Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 030

04.01.1469  / Mittwoch nach dem Jahrestag

Transkription

hey(n)r(ich) beyer Jtem heynrich beyer hait zu geʃproch(e)n heyncz hiczpheffern wie
daß er jme ʃchuldig ʃyhe ij gld vnd gebe yme der nit
hiczpeffer das ʃchade yme als vijl dar zu vnd heiʃt jme des ey(n) ja ad(er) ney(n)
heyncz ʃpricht er ʃyhe yme nűʃt ʃchuldig die vnʃcholt iʃt geʃtalt
xiiij tage daß hait hey(n)rich verbot

Jtem hey(n)rich beyer hait heyncze furt(er) zu geʃproch(e)n wie daß hey(n)cz
zu jme ko(m)men ʃyhe vnd jme geʃagt er habe drytteil fallen
hey(n)r(ich) off eyne(n) wingart den habe arnolts henne jnne vnd jne do mit
gebette(n) jme ʃolich deile abe zu keyffen // habe er alʃo gethan mit
heyncz name(n) vor vi gld vnd ey(n) ort / do nű die zijt kome(n) iʃt do habe
er ʃolichs deils wolle(n) warten / do hait arnolts henne geʃagt Er
gebe fierdeyle vnd nit drýtteil daß heyncze yme nu ʃolich(e)n
kauff nit hylt jn maß(e)n er yme den zu geʃagte(n) hait das ʃchadt
yme xl gld vnd obe er ney(n) dar zu ʃagen wolt / ʃo ziege
er ʃich des off eyne(n) winkauff die do bij geweʃten ʃind hey(n)cze
wolle eß auch bij dem winkauff laß(e)n daß hait hey(n)rich verbot
vnd gefragt wan(n) er den brenge(n) ʃolle s(e)n(tent)ia jn xiiij tage(n) darff
er dan(n) ʃyner tage furte vnd heiʃt die als recht iʃt ʃo ʃol ma(n)
yme die ʃtillen noch zu czweyen xiiij tage(n) daß hait hey(n)rich
auch verbot

erk(annt) Jtem heynrich beyer erk(ennt) Joh(ann)es des ʃchrybers ʃone als vo(n) mo(m)p(ar)ʃchafft
wege(n) herma(n) ʃtock / ij gld zu geb(e)n jn xiiij tage(n) ʃi no(n) p erf(olgt)

Jtem henne fegeʃack hait zu geʃproch(e)n hey(n)rich beyern wie daß
ʃie ʃamenthafftig geb(e)n golte cleßgin kangießern vnd pedern
he(nne) fegeʃack vo(n) badenhey(m) mit name(n) xv thornes vnd habe auch vm(m)b ziele
hey(n)r(ich) beyer deß verʃeßs halb(e)n helffen bytten / ʃyhe yne auch alʃo worden
das habe er nit gehalten / daß ʃchade yme x gld vnd heiʃt
yme des ey(n) ja ader ney(n) hey(n)rich ʃprycht er ʃyhe dar bij gebette(n)
word(e)n gutlich helffe(n) dar jnne zu redd(e)n / habe er auch alʃo
getan als and(er)n die do bij ʃint geweʃt dan wes er jne wider
anlange des ʃyhe er vnʃchuldig die vnʃcholt iʃt geʃtalt xiiii
tage das hant ʃie beide verbot

erf(olgt) Jtem hengin zorne erf(olgt) francke(n) cleßgin offs buch

mo(m)p(ar) Jtem menczerhe(ne) hait mo(m)p(ar) gemacht zorns hengin jme ʃin ʃcholt
vnd golte jm(m) rich jn zu gewynne(n) bijß off ʃin widd(er)ruffen

Übertragung

Heinrich Beyer hat Heintze Hytzpeffer angeklagt, dass er ihm 2 Gulden schuldig sei und gebe ihm die nicht. Das schade ihm ebenso viel dazu. Und er fordert von ihm ein Ja oder Nein. Heintze sagt, er sei ihm nichts schuldig. Die Unschuld gilt für 14 Tage. Das hat Heinrich festhalten lassen.

Heinrich Beyer hat Heintzze weiter angeklagt, dass Heintze zu ihm gekommen sei und habe gesagt, er habe eine Drittelpacht an einem Wingert, den habe Henne Arnolt inne und habe ihn damit gebeten, ihm diesen Teil abzukaufen. Das habe er getan für 6 Gulden und 1 Ort. Als nun die Zeit kam, da habe er seinen Teil einnehmen wollen. Da habe Henne Arnolt gesagt, er gebe den vierten und nicht den dritten Teil. Dass Heintze ihm den Kauf nicht so hielt, wie er ihm den zugesagt habe, das schade ihm 40 Gulden und wenn er Nein dazu sagen wolle, so berufe er sich auf den Weinkauf, auf die, die dabei waren. Heintze sagt, er wolle es auch bei dem Weinkauf lassen. Das hat Heinrich festhalten lassen und gefragt, wann er den beibringen solle. Urteil: in 14 Tagen. Bedürfe er Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, so soll man sie ihm noch zweimal 14 Tage geben. Das hat Heinrich auch festhalten lassen.

Heinrich Beyer erkennt an, Johannes, dem Sohn des Schreibers als Vertreter von Herman Stock 2 Gulden zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Wenn nicht erfolgt die Pfändung.

Henne Fegesack hat Heinrich Beyer angeklagt, dass sie gemeinsam Gülte geben an Clesgin Kannengießer und Peter von Badenheim, nämlich 15 Turnosen. Und er habe auch geholfen, um Aufschub zu bitten, den er auch erhalten habe. Das habe er nicht gehalten. Das schade ihm 10 Gulden und er fordert von ihm ein Ja oder Nein. Heinrich sagt, er sei dazu gebeten worden, um zu helfen gütlich zu verhandeln. Das habe er auch ebenso getan wie die anderen, die dabei waren. Wessen er ihn weiter belange, dessen sei er unschuldig. Die Unschuld ist festgesetzt worden auf 14 Tage. Das haben sie beide festhalten lassen.

Hengin Zorn hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Clesgin Frank.

Henne Mentzer hat Hengin Zorn zum Vertreter gemacht, ihm seine Schulden und Gülten im Reich einzuziehen bis auf Widerruf.

Registereinträge

Arnolt, Henne   –   Badenheim, Peter von   –   Beyer, Heinrich   –   Faut, Johannes   –   Fegesack, Henne   –   Frank, Clesgin   –   Gerichtsschreiber (Reichsgericht)   –   Guelte (Gülte)   –   Hytzpeffer, Heintze   –   Ingelheimer Reich   –   Kannengießer, Clesgin (Clese   –   Mentzer, Henne   –   Ort (Währung)   –   sententia   –   Stock, Herman   –   Teilpacht   –   Turnose   –   Weinkauf   –   Wingert (Weingarten)   –   Zorn, Hengin   –