Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 043v

26.05.1469  / Freitag nach Pfingsten

Transkription

Jtem jekel ʃchoßport als von mo(m)p(ar)ʃchafft wege(n) des probʃtes
ym(m) sale hait off geholt vor fryhe golte off hey(n)rich beyern
offgeholt ey(n) halb(e)n morge(n) ack(er)s jn der lange gaßen der dan(n) den h(er)n
anlenʃes jm(m) sale gelegen vhait vor iij ß geldes vnd hait die offho-
lűnge verbot vnd der ʃcholtes hait yme ban(ne) vnd frede(n) dar
ober gethan

Jtem hen(ne) von eltuil ʃpricht als von mo(m)p(ar)ʃchafft wege(n) d(er) here(n)
zu huʃen er habe enderß barte(n) erfolgt vnd ergange(n) vnd
auch p b / nű wiße er des ʃyne(n) nit vnd begert mit recht wie
ober nacht er yme furt(er) thune ʃolle daß yme recht geʃchee vnd nyma(n)t
halden vnrecht ʃ(e)n(tent)ia er ʃal dem ʃcholteß(e)n eyne(n) hey(m)berge(n) heiʃch(e)n vnd
ʃal yne jme heißen mit dem gheren geb(e)n vnd ʃal jne ober nacht
behald(e)n vnd dan(n) widd(er) an gericht brenge(n) was dan(n) furt(er) recht
ʃyhe das geʃchee daß hait hen(ne) als uo(n) ʃyn(er) here(n) wege(n) verbot

erf(olgt) Jtem karlen meczler erf(olgt) hey(n)rich beyern vor xviij thornes

actu(m) off frýtag nach dem Sontage exaudi

2h 2h Jtem thomas haubor als von mo(m)p(ar)ʃchafft wege(n) der heren von
erbach dut 2 h off erkes hengin vnd ʃchopphen(ne) ut p(ri)ma

actu(m) off frýtag nach dem pinxʃtage

Jtem hen(ne) becker hait erk(annt) ʃolich czwey hondert gld jme die ge
meyne zu wack(er)nhey(m) ʃchuldig iʃt geweʃt dan(n) von / ʃie jme geben
erk(annt) hant jars x gld daß der ʃelb(e)n ʃom(m)e hondert gld bezalt iʃt
wack(er)nhey(m) daß hant jorge // ʃiegels heincze / vnd hen(ne) aym berge alʃuon der
gemeyne(n) wegen zu wack(er)nhey(m) verbot

Jtem heyncze wolff alʃuon momp(ar)ʃchafft wege(n) ʃins here(n) h(er)n hey(n)rich
wolffs ʃpricht enderß barte gebe jars ʃyne(n) here(n) iij lb geldes von
eyne(m) huʃe vnd auch and(er)n vnd(er)phande(n) / nu habe er jme ʃins zynßs
widd(er) ge(n)nome(n) nit geb(e)n vnd ʃtehe daß hűʃch vnd vnd(er)phande auch noch zu ʃyns
here(n) hande(n) vnd begert mit recht / obe er nit vo(n) ʃins here(n) wege(n)
das huʃche vnd vnderphande moge zu yme neme(n) ʃ(e)n(tent)ia ja ʃi ita eʃt
ʃi no(n) / geʃchee was recht ʃyhe das hait heyncze verbot als von
ʃyns heren wegen

erf(olgt) Jtem hengin ʃnyder erf(olgt) herma(n) von brechen offs bűch

Übertragung

Jeckel Schoßport als Vertreter des Propstes im Saal hat für die freie Gülte, welche Heinrich Beyer zu leisten hatte, einen halben Morgen Acker in der Langen Gasse eingezogen, der zuvor den Herren im Saal 3 Schilling Geld leistete. Und er hat die Einziehung festhalten lassen und der Schultheiß hat ihm Bann und Frieden darüber gemacht.

Henne von Eltville sagt als Vertreter der Herren zu Hausen: Er habe gegen Enders Bart geklagt und gewonnen und Pfändung gefordert. Nun wisse er nicht, was dieser habe und fragt das Gericht, was er weiter tun solle, damit ihm Recht geschehe und niemandem Unrecht. Urteil: Er soll vom Schultheißen einen Heimbürgen fordern und soll von ihm fordern, ihn am Rockschoß zu nehmen. Und der soll ihn über Nacht verwahren und dann erneut an das Gericht bringen. Was dann Recht ist, das geschehe. Das hat Henne für seine Herren festhalten lassen.

Karl Metzler verklagt Heinrich Beyer wegen 18 Turnosen.

Freitag 19. Mai 1469

Thomas Haubor als Vertreter der Herren von Eberbach erhebt seine 2. Klage gegen Hengin Ercker und Henne Schopp.

Freitag 26. Mai 1469

Henne Becker hat anerkannt, dass von den 200 Gulden, die die Gemeinde Wackernheim ihm schuldig war, diese ihm jährlich 10 Gulden gegeben habe, so dass 100 Gulden bezahlt sind. Das haben Jorge, Heintze Siegel und Henne am Berge für die Gemeinde Wackernheim festhalten lassen.

Heintze Wolff als Vertreter seines Herrn Herrn Heinrich Wolff klagt Enders Bart an, er gebe seinem Herrn jährlich 3 Pfund Geld für ein Haus, gesichert auch auf andere Pfänder. Nun habe er ihm seinen Zins nicht gegeben und das Haus und die Pfänder sind noch in seines Herrn Besitz. Nun fragt er das Gericht, ob er nicht für seinen Herrn das Haus und die Pfänder an sich nehmen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist, wenn nicht, geschehe es, wie es Recht ist. Das hat Heintze festhalten lassen für seinen Herrn.
Hengin Schneider hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Herman von Brechen.

Registereinträge

Acker (Feld)   –   Anlenß (Aulenß/Name)   –   Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Bart, Enders (Endres)   –   Becker, Henne   –   Berge, Henne (Hengin/Henchin) am   –   Beyer, Heinrich   –   Brechen, Herman von   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Eltville, Henne von   –   Ercker, Hengin (Henchin)   –   Exaudi   –   Freitag   –   geren   –   Guelte (Gülte)   –   Haubor, Thomas   –   Haus (Gebäude)   –   Heimbürge   –   Ingelheimerhausen (Kloster)   –   Jorge (Name)   –   Lange Gasse   –   Metzler, Karl (der)   –   Morgen (Maß)   –   Nacht halten, über   –   Pfingsten   –   Propst im Saal   –   Schneider, Hengin   –   Schopp, Henne   –   Schoßport, Jeckel   –   sententia   –   Siegel, Heinz   –   Turnose   –   Wackernheim (Ort)   –   Wolff, Heintz   –   Wolff von Sponheim, Heinrich   –   Zins (Abgabe)   –