Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 031

13.01.1469  / Freitag nach dem 18. Tag

Transkription

joh(ann)es Jdem hait zu geʃproch(e)n concze ʃnyt den wint wie daß er yme
ʃnid de(r) wint ʃchuldig ʃyhe ex p(ar)te herma(n) ʃtocke / xiij ß zinßs vo(n) fernet vnd
huwer dar off hait jme ʃnyt den wint erk(annt) vɉ ß vnd wes
er jne wider anlange des ʃyhe er vnʃchuldig die vnʃcholt
iʃt geʃtalt xiiij tage das hant ʃie v(er)bot

erk(annt) Jtem rabens cleʃe erk(ennt) joh(ann)es ex p(ar)te ut p(ri)ma xij ß jn xiiij tage(n) ʃi no(n) p erf(olgt)

p b Jtem hen(ne) gontru(m) erk(ennt) joh(ann)es ut p(ri)us erf(olgt) hait p b an w(er)nh(er) ʃnyd(er)n

erk(annt) Jtem adam dramerßhey(m) erk(ennt) heyncze hiczpheffern / x ß mi(n)(us) iij hlr
jn xiiij tage(n) ʃi no(n) p erf(olgt)

Jtem mantelhen(ne) ʃpricht er habe hen(ne) heberern jars ey(n) felt ge
luh(e)n vm(m)b ey(n) thornes nu habe er yme ʃins zynßs nit geb(e)n
offgeholt vnd ʃtehe das felt auch noch zu yren ʃyne(n) hande(n) vnd beg(er)t myt
ma(n)telhen(ne) recht obe er yß nit moge widd(er) neme(n) s(e)n(tent)ia ja ʃi ita eʃt ʃi
no(n) ʃo geʃchee was recht ʃyhe das hait mantelhen v(er)bot

p b Jtem hengin zorne hait p b an francke(n) cleßgin

Jtem hen(ne) vo(n) eltuil hait ʃich verdingt heyncz hiczpeffern
ma(n)telhen(ne) vnd concze beckern / zu den heilge(n) zu geleide(n)
fecer(i)t iuʃti vnd hait ʃin vnd(er)tinge v(er)bot als recht iʃt vnd hait das bűch
ciam laß(e)n offen zuʃch(e)n heynrich beyern vnd wertenhengin vnd
hait das verbot als vo(n) der dryher wegen vnd ʃie hant auch
das recht getan vnd hant das verbot

1 h Jtem joh(ann)es als vo(n) mo(m)p(ar)ʃchafft weg(e)n herma(n) ʃtocke dut 1 h vor
iɉ gld geldes off hey(n)rich beyer et ʃup(ra) pingn(or)a

erf(olgt) Jtem thomas haubor erf(olgt) henne(n) haubor vor ey(n) gld

erf(olgt) Jtem hengin roller erf(olgt) cleßgin ʃack vor x gld

Jtem henne Emyʃer vo(n) frydburg hait mo(m)p(ar) gemacht henne(n)
mo(m)p(ar) von eltuil jme ʃin ʃcholt vnd golte jm(m) riche jn zu gewynne(n)
bijß off ʃin widder rűffen

actu(m) off frytag de(n) achzeʃte(n) tage

mo(m)p(ar) widd(er)rűffe(n) Jtem her hans ʃchillinger ey(n) comtor zu(m) heilge(n) grabe zu mencze hait
widd(er) rűffen ancze(n) duppengyeßer der da(n) ʃin mo(m)p(ar) iʃt geweʃten
mo(m)p(ar) gemacht vnd hait mo(m)p(ar) gemacht henne bocken jme ʃin ʃcholt vnd golte jm(m)
riche jn zu gewynne(n) bijß off ʃin widder ruffen

Übertragung

Derselbe Contze hat Snit den Wint angeklagt, dass er als Anteil gegenüber Herman Stock ihm 13 Schilling Zins zukünftig und heute schuldig sei. Darauf hin hat Snit den Wint 5 ½ Schilling anerkannt und wessen er ihn weiter belange, dessen sei er unschuldig. Die Unschuld ist festgesetzt für 14 Tage. Das haben sie festhalten lassen.

Clese Rabe erkennt gegenüber Johannes an, anteilig 12 Schilling zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Gontrum hat Pfändung gefordert gegen Wernher Snider.

Adam Dromersheim erkennt an, Heintze Hytzpeffer 10 Schilling weniger 3 Heller zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Mantel sagt, er habe Henne Heberer vor einem Jahr ein Feld geliehen für einen Turnosen. Nun habe er seinen Zins nicht gegeben und das Feld ist noch in seinem Besitz. Er fragt das Gericht, ob er das Feld nicht wieder an sich nehmen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist. Ist es nicht so, so geschehe, was Recht ist. Das hat Henne Mantel festhalten lassen.

Hengin Zorn hat Pfändung gefordert gegenüber Clesgin Frank.

Henne von Eltville hat sich verpflichtet, Heintze Hytzpeffer, Henne Mantel und Contze Becker zu den Heiligen zu geleiten und hat seine Verpflichtung festhalten lassen, wie es Recht ist. Und er hat das Buch zwischen Heinrich Beyer und Hengin Wirt öffnen lassen und das festhalten lassen für die drei und sie haben auch gemäß dem Recht gehandelt und das festhalten lassen.

Johannes als Vertreter von Herman Stock erhebt seine 1. Klage wegen 1 ½ Gulden Geld gegen Heinrich Beyer auf die Pfänder.

Thomas Haubor verklagt Henne Haubor wegen einem Gulden.

Hengin Roller verklagt Clesgin Sack wegen 10 Gulden.

Henne Emyser von Friedberg hat Henne von Eltville zu seinem Vertreter gemacht, ihm Schulden und Gülte im Reichsgericht einzuziehen bis auf Widerruf.

Freitag 13. Januar 1469

Herr Hans Schillinger, Komtur zum Heiligen Grab zu Mainz hat Antze Duppengießer als seinen Vertreter widerrufen und hat Henne Bock zu seinem Vertreter gemacht, ihm Schulden und Gülten im Reich einzuziehen bis auf Widerruf.

Registereinträge

Achtzehnte Tag   –   Back, Henne   –   Becker, Contze   –   Beyer, Heinrich   –   Contze (Name)   –   Dromersheim, Adam (von)   –   Duppengießer, Antze   –   Eltville, Henne von   –   Emyser, Henne   –   Feld (Acker)   –   Frank, Clesgin   –   Freitag   –   Friedberg (Ort)   –   Gontrum, Henne   –   Guelte (Gülte)   –   Haubor, Henne   –   Haubor, Thomas   –   Heberer, Henne   –   Heilig-Grab-Kapelle (Mainz)   –   Heilige   –   Hytzpeffer, Heintze   –   Johannes (Name)   –   Komtur   –   Leihe (leihen)   –   Mainz (Stadt)   –   Mantel, Henne (Hengin)   –   Rabe, Clese (Clesgin)   –   Reichsgericht (Ingelheim)   –   Roller, Hengin   –   Sack, Clesgin   –   Schillinger, Hans   –   Schneider, Werner   –   sententia   –   Snit den Wint, Contze   –   Stock, Herman   –   Unschuld (unschuldig)   –   Wirt, Hengin   –   Zins (Abgabe)   –   Zorn, Hengin   –