Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 099

14.01.1474  / Freitag nach dem 18. Tag

Transkription

Jtem nickelnhen(ne) iʃt zu(m) rechten gewiʃt / iʃt yme ʃins zinßs von
francken cleßgins huʃche vnd hoff nit worden // vnd ʃtehent
widd(er) geno(m)- noch zű ʃine(n) handen ʃo mag erßs zu yme neme(n) ʃi ita eʃt
men Si no(n) geʃchee was recht ʃij

Jtem ʃchuße cleʃe vnd peder ʃin bruder haint erkant emerich(e)n
von engelʃtadt vnʃ(er)m mit ʃcheffen geʃellen alle jars zű ʃant
martins tag zű geb(e)n iiij lb geldes fryhe gűlte von den vnder-
erk(annt) phanden ʃie dar vor ynne haint dor entgeigen hait der b(e)n(ann)t(e)
no(ta) emerich yne widder erkant / obe ʃich begebe daß er die vnd(er)-
erk(annt) phande / die vor die obgeʃchreb(e)n fyer phondt gelts ligent / vor
gerichte offholte als recht iʃt / qweme(n) dan(n) die obg(e)n(ann)t(en) cleʃe / vnd
peder ader yre erben bynne(n) eynes maendes friʃt nach d(er) offholu(n)g
vnd brechten dem(m) b(e)n(ann)t(en) emerich(e)n ader
ʃyne(n) erb(e)n die gemelt gulte vnd den gerichts ʃchaden do myt
So ʃolt er yne die vnd(er)phande widd(er) geb(e)n vnd zu yren handen
ʃtillen das alleß haint ʃie von beidentheiln verbot als recht iʃt

1 h Jtem thomas haubor alʃuo(n) mo(m)p(ar)ʃchafft wegen der her(e)n vo(n) erbach
dut 1 h vor ij gld gelts an golde off peder hane(n) et ʃup(ra) pi(n)g(nora)

Jtem ancze alʃuo(n) vnʃers gnedigen her(e)n wegen hait laißen
offen / wie dan(n) die konde zű wack(er)nheim vor gerichte geʃagt
emerich(e)n von engelʃtadt vnʃ(er)n mit ʃcheffen geʃell(e)n vnd concze
Ancze ʃchefern berorende vnd hait das verbot vnd hofft nach dem der
Concze ʃchef(er) zűʃproche ludt daß concze joncker emerich(e)n geʃlagen habe /
deʃhalb(e)n er dan(n) off konde gezogen / die auch alʃo geʃagt hait
vnd hofft daß er conczen wol erzugten habe / vnd ʃoll yne erfolgt
hain nach lude ʃins zűʃprochs vnd ʃtilt das zu recht Dar off
hait ʃich hen(ne) ducze verdingt conczen ʃin wort zű thune vnd
hait ʃin vnd(er)tinge verbot als recht iʃt vnd hait das buch laißen
offen vnd das verbot / ancze alʃuo(n) vnʃ(er)s gnedige(n) her(e)n wegen
hait das buch auch verbot / furt(er) ʃo ʃpricht ducze alʃuo(n) concze(n)
wegen er ʃihe ko(m)men(n) gen(n) wack(er)nhey(m) vnd habe ʃin ʃcholt gutliche(n)
an jonck(er) emerich(e)n gefurdert / des habe er geweyert vnd do
concze ye nit abe laiß(e)n wolt / vnd ʃin(er) ʃcholt nit gerne enbare
do hait yme jonck(er) emerich gedraűtt daß er ʃwige / ader er
ʃlage yne mit eyme bengel / das dan(n) die konde erkant(en) hait
nach lude des bűchs Do hofft concze daß joncker emerich
den freden ʃelbeʃt gebroch(e)n habe vnd hett der ʃcholtes eyne(n)
gehort der yme gedrauwet hette / er ʃolt yme von ʃins amptʃ

Übertragung

Henne Nickel wurde als Recht gewiesen: Hat er seinen Zins nicht erhalten von Haus und Hof von Clesgin Frank und steht der noch in seinem Besitz, so kann er ihn wieder an sich nehmen, wenn es so ist. Wenn nicht geschehe, was Recht ist.

Clese Schaus und Peter sein Bruder haben anerkannt, Emerich von Engelstadt, unserm Mitschöffen, jährlich an St. Martin 4 Pfund Geld freie Gülte von den Pfändern zu geben, die sie dafür inne haben. Dafür hat der genannte Emerich ihnen gegenüber anerkannt: wenn die Pfänder, auf denen die genannten 4 Pfund liegen vom Gericht eingezogen würden, kämen dann die genannten Clese und Peter oder ihre Erben binnen eines Monats nach der Einziehung und brächten dem genannten Emerich oder seinen Erben die genannte Gülte und den Gerichtsschaden ebenfalls, so soll er ihnen die Pfänder zurück geben und sie in ihre Hände übergeben. Das haben sie von beiden Seiten festhalten lassen, wie es Recht ist.

Thomas Haubor als Vertreter der Herren von Eberbach erhebt seine 1. Klage wegen 2 Gulden Geld gegenüber Peter Hane auf die Pfänder.

Antze für unseren gnädigen Herrn hat die Aussage, was das Wackernheimer Gericht gesagt hat in der Sache zwischen Emerich von Engelstadt, unserem Mitschöffen und Contze Schefer öffnen lassen und das festgehalten. Und er hofft, nachdem die Klage lautete, dass Contze Junker Emerich geschlagen habe, weshalb er sich auf den Beweis berufen habe, dieser das auch ausgesagt habe. Und er hofft, dass er gegen Contze den Beweis wohl erbracht und gegen ihn obsiegt habe gemäß seiner Anklage und legt das dem Gericht vor. Darauf hat sich Henne Dutz verpflichtet, Contze vor Gericht zu vertreten und hat seine Anwaltschaft festhalten lassen, wie es Recht ist und hat das Gerichtsbuch öffnen und das festhalten lassen. Weiter sagt Dutze für Contze: Er sei nach Wackernheim gekommen und habe seine Schulden gütlich von Junker Emerich gefordert. Die habe er ihm verweigert und als Contze nicht davon ablassen wollte und auf seine Schuld nicht verzichten wollte, da habe ihm Junker Emerich gedroht, er solle schweigen oder er schlage ihn mit einem Stock, wie die Aussage des Gerichtsbuch laute. Daher hoffe Contze, dass Junker Emerich den Frieden selbst gebrochen habe. Und hätte der Schultheiß jemanden gehört, der ihm gedroht hätte, hätte er ihn von Amts wegen

Registereinträge

Antze (Name)   –   Aufholung (aufholen)   –   bengel (Prügel)   –   Bruder (Brüder)   –   drohen (Drohung)   –   Dutz, Henne   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Engelstadt, Emerich von   –   Erbe (Erben)   –   Frank, Clesgin   –   Friedensbruch   –   Gericht (Wackernheim)   –   Guelte (Gülte)   –   Han, Peter   –   Haubor, Peter   –   Haus (Gebäude)   –   Hof (Hofgut)   –   Martinstag (Martini)   –   Nickel, Henne   –   Oeffnungshandlungen (bei Gericht)   –   Schaus, Clese   –   Schaus, Peter   –   Schefer, Contze (der)   –   schlagen (Schlägerei)   –   Wackernheim (Ort)   –   Zins (Abgabe)   –