Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 049

04.10.1469  / Mittwoch nach Michaelis

Transkription

Jtem ancze duppengieß(er) hait erk(annt) die heren von erbach erlaß(e)n
des recht(en) erlaß(e)n ʃolichs rechten ʃie yme als uo(n) wienerhen wegen dragen
erbach ʃolden der drýßijg ß gelts halber daß hait her johan(n) der
reýdmeyʃter zűm ʃande als uo(n) ʃyner here(n) wegen verbot

actu(m) off frýtag ʃant michels tage

2 h Jtem hen(ne) erke hait gethan 2 h off claʃema(n) ut p(ri)ma

actu(m) off mytwoch nach ʃant michels tage

erf(olgt) Jtem pauwels becker erf(olgt) thomas pedern offs bůch

erk(annt) Jtem wiener hen(ne) erk(ennt) heinrich beyern viij alb off rechnű(n)ge zu
geb(e)n jn xiiij tagen ʃi no(n) p erf(olgt)

erk(annt) Jtem ʃmets cleʃe hait erk(annt) zorns hengin ey(n) gld zu geb(e)n jn
eyne(m) maende ʃi no(n) p erf(olgt)

erf(olgt) Jtem zorns hengin erf(olgt) cleßgin kremern offs bůch

erf(olgt) Jtem Emerich von engelʃtadt vnʃ(er) ʃcholtes vnd myt ʃcheffen
erf(olgt) cleßgin kremern offs bűch

erk(annt) Jtem Cleʃe noiße hait erk(annt) jekel ʃchoßporten iij lb vnd ey(n) thorneʃ
an der bedde abe zu thűne jn xiiij tagen ʃi no(n) p erf(olgt) vor x gld
daß hait ʃchoßport verbot

erf(olgt) Jtem henne fegeʃack erf(olgt) hen(ne) haubor offs bůch

Jtem cleßgin kremer hait mit ortel begert wie kýrchen ader klűʃen
ýr vnderphande dauo(n) ma(n) ýne dan(n) golte gybt / die ʃyne vnd ander-
/ C/ kremer lude altern geʃaczt hab(e)n // off holen ʃollen // obe ʃie die off holen ʃollen w(er)
no(ta) gelengt frýhe gulte ader heyʃch(e)n gűlte Dar off ʃpricht gontrűm als uo(n) der
kyrch(e)n wegen bedűncke cleßgin / daß ʃie yme anderß gethan hab(e)n
dan recht iʃt So moge er yne dar vm(m)b zu ʃprech(e)n daß iʃt gelengt
xiiij tage ʃic hodie das hait cleßgin verbot

Jtem gontru(m) ʃpricht alʃuo(n) der kyrche(n) wegen er habe cleßgin kremern
ey(n) ortel an gewonne(n) nach lude des bűchs vnd begert mit recht obe
ecc(les)iia da(m)pnu(m) er ýme nit ʃolich(e)n ʃchad(e)n widder geb(e)n ʃolle ʃ(e)n(tent)ia ja daß hait gontru(m)
redde(re) verbot vnd gefragt wan(n) er das thűne ʃolle ʃ(e)n(tent)ia noch daling daʃ
hait gontru(m) auch verbot

erf(olgt) Jtem drecks hen(ne) der jonge erf(olgt) cleßgin ʃacken vor iiij gld

Übertragung

Antze Duppengießer hat anerkannt, den Herren von Eberbach den Eid zu erlassen, den sie ihm wegen Henne Wiener leisten sollten wegen der 30 Schilling Geld. Das hat Johann, der Rittmeister zum Sande, für seine Herren festhalten lassen.

Freitag 29. September 1469

Henne Ercker hat seine 2. Klage erhoben gegen Claseman.

Mittwoch 4. Oktober 1469

Paul Becker hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Peter Thomas.

Henne Wiener erkennt an, Heinrich Beyer 8 Albus gegen Rechnung zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht, erfolgt die Pfändung.

Clese Schmied hat anerkannt, Hengin Zorn einen Gulden zahlen zu müssen binnen eines Monats. Wenn nicht, erfolgt die Pfändung.

Hengin Zorn hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Clesgin Kremer.

Emerich von Engelstadt, unser Schultheiß und Mitschöffe, hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Clesgin Kremer.

Clese Noiße hat anerkannt, Jeckel Schoßport 3 Pfund und einen Turnosen an der Bede abzuleisten binnen 14 Tagen. Wenn nicht, erfolgt die Pfändung für 10 Gulden. Das hat Schoßport festhalten lassen.

Henne Fegesack hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Henne Haubor.

Clesgin Kremer hat ein Gerichtsurteil gefordert, wie Kirchen oder Klöster die Pfänder, von denen man die Gülte gibt, die man selbst und anderer Verwandte gesetzt haben, einziehen sollen. Wenn sie die einziehen sollen, wären es dann freie Gülten oder geforderte Gülten? Darauf sagt Gontrum für die Kirche: Scheine es Clesgin, dass sie ihm gegenüber anders gehandelt haben, als Recht ist, so könne er sie deswegen anklagen. Das ist verschoben worden um 14 Tage. Das hat Cleßsgin festhalten lassen.

Gontrum sagt für die Kirche: Er habe gegen Clesgin Kremer ein Urteil gewonnen gemäß dem Gerichtsbuch und er fragt das Gericht, ob er ihm nicht die Gerichtskosten geben solle. Urteil: Ja. Das hat Gontrum festhalten lassen und gefragt, wann er das tun solle. Urteil: noch heute. Das hat Gontrum auch festhalten lassen.

Henne Dreck der junge verklagt Clesgin Sack auf 4 Gulden.

Registereinträge

Becker, Paul   –   Bede   –   Beyer, Heinrich   –   Claseman (Clasman)   –   Dreck, Henne   –   Duppengießer, Antze   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Eidesleistung   –   Engelstadt, Emerich von   –   Ercker, Henne   –   Fegesack, Henne   –   Freitag   –   Guelte (Gülte)   –   Gunthrum, N. N.   –   Haubor, Henne   –   Johan (Reitmeister)   –   Kirche (unbestimmt)   –   Kloster (Ingelheim)   –   Kremer, Clese (Clesgin)   –   Michael (Michaelis)   –   Mittwoch   –   Noiße, Clese   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Recht (gleiches)   –   Sack, Clesgin   –   Schmied, Clese   –   Schoßport, Jeckel   –   sententia   –   Thomas, Peter   –   Turnose   –   Wiener, Henne   –   Zorn, Hengin   –