer Gerichtsurkunde. Weil Henne nun der Erbe der Frau ist und die Gülte nicht ausrichtet, schade dies Herrn KConrad 40 Gulden. Und wenn Henne Nein dazu sagen wolle, so berufe er sich auf die Urkunde. Henne Rieß sagt, wenn Hans Schneider sich auf eine Urkunde beruft, dann hofft er, er solle sie auch vorbringen. Und wenn die Urkunde gehört werde, so wolle er darauf antworten. Und sie haben es beide dem Gericht vorgelegt. Darauf ergeht das Urteil: Weil Hans Schneider sich für seine Herren auf eine Urkunde beruft, so soll er sie auch vorbringen und soll das tun in 14 Tagen. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man ihm die noch zweimal 14 Tage geben. Und wenn die Urkunde gehört werde, dann geschehe es weiter, wie es Recht ist. Das haben sie beide festhalten lassen.

Clese Raub, unser Mitschöffe, hat Clese Rabe angeklagt, dass er eine Aue von dem verstorbenen Herrn Clas Wiener gekauft habe. Die sei ihm auch gegeben und übertragen worden nach Gewohnheit des Gerichts, wie es Recht ist; die Angrenzer stehen auch 

Registereinträge

Altar (Altäre)   –   Au (Aue)   –   Bender, Peter   –   Brief (Urkunde)   –   Dietze, Konrad   –   Duchscherer, Philip   –   Emas, Friedrich   –   Engelstadt, Emerich von   –   Erbe (Erben)   –   Falter, Else   –   Fegesack, Peter   –   Gerichtsbrief   –   Gewohnheit (und Recht)   –   Guelte (Gülte)   –   Haubor, Henne   –   Henne (Name)   –   Mainz (Stadt)   –   Monster, Jeckel   –   Noiße, Clese   –   Oeffnungshandlungen (bei Gericht)   –   Pfeifer, Contze   –   Rabe, Clese (Clesgin)   –   Raub, Clese   –   Recht (gleiches)   –   Rieß, Henne   –   Rulgin (Name)   –   Sack, Nesgin   –   Schefer, Contze (der)   –   Schneider, Hans   –   Schwiegermutter   –   sententia   –   Sohn (Söhne)   –   Somerlin, Clesgin (Clese)   –   St. Christoph (Mainz)   –   Turnose   –   vorlesen (verlesen)   –   Wiener, Clas (Claus)   –   Winterbecherin, Margret   –