Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 059v

22.01.1470  / Montag nach Sebastianus

Transkription

Actu(m) off montag vor nach Sebeʃtiani

Jtem hen(ne) gontru(m) alʃuo(n) der kýrchen wegen hait off geholt off
herma(n) ʃtock vnderphande der kirch(e)n bijß here gelege(n)
offgeholt haint vor iiij lb gelts nach lude eynßs gericht briffs dar ober ʃage(n)
ecc(les)ia vnd hait das verbot vnd der ʃcholtes hait yme banne vnd freden
dar ober gethan das hait hen(ne) alʃuo(n) der kyrche(n) wege(n) auch v(er)bot

erk(ant) Jtem cleßgin kremer erk(ennt) her johan ʃchornßhey(m) ey(n) lb zu geb(e)n
in xiiij tagen ʃi no(n) p erf(olgt)

Jtem her iohan ʃchornßheim hait zu geʃproch(e)n henne breitfűßen
wie daß er yme ʃchuldig ʃyhe xviij ß verßeßner gulte(n) daß er
ýme die nit gebe ader erkenne das ʃchade yme alʃuil dar zu
h(er) ioha(n) ʃ dar off hait yme henne iiij ß erkant(en) dwile er ey(n) amptma(n)
hen(ne) breit- ʃyhe geweʃt  der wolle er yme auch gehorʃa(m) ʃin zu geb(e)n vnd wes er
fuͦß yne wider anlange des ʃyhe er vnʃchuldig her johan hait ver-
bot daß yme henne iiij ß erk(annt) vnd begert wan(n) er yme die
geb(e)n ʃolle S(e)n(tent)ia jn xiiij tage(n) das hait h(er) iohan auch verbot
ʃo iʃt die vnʃcholt geʃtalt xiiij tage das haint ʃie beide verbot

Jtem her iohan ʃchornßhey(m) hait zu geʃproch(e)n henne raben wie
daß er ýme ʃchuldig ʃyhe ey(n) gld verʃeßner gulte daß er
her Johan ýme den nit gebe ader erkenne das ʃchade ýme ey(n) gld vnd
ʃchornßhei(m) heiʃt ýme des ey(n) ja ader ney(n) dar off ʃpricht henne er habe
ýme nýe keyne gulte geb(e)n vnd hofft er ʃolle vor ʃyne(n) vnder-
hen(ne) rab(e)n phanden nach gehen vnd die gulte mit recht erwynne(n) Ee er
yme antworten ʃolle vnd ʃtilt das zu recht / her johan ʃpricht
er ʃyhe yeczűnt keýne amptma(n) dan(n) er habe henne(n) zu geʃproche(n)
vm(m)b ey(n) gld verʃeßner gulte(n) vnd ýme dar vmbe ey(n) ja ader ney(n)
geheiʃch(e)n vnd hofft er ʃols ýme auch thűne vnd ʃtylt das auch
zu recht das iʃt gelengt xiiij tage ʃic hodie das haint ʃie beide
verbot

1 h Jtem nýckeln henne alʃuo(n) momp(ar)ʃchafft wegen der kyrch(e)n dut 1 h
vor ij phűnt oley off die jonffr(auen) zu engelntale et ʃup(ra) pingn(or)a

1 h Jdem dut 1 h vor ey(n) lb oley off philips duchʃcherern et ʃup(ra) pi(n)g(nora)

1 h Jdem dut 1 h vor ey(n) lb oley off ʃnýders greden et ʃup(ra) ping(nora)

Jtem cleßgin becker hait zu geʃproch(e)n Cleʃe rußen wie daß er
yme vnd heynrich beýern ey(n) ʃwýne verkauffte(n) habe vor iij gld
vnd ix alb do ʃyhe gerett word(e)n / obe yre eyner ʃin theile wole
cleßgin beck(er) bezelte / ʃo ʃolt er doch vor das and(er) theile verhafft ʃyne / nű
habe cleʃe ʃin theile bezalt vnd helff yme nit daß das and(er)
cleʃe ruße theile auch bezalt werde ad(er) thű yme auch nit burge(n) recht das

Übertragung

Montag 22. Januar 1470

Henne Gontrum hat für die Kirche von Herman Stock die Pfänder eingezogen, die für 4 Pfund Geld gesetzt waren gemäß der Gerichtsurkunde. Und er hat das festhalten lassen und der Schultheiß hat ihm Bann und Frieden darüber gemacht. Das hat Henne auch für die Kirche festhalten lassen.

Clesgin Kremer erkennt an, Herrn Johan Schornsheim ein Pfund zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht, erfolgt die Pfändung.

Herr Johan Schornsheim hat Henne Breitfuß angeklagt, dass er ihm 18 Schilling angelaufene Gülte schuldig sei. Dass er ihm die nicht gebe oder diese anerkenne, das schade ihm ebenso viel dazu. Darauf hat Henne 4 Schilling anerkannt, als er ein Amtmann gewesen sei. Deswegen wolle er ihm auch gehorsam sein. Und wessen er ihn darüber hinaus belange, dessen sei er unschuldig. Herr Johan hat festhalten lassen, dass Henne 4 Schilling anerkenne und gefragt, wann er ihm die geben solle. Urteil: in 14 Tagen. Das hat Herr Johan auch festhalten lassen. Die Unschuld gilt für 14 Tage. Das haben sie beide festhalten lassen.

Herr Johan Schornsheim hat Henne Rabe angeklagt, dass er ihm einen Gulden angelaufene Gülte schuldig sei. Dass er ihm die nicht gebe oder diese anerkenne, das schade ihm einen Gulden und er fordert von ihm ein Ja oder Nein. Darauf sagt Henne: Er habe ihm irgend eine Gülte gegeben und er hofft, er solle seinen Pfändern nachgehen und die Gülte vor Gericht gewinnen, bevor er ihm antworten solle. Das legt er dem Gericht vor. Herr Johan sagt: Er sei jetzt kein Amtmann. Doch habe er Henne angeklagt wegen einem Gulden angelaufener Gülte und von ihm deswegen ein Ja oder Nein gefordert. Und er hofft, er solle es ihm auch leisten und legt das dem Gericht vor. Das ist verschoben worden um 14 Tage. Das haben sie beide festhalten lassen.

Henne Nickel als Vertreter der Kirche erhebt seine 1. Klage wegen 2 Pfund Öl von den Nonnen zu Engeltal auf die Pfänder.

Derselbe erhebt seine 1. Klage wegen einem Pfund Öl gegen Philipp Duchscherer auf die Pfänder.

Derselbe erhebt seine 1. Klage wegen einem Pfund Öl gegen Grede Schneider auf die Pfänder.

Clesgin Becker hat Clese Ruße angeklagt, dass er ihm und Heinrich Beyer ein Schwein verkauft habe für 3 Gulden und 9 Albus. Dabei sei beredet worden, wenn einer seinen Anteil bezahle, so soll er doch für das andere Teil haften. Nun habe Clese seine Teile bezahlt und helfe ihm nicht, dass der andere Teil auch bezahlt werde und leiste ihm auch nicht Bürgenrecht. Das

Registereinträge

Amtmann (Offiziat)   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Becker, Clesgin   –   Beyer, Heinrich   –   Breitfuß, Henne   –   Buergenrecht (Bürgenrecht)   –   Duchscherer, Philip   –   Engelthal (Kloster)   –   gehorsam (Gehorsamkeit)   –   Gerichtsbrief   –   Gontrum, Henne   –   Guelte (Gülte)   –   Jungfrau (Geweihte Jungfrau)   –   Kremer, Clese (Clesgin)   –   Montag   –   Nickel, Henne   –   Oel (Öl)   –   Rabe, Henne   –   Recht (gleiches)   –   Ruße, Clese   –   Sau (Schwein)   –   Schneider, Grede   –   Schornsheim, Johan   –   Sebastianus (Heiligentag)   –   sententia   –   Stock, Herman   –   Unschuld (unschuldig)   –