Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 098v

14.01.1474  / Freitag nach dem 18. Tag

Transkription

Anno etc lxxiiij

er die erʃte ʃcholt nit ußrechte ʃo ʃolt er keyne genade an de(n) leʃten
hain ʃonder ʃin gulte die zijt ußgeb(e)n // nű hait er yme der viiiɉ gld
nit geb(e)n das ʃchadt yme xxx gld vnd heiʃt ýme des eyn ja
ader ney(n) / obe er das geben vnd wem erßs geb(e)n habe
Dar off hait ʃich hen(ne) erken(n) verdingt peder hane(n) ʃin worte
zu thune vnd hait ʃin vnd(er)tinge verbot als recht iʃt vnd ʃp(ri)cht
eß moge ʃin daß er den heren viiiɉ gld ʃchuldig geweʃt / do
ʃihe yme zijl zu geb(e)n / do haben die her(e)n thomas hauborn mit
name(n) hie gehabt / der dan(n) yre mo(m)p(ar) geweʃt vnd noch iʃt / der ʃelbe
thomas habe off die zijt das gelt an yne gefurdert // er habs yme
auch geb(e)n / vnd wes ma(n) yne an dem ende wider anlange deʃ
ʃihe er vnʃchuldig vnd hofft dwile ʃie ey(n) mo(m)p(ar) haben / ʃo ʃall er
h(er)n johan(n) nit ʃchuldig ʃin zu antworte(n) furt(er) vm(m)b den beʃtandt
des huʃchs do iʃt ey(n) winkaűffe bij geweʃt / daß der jare ʃoll(e)n zeh(e)n
ʃin / Ancze alʃuo(n) h(er)n johans wegen ʃpricht eß ʃoll ʃich jn dem
bůch finden / daß thomas nit wider mo(m)per gemacht ʃihe dan(n)
ʃcholt vnd gűlte jnne zű gewynne(n) / nű ʃihe das ey(n) verrechent
ʃcholt / Ʃin fur fare ʃihe auch hie geweʃt / vnd habe h(er)n johan(n)
die ʃelbe ʃcholt off geb(e)n / dauo(n) ʃo hoffe her johan(n) daß peder
yme ʃin gelt ʃoll geb(e)n dan(n) habe er thomas vijl geb(e)n do moge
er yne mit recht vm(m)b ʃűchen vnd ʃtilt das zu recht / henne
erken(n) alʃuo(n) peders wegen ʃpricht die ʃcholt ʃihen auch zinße
geweʃt vnd wiße auch kein ander ʃcholt dan(n) die zynße / vnd
were er bij der gifft geweʃt / er hett auch ʃin meynu(n)ge dar yn(ne)
gerett doch leßt er ʃie ʃteh(e)n vor yre wertt // vnd hait v(er)bot
daß ancze alʃuo(n) h(er)n johans wegen off das bűch gezogen hait
vnd begert mit recht obe erßs nit brenge(n) ʃoll / Dar off ʃ(e)n(tent)ia
ja / das hait erken(n) alʃuo(n) ped(er)s wegen verbot vnd gefragt
wan(n) erßs thűne ʃoll ʃ(e)n(tent)ia in xiiij tagen bedarff er dan(n) ʃyn(er)
tage furte vnd heiʃt die als recht iʃt / ʃo ʃall ma(n) yme die
furt(er) ʃtillen noch zu czweien xiiij tagen doch beheltlich de(m)
widdertheile ʃiner jnredde So das konde bűch verhort wyrt
vnd geʃchee furt(er) in der heiptʃache ʃouijl als recht iʃt
das haint ʃie vo(n) beidentheiln verbot

Jtem zuʃch(e)n dieln ped(er)n dem jongen von badenhey(m) vnd heringe(n)
gelengt iʃt gelengt noch hude zu xiiij tage(n) ʃic hodie ambo verbot

erf(olgt) Jtem hans ʃnyder alʃuo(n) mo(m)p(ar)ʃchafft wegen der eptiʃchen
ym(m) cloʃter zu engelntale erf(olgt) wienerhen(ne) offs buch

Übertragung

1474

er die erste Schuld nicht bezahlte, so solle er auch keine Gnade an der letzten haben, sondern seine Gülte jetzt geben. Nun hat er ihnen die 8 ½ Gulden nicht gegeben. Das schade ihm 30 Gulden. Und er fordert von ihm ein Ja oder Nein, ob er das gegeben habe und wem er es gegeben habe. Darauf hat sich Henne Ercker verpflichtet, Peter vor Gericht zu vertreten und hat seine Anwaltschaft festhalten lassen, wie es Recht ist und sagt: Es könne sein, dass er den Herren 8 ½ Gulden schuldig gewesen sei, die habe er ihnen zu geben. Da hatten die Herren Thomas Haubor hier, der ihr Vertreter war und noch ist. Der genannte Thomas habe damals das Geld von ihm gefordert. Er habe es ihm auch gegeben. Und wessen man ihn weiter belange, dessen sei er unschuldig und er hofft, weil sie einen Vertreter haben, so soll er nicht verpflichtet sein, Herrn Johan zu antworten. Weiter wegen dem Haus; deswegen gab es einen Vertrag, dass er es 10 Jahre haben solle. Antze für Herrn Johan sagt, es werde sich im Gerichtsbuch finden, das Thomas nur Vertreter sei, ihnen die Schulden und Gülten einzuziehen. Nun sei das abgerechnete Schuld. Sein Vorfahre sei auch hier gewesen und habe Herrn Johan die gleiche Schuld aufgetragen. Daher hoffe Herr Johann, dass Peter ihm sein Geld geben solle. Denn habe er Thomas zu viel gegeben, deswegen könne er ihn vor Gericht belangen. Das legt er dem Gericht vor. Henne Ercker für Peter sagt, die Schuld sei auch ein Zins gewesen und er wisse von keiner anderen Schuld als die Zinsen. Und wäre er bei der Übergabe gewesen, er hätte auch seine Meinung dazu gesagt; doch er lässt das so stehen. Und er hat festhalten lassen, dass Antze für Herrn Johan sich auf das Gerichtsbuch berufen hat und fragt das Gericht, ob er es nicht vorbringen soll. Darauf ergeht das Urteil: Ja. Das hat Ercker für Peter festhalten lassen und gefragt, wann er es tun solle. Urteil: in 14 Tagen. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man ihm die noch zweimal 14 Tage geben, doch vorbehaltlich der Gegenpartei ihre Einrede, wenn das Gerichtsbuch gehört wird. Dann geschehe es in der Hauptsache weiter, wie es Recht ist. Das haben sie von beiden Seiten festhalten lassen.

Zwischen dem jungen Peter Diel von Badenheim und Hering ist der Termin verschoben worden um 14 Tage mit gleichem Recht wie heute. Das haben sie beide festhalten lassen.

Hans Schneider als Vertreter der Äbtissin im Kloster Engelthal hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Henne Wiener.

Registereinträge

Aebtissinnen (Äbtissinnen)   –   Badenheim (Ort)   –   Diel, Peter   –   Duppengießer, Antze   –   Engelthal (Kloster)   –   Ercker, Henne   –   Fabri, Johannes   –   gift (giften)   –   Guelte (Gülte)   –   Han, Peter   –   Haubor, Thomas   –   Haus (Gebäude)   –   Hering, Agnes von   –   Hering, N. N.   –   Johan (Reitmeister)   –   Kriegsbefestigung   –   Recht (gleiches)   –   Rittmeister (Reitmeister)   –   Schneider, Hans   –   Unschuld (unschuldig)   –   Vorfahren   –   Weinkauf   –   Wiener, Henne   –   Zins (Abgabe)   –