Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 031v

16.01.1469  / Montag nach dem 18. Tag

Transkription

2 h Jtem cleßgin der hey(m)berge dut 2 h off ʃacks neßgin ut p(ri)ma

erk(annt) Jtem wyprecht bender hait erk(annt) petern de(m) ʃchryber gutlich
uß zu riechte(n) daß hait peter verbot vnd gefragt wan er
daß thune ʃolle s(e)n(tent)ia jn xiiij tage(n) das hait peter auch verbot

actu(m) off montag nach de(m) achzeheʃten tage

erk(annt) Jtem ʃchillings cleʃe hait erk(annt) jekel ʃchoßporten xiij ß hlr heyʃch(e)n
golte vnd ʃalle jme die verlegen zuʃch(e)n hie vnd oʃtern daß
hait ʃchoßport verbot

Jtem henne becker hait zu geʃproch(e)n wertenhengin / wie daß ir
beyder ʃweger jne verʃacz gebetten habe burge zu ʃyne geyn
joncker dieterich hűden deß backhuß halb(e)n zu heyʃeßhey(m) vnd
en(ne) beck(er) yme do mit zu geʃagt jne von allem ʃchad(e)n zu thűne des doch
w(er)tenhengi(n) noch zur zijt nit geʃcheen iʃt / dar vm(m)b er auch die frauwe mit
recht beʃtand(e)n habe zu ʃuch(e)n do habe ʃie geleide gehabt off die
zijt daß er zu ʃyne(n) rechte(n) nit kom(m)en konde / nach dem ʃich
hengin nu ʃolichs guts gebruchte(n) hait vnd noch hutbetage brucht
vnd jne nit von ʃchad(e)n dűt daß ʃchadt jme xx gld vnd heiʃt
jme deß ey(n) ja ader ney(n) obe ʃin ʃweger frauwe jme geretten
habe jne ʃchadenloiß zu hald(e)n ader nit dar off ʃpricht hengin
er habe ʃin ʃweger bij jme gehabt vnd ʃyhe mit wiß(e)n vnd
willen ir kinder mit ir ober ko(m)men daß ʃie jme habe off geb(e)n vor ge-
riechte / alles daß ʃie habe erʃucht vnd vnerʃuchte vnd zugt
ʃich des auch offs bűch vnd hofft er ʃyhe jme nuʃt ʃchuldig
vnd ʃtylt das zu recht // henne hait verbot die ʃage hengin
getan hait vnd hofft hengin ʃolle jne vo(n) ʃchad(e)n thűne vnd
ʃtylt das auch zu recht s(e)n(tent)ia dwile hengin offs buch zugt ʃo
ʃal erß brenge(n) wa(n) das gehort wirt So geʃchee furt(er) was recht
ʃyhe das hait hengin verbot vnd gefragt wan(n) er das bűch
brenge(n) ʃolle s(e)n(tent)ia jn xiiij tage(n) darf er dan(n) ʃyner tage furte
vnd heiʃt die als recht iʃt So[a] ʃol ma(n) jme die ʃtillen noch zu
czweyen xiiij tage(n) daß hant ʃie beide verbot

3h 3h 3h Jtem her johan beýnling dut ʃin 3 h off peter czwilling rabens
hen(ne) / vnd hen(ne) manteln ut p(ri)ma

Jtem bartolme(us) noiß als vo(n) mo(m)p(ar)ʃchafft wege(n) dieterich hűts hait
zu geʃproch(e)n hen beckern vnd wertenhengin wie daß ʃie

[a] Das Wort ist aus »ex« [?] verbessert.

Übertragung

Clesgin, der Heimbürge erhebt seine 2. Klage gegen Nesgin Sack.

Wiprecht Bender hat anerkannt, Peter dem Schreiber gütlich auszurichten. Das hat Peter festhalten lassen und gefragt, wann er das tun solle. Urteil: In 14 Tagen. Das hat Peter auch festhalten lassen.

Montag 16. Januar 1469

Clese Schilling hat anerkannt, Jeckel Schoßport 12 Schilling Heller geforderter Gülte zu zahlen und er soll sie ihm sichern bis Ostern. Das hat Schoßport festhalten lassen.

Henne Becker hat Hengin Wirt angeklagt, dass ihrer beider Schwiegermutter ihn gebeten habe, Bürge zu seinen gegenüber Junker Dieterich Hut wegen des Backhauses zu Heidesheim und ihm dabei zugesagt habe, ihn schadlos zu halten, was doch bisher nicht geschehen ist. Deswegen hat er auch die Frau vor Gericht gezogen. Da hatte sie Geleit zu der Zeit, so dass er nicht zu seinem Recht kommen konnte. Nachdem Hengin nun das Gut nutzte und noch heute nutzt und ihn nicht schadlos hält, das schade ihm 20 Gulden und er fordert von ihm ein Ja oder Nein, ob seine Schwiegermutter versprochen habe, ihn schadlos zu halten oder nicht. Darauf sagt Hengin: Seine Schwiegermutter sei bei ihm gewesen und sie seien mit Wissen und Willen ihrer Kinder mit ihr übereingekommen, dass sie ihm vor Gericht alles aufgegeben habe, was sie habe, beklagt und nicht beklagt. Deswegen beruft er sich auf das Gerichtsbuch und hofft, er sei ihm nichts schuldig. Das legt er dem Gericht vor. Henne hat die Aussage, die Hengin gemacht hat, festhalten lassen und hofft, Hengin solle ihn schadlos halten und legt das auch dem Gericht vor. Urteil: Weil sich Hengin auf das Buch beruft, so soll er es beibringen. Wenn das gehört werde, dann geschehe weiter, was Recht ist. Das hat Hengin festhalten lassen und gefragt, wann er das Buch beibringen solle. Urteil: In 14 Tagen. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man ihm noch zweimal 14 Tage geben. Das haben sie beide festhalten lassen.

Herr Johan Beinling erhebt seine 3. Klage gegen Peter Zwilling, Henne Rabe und Henne Mantel.

Bartholomeus Noiße als Vertreter von Dietrich Hut hat Henne Becker und Hengin Wirt angeklagt, dass sie

Registereinträge

Achtzehnte Tag   –   Backhaus (Heidesheim)   –   Becker, Henne   –   Beinling, Johan   –   Bender, Wiprecht   –   Buerge (Bürge, Bürgschaft)   –   Clesgin (Name)   –   Frau (Frau)   –   Geleit   –   Gerichtsschreiber (Reichsgericht)   –   Guelte (Gülte)   –   Guetlichkeit (Gütlichkeit)   –   Heidesheim (Ort)   –   Heimbürge   –   Hut, Dietrich   –   Kind (Kinder)   –   Mantel, Henne (Hengin)   –   Montag   –   Noiße, Bartholomäus   –   Olm, Peter von   –   Ostern   –   Rabe, Henne   –   Schadloshaltung   –   Schilling, Clese   –   Schoßport, Jeckel   –   Schwiegermutter   –   sententia   –   Wirt, Hengin   –   Zwilling, Peter   –