Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 063v

23.02.1470  / Freitag nach Kathedra Petri

Transkription

er zu ʃchick(e)n habe her vmbe ʃo moge(n) ʃie ʃins here(n) halb(e)n kűnlichen
dryben vnd faren So f(er)re ʃie dűhen was yne gebůre her vmbe
ʃo wiße er / der anʃprach halb(e)n mit den wid(er) nit zu thűne hain / vnd
was er jn glaub(e)n dar zu thűne vnd mit recht beʃcheid(e)n worde wolt
er thűne // aber dwile ancze alʃ durch ʃin heibtlude yne wider bűtt zu
zűgen als recht iʃt So will joh(ann)es dar vmbe laß(e)n geʃcheen was recht
iʃt das hait ancze alʃuo(n) ʃins heibtma(n)s wegen verbott vnd gefragt
nach dem er off konde gezogen habe wan(n) er die brenge(n) ʃoll S(e)n(ten)ia
noch hude zu xiiij tagen darff er dan ʃyn(er) tage furte vnd heiʃt die
als recht iʃt So ʃall ma(n) yme die furt(er) ʃtillen noch zu czweyen xiiiij tage(n)
beheltlich de(r) widd(er)theile ʃin(er) jnʃage wa(n) die gehort wir(d) geʃchee furt(er) was recht ʃyhe
das haint ʃie von beidentheiln verbot

handt gelob Jtem joh(ann)es nýthart hait dem ʃcholteß(e)n gelobt ʃyne(n) gerichts tag zuü(er)-
de gethan hűden das hait ancze alʃuo(n) hans ʃnýders wegen verbot

Jtem ʃcholn Concze von ʃwabenheim hait zu geʃproch(e)n Cryʃtma(n) ʃnyd(er)n
wie daß er off ey(n) zijt ey(n) kűhe vmbe ýne beʃtande(n) hatte Do habe
kropgins joh(ann)es die kuhe beko(m)mert // alʃo ʃyhe criʃtma(n) mit ʃyner
hußfr(au) ober ko(m)men jn bij weʃen des heymberge(n) daß ʃie yme die
ʃcholn Concze kuwe halten ʃolle zu recht jn maß(e)n als ʃtűnde ʃie hinder gerichte
vnd do mit gerett den koʃten zu bezalen vnd der frauw(e)n ey(n) bade
Criʃtma(n) ʃnid(er) gelt zu ʃchencken das habe alʃo iiij woch(e)n geʃtand(e)n vnd daß er yme
alʃuo(n) ʃyn(er) frauw(e)n wegen nit vßrachtűnge dűt das ʃchadt yme
xx gld vnd obe er ney(n) dar zu ʃagen wolt / ʃo ziege er ʃich des off
den gerichts knecht der dan(n) die zijt ey(n) heymberge geweʃte(n) iʃt
Dar off ʃpricht Criʃtma(n) eß ʃyhe yme nit jndencken dan(n) was der
heymberg ʃage do bij woll erßs auch laß(e)n vnd begert mit recht wa(n)
Concze den hey(m)berge(n) brengen ʃolle S(e)n(ten)ia noch hude zu xiiij tagen
darff er dan(n) ʃyn(er) tage furt(er) vnd heiʃt die als recht iʃt So ʃall ma(n)
ýme die furt(er) ʃtillen noch zu czweien xiiij tage(n) das hant ʃie beide v(er)bot

Jtem bartolme(us) noiß ʃpricht hen(ne) wilderich habe off yne geheiʃch(e)n nű
wolle er ʃyne(n) lijp vor ʃin gűt ʃtillen vnd begert mit recht obe ʃin
lijp vor ʃin gut nit ledig ʃyhe dar off iʃt mit recht gewiʃt wolle er recht geb(e)n
gut geʃtalt vnd neme(n) nach anʃprach vnd antw(or)t als der ʃcheffen hie vor eyn
recht wiʃt ʃo iʃt eß ledig dar off hait er ja geantwort vnd das
verbot des iʃt yne tag geʃtalt an das nehʃte gerichte das haint
ʃie beide verbot

Jtem peder hane hait zu geʃproch(e)n bartolme(us) myer(er)n wie daß er yme
ey(n) gld uß ʃyn(er) handt geluh(e)n habe vnd jme den nit gebe ader erk(enne)
ped(er) hane das ʃchade yme x gld vnd heiʃt jme des ey(n) ja ader ney(n) obe er das
bartolme(us) myer gelt alʃo von ÿme entphangen habe ader nit // bartolme(us) hait ʃin
erk(annt) das hait peder verbot vnd gefragt wan(n) er yme den gld
geb(e)n ʃolle ʃ(e)n(ten)ia jn xiiij tage(n) das hait peder auch verbot

Übertragung

er etwas zu schicken habe. Deswegen könnten sie von seinem Herrn wegen treiben und fahren, wenn sie das tun, was ihnen gebühre. Deswegen wisse er wegen der Anklage nichts, was er zu tun habe. Und das, wovon er glaube, er habe es ihnen darzulegen und was ihm von Gericht bestimmt werde zu tun, das wolle er tun. Aber weil Antze durch seine Mandanten ihn erneut vor Gericht zieht, so will Johannes das geschehen lassen, was Recht ist. Das hat Antze für seine Mandanten festhalten lassen und gefragt, nachdem er sich auf Beweise berufen habe, wann er die beibringen solle. Urteil: Noch heute in 14 Tagen. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man ihm die noch zweimal 14 Tage geben, vorbehaltlich der Gegenpartei ihre Gegenrede. Wenn die gehört sei, geschehe weiter, was Recht ist. Das haben sie von beiden Seiten festhalten lassen.

Johannes Nythattert hat dem Schultheißen gelobt, seinen Gerichtstag zu halten. Das hat Antze für Hans Schneider festhalten lassen.

Contze Scholn von Schwabenheim hat Cristman Schneider angeklagt, dass er vor einiger Zeit eine Kuh von ihm hatte. Da habe Johannes Kropgis die Kuh gepfändet. Darauf sei Cristman mit seiner Ehefrau in Anwesenheit des Heimbürgen übereingekommen, dass sie ihm die Kuh halten sollten in der Form, als stünde sie bei Gericht und es wurde besprochen, die Kosten so zu bezahlen und der Frau ein Badgeld zu schenken. Es seien 4 Wochen ins Land gegangen und dass er ihn für seine Frau nicht bezahlt, das schade ihm 20 Gulden und wenn er Nein dazu sagen wolle, so berufe er sich deswegen auf den Gerichtsknecht, der zu der Zeit Heimbürge war. Darauf sagt Cristman: Er erinnere sich nicht, aber was der Heimbürge sage, dabei wolle er es belassen. Und er fragt das Gericht, wann Concze den Heimbürgen beibringen solle. Urteil: Heute in 14 Tagen. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man sie ihm noch zweimal 14 Tage geben. Das haben sie beide festhalten lassen.

Bartholomeus Noiße sagt, Henne Wilderich habe gegen ihn geklagt. Nun wolle er seinen Leib vor sein Gut stellen und fragt das Gericht, ob sein Gut dann nicht frei sei. Darauf urteilt das Gericht, wolle er Recht geben und nehmen mit Anklage und Antwort, wie es die Schöffen hier als Recht weisen, so ist es frei. Darauf hat er Ja geantwortet und das festhalten lassen. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag. Das haben sie beide festhalten lassen.

Peter Han hat Bartholomeus Myer angeklagt, dass er ihm einen Gulden aus seiner Hand geliehen habe und ihm den nicht zurückgebe oder das anerkenne. Das schade ihm 10 Gulden und er fordert von ihm ein Ja oder Nein, ob er das Geld von ihm erhalten habe oder nicht. Bartholomeus hat es anerkannt. Das hat Peter festhalten lassen und gefragt, wann er ihm den Gulden geben solle. Urteil: in 14 Tagen. Das hat Peter auch festhalten lassen.

Registereinträge

Badgeld   –   Duppengießer, Antze   –   Eidesleistung   –   Frau (Frau)   –   Gerichtsknechte   –   Han, Peter   –   Hand (Hände)   –   Hausfrau   –   Heimbürge   –   Kropgis, Johannes   –   Kuh (Kühe)   –   Leib vor Gut stellen   –   Leihe (leihen)   –   Myer, Bartholomäus   –   Noiße, Bartholomäus   –   Nyttert, Johannes   –   Schneider, Cristman   –   Schneider, Hans   –   Scholn, Contze   –   Schwabenheim (Dorf)   –   sententia   –   Wilderich, Henne   –   Woche   –