Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 075v

27.04.1472  / Montag nach Cantate

Transkription

off heinczgin oker et ʃupp(ra) pingn(or)a

erf(olgt) Jtem thomas haubor alʃuo(n) mo(m)p(er)ʃchafft wegen der her(e)n
von erbach erf(olgt) drubein offs bůch

mo(m)p(er) Jtem cleʃe noiße hait hengin zorne mo(m)p(er) gemacht yme
ʃin ʃcholt vnd gulte ym(m) riche jn zu gewynne(n) bijß off
ʃin widd(er)ruffen

Actu(m) off montag nach Jubilate Cantate

erk(annt) Jtem jűtgin hen(ne) beckers dochter erk(ennt) niclas műrern v gld
zu geb(e)n zuʃch(e)n ʃant johans tage ʃi no(n) p erf(olgt)

erk(annt) Jtem thomas haűbor erk(ennt) karlen meczlern xv thornes zu geb(e)n
in xiiij t(agen) ʃi no(n) p erf(olgt)

Jtem jekel mýer erk(ennt) karlen meczlern wie daß er ʃin burge
erk(annt) zu leiʃt(en) ʃihe vor hen(ne) manteln vor xx alb vnd wan(n) er yne mane
ʃo woll er jnne geh(e)n das hait karlen verbot

Jtem drubeyn hait zu geʃproch(e)n ancze duppengieß(er)n wie daß
er off eyn zijt Romers kynde erwonne(n) habe / alʃo habe yne ancze
off das maile ýme gebetten / yme die ʃelb(e)n gude zu laißen
drubeýn er woll thomas hauborn alʃuo(n) ʃyne(n)twegen ij lb geb(e)n // daß
ancze er das nit gethan hait / ader noch dűth / das ʃchadt yme xl gld
vnd obe er dar zu ney(n) ʃagen woll // wolle er ʃich dan(n) laiß(e)n zuge(n)
ʃo woll er ýne mit thomaʃen ʃelbeʃt zugen ʃo f(er)re das nýt
geʃin mag ʃo heiße er ýme ey(n) ja ader ney(n) / dar off ʃpricht
ancze vnd hait verbot / daß drubein gerett hait er habe die
kynde erwonne(n) vnd hofft er ʃoll das bij brenge(n) / mit gericht
vnd auch dem bůch // wan(n) das geʃchee ʃo woll er antworten
ʃouil yme noit ʃihe vnd ʃtilt das zu recht / drubein ʃpricht
er hoffe / er habe yme ey(n) ja ader ney(n) geheiʃch(e)n / das ʃoll er
yme auch thűne vnd habe yme nit geantwort / dan(n) yme
genűge mit recht wole // dar off ʃpricht ancze noch dem
drubein ʃelbeʃt gerett hait / er habe die kinde erwonne(n)
ʃo ʃoll erßs aűch bij brengen / Ee er ýme eynche vnʃcholt
thűne ʃoll vnd genűgt yme des auch mit recht das iʃt
gelengt noch hude zu xiiij tagen ʃic hodie das haint ʃie
beide verbot

p b Jtem okers margreth hans ʃtrohauwer hait p b an mantelhen(ne)

erf(olgt) p b Jtem Rudolff der ʃmeth von winterhey(m) erf(olgt) philips boppen
offs bűch vnd hait auch an yme p b

Jtem peder hane erk(ennt) h(er)n heinrich more amptma(n) zu ʃant
erk(annt) ʃteffan zu mencze xxx m(a)lt(er) korns off rechnu(n)g zu geben
zuʃch(e)n pinxʃten ʃi no(n) p erf(olgt)

erf(olgt) Jtem mantelhen der erf(olgt) erf(olgt) hen(ne) helffrich(e)n offs bűch

erk(annt) zuu(er)lege(n) Jtem heiln cleʃe erk(ennt) jekel ʃchoßporten xiij ß gelts zű
verlegen in xiiij t(agen) ʃi no(n) p erf(olgt)

Übertragung

gegen Heintzgin Oker auf die Pfänder.

Thomas Haubor als Vertreter der Herren von Eberbach hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Drubein.

Clese Noiße hat Hengin Zorn zu seinem Vertreter gemacht, ihm seine Schulden und Gülten im Reich einzuziehen bis auf Widerruf.

Montag 27. April 1472

Jutgin, Henne Beckers Tochter erkennt an, Niclas Maurer 5 Gulden zahlen zu müssen bis zum 29. August, wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Thomas Haubor erkennt an, Karl Metzler 15 Turnosen zahlen zu müssen in 14 Tagen. Wenn nicht, erfolgt die Pfändung.

Jekel Myer erkennt gegenüber Karl Metzler an, dass er sein Bürge sei wegen Henne Mantel für 20 Albus. Und wenn er ihn mahne, so wolle er Einlager leisten. Das hat Karl festhalten lassen.

Drubein hat Antze Duppengießer angeklagt, dass er vor einiger Zeit gegen Romers Kinder gewonnen habe. Da habe ihn Antze damals gebeten, ihm dieselben Güter zu lassen, er wolle Thomas Haubor seinetwegen 2 Pfund geben. Dass er das nicht getan hat oder noch tut, das schade ihm 40 Gulden. Und wenn er dazu Nein sagen wolle, wolle er sich das dann beweisen lassen, so wolle er ihm das mit Thomas selbst beweisen; wenn das nicht sein mag, so fordert er von ihm ein Ja oder Nein. Darauf redet Antze und hat festhalten lassen, dass Drubein gesagt habe, er habe gegen die Kinder gewonnen. Und er hofft, er solle das beweisen durch das Gericht und auch das Gerichtsbuch. Wenn das geschehe, so wolle er antworten, soviel ihm notwendig sei und legt das dem Gericht vor. Drubei sagt: Er habe von ihm ein Ja oder Nein gefordert. Er hoffe, das solle er ihm auch tun und er habe ihm nicht geantwortet, wie es ihm dem Recht nach genüge.
Darauf sagt Antze: Nachdem Drubein selbst gesagt hat, er habe gegen die Kinder gewonnen, so solle er es auch beweisen, bevor er ihm einen Unschuldseid leisten solle und legt das dem Gericht vor. Das ist verschoben worden um 14 Tage. Das haben sie beide festhalten lassen.

Hans Strohauwer hat Pfändung gefordert gegen Henne Mantel.

Rudolf, der Schmied von Winternheim, hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Philip Boppe und hat Pfändung gefordert.

Peter Han erkennt an, Herrn Heinrich More, Amtmann von St. Stephan zu Mainz, 30 Malter Korn gegen Rechnung geben zu müssen bis Pfingsten. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Mantel hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Henne Helffrich.

Clese Heil erkennt an, Jeckel Schoßport 13 Schilling Geld anzulegen in 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Registereinträge

Amtmann (Mainz)   –   Becker, Henne   –   Becker, Jutgin   –   Boppe, Philip   –   Buerge (Bürge, Bürgschaft)   –   Cantate domino   –   Drubein, N. N.   –   Duppengießer, Antze   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Einlager   –   Guelte (Gülte)   –   Han, Peter   –   Haubor, Thomas   –   Heil, Clese   –   Helffrich, Henne   –   Ingelheimer Reich   –   Johannes Baptiste (Datumsangabe)   –   Kind (Kinder)   –   Korn (Getreide)   –   Mainz (Stadt)   –   Malter   –   Mantel, Henne (Hengin)   –   Maurer, Niclas (Niclaus)   –   Metzler, Karl (der)   –   Mittfasten   –   Montag   –   More, Heinrich   –   Myer, Jeckel   –   Noiße, Clese   –   Oker, Heintzgin   –   Pfingsten   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Recht (gleiches)   –   Romer (Name)   –   Schmied, Rudolf (der)   –   Schoßport, Jeckel   –   St. Stephan (Mainz)   –   Strohauwer, Hans   –   Tochter   –   Turnose   –   Unschuldseid   –   Winternheim (Ort)   –   Zorn, Hengin   –