Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1468-1485 

Bl. 004

19.02.1468  / Freitag vor Cathedra Petri

Transkription

korns geben die ʃal jch yne richten da ʃie gein mentze ʃin
ko(m)men vor des mannes heren huʃch dem er die gulte geben ʃulde
da were er / nit da heyme als balde als der mittag vor qua(m)
Da quemen ʃie widder vor die thore vnd clopten an da were
der here da jnne vnd lieʃʃe ʃie jnne da ʃpreche die here
heinrich waß duʃtu hie da ʃpreche heinrich heinrich here
ich wil uch die iiij malt(er) korns beczalen von myn(er) ʃweger
wegen vnd ʃprach here waß ʃal ich uch geben ye vor ein
malt(er) da ʃprache der here ʃieben wißphenge da det heinr(ich)
ʃinen budel off vnd gab yme xxviij alb vor die iiij malter
korns heinrich ʃtalt auch nit dar gein dem hern das henne ein
buddel were henne ʃayde iß auch nit heinrich kant auch nit
gein dem hern das iß huerge gulte ader verʃeʃʃe were dan er
kant gulte von ʃiner ʃweger wegen Dan da ʃie heruß queme(n)
da ʃpreche heinrich jch han ye dem hern die hurge gulte uß
gericht von mynen ʃweger wegen heinriche hait die ʃage
verbot

Jtem henne Ercke irf(olgt) henne breitfuß uffs buch

Jtem do(m)mus haubor

Jtem wiprecht dutze hait do(m)us haubor zugeʃprochen
wipr(echt) er habe yme gemait So habe yme do(m)mus dar zu uff gehab(e)n
alʃuil das ʃichs criffe(n)t an xxxij ß vnd gebe jme der nit
da(m)m(us) das ʃchade yme alsuil dar zu vnd heuʃchet yme des ein ja
ader ney(n) daruff ʃpricht do(m)m(us) er habe wiprechten vor irf(olgt)
vnd ergangen vnd habe yne noch nit ußgeracht vnd ʃij auch
nach yme jare vnd hoffe er ʃulle wiprechten nit antwertten
wiprecht ʃpricht er hoffe iß ʃulle ʃich verjert han und
zuhet ʃich uffs buche daruff iʃt zum rechten gewiʃet dwile
ʃie bede uffs buche ziehent ʃo ʃollent ʃiʃs auch uber xiiij tage
bede bringen sorffent ʃie dan ir tage vnd heuʃchent die als recht
iʃt ʃo ʃal man yne die furt ʃtellen noch zu zwein  xiiij dage(n)
das hant ʃie bede verbot

1 h Jtem do(m)m(us) haubor als von ʃiner h(er)n wegen hait 1 h xv thor(nes) uff hans
ʃtrahecker et ʃub pig(nora)

1 h Jtem hait er 1 h vij ß uff pedern den becker et ʃub pig(nora)

irf(olgt) Jtem Ritterhans irf(olgt) Joh(ann)es bitzelhenne(n) Elʃen ʃone vor iij gld
ad c(om)put(andum)

Übertragung

Korn gegeben. Die soll ich ihnen ausrichten. Als sie nach Mainz kamen vor das Haus der Herren, war derjenige, dem er die Gülte geben sollte, nicht daheim. Als es Mittag wurde, kamen sie wieder an das Tor und klopften an. Da war der Herr darin und ließ sie ein. Da sprach der Herr: Heinrich, was tust Du hier. Da sagte Heinrich: Herr, ich will euch die 4 Malter Korn bezahlen für meinen Schwager und sagt, Herr, was soll ich euch geben je Malter. Da sagte der Herr: 7 Weißpfennige. Da öffnete Heinrich seinen Beutel und gab ihm 28 Albus für die 4 Malter Korn. Heinrich erklärte auch nicht gegenüber dem Herrn, dass Henne ein Büttel sei. Henne sagte es auch nicht. Heinrich anerkannte auch nicht gegenüber den Herren, dass es diesjährige Gülte oder vergangene Gülte sei. Er anerkannte die Gülte als von seines Schwagers wegen. Als sie herauskamen, sagte Heinrich: Ich habe den Herren die diesjährige Gülte ausgerichtet von meinem Schwager her. Heinrich hat die Aussage festhalten lassen.

Henne Erke hat seinen Anspruch gegen Henne Breitfuß eingeklagt. Ebenso Dhomus Haubor.

Wiprecht Dutze hat Thomas Haubor angeklagt, er habe ihn gemahnt. Da habe ihm Dhomus so viel eingezogen, dass es sich auf 32 Schilling beläuft und er gebe ihm die nicht. Das schade ihm eben so viel dazu. Und er fordert von ihm deswegen ein Ja oder Nein. Darauf sagt Thomas: Er habe zuvor Wiprecht vor Gericht gezogen und gegen ihn gewonnen. Und er habe ihn noch nicht bezahlt und es sei auch noch im Jahr. Und er hofft, er müsse Wiprecht nicht antworten. Wiprecht sagt, er hoffe, es sei verjährt und beruft sich auf das Buch. Darauf ist als Recht erkannt: Weil sie sich beide auf das Gerichtsbuch berufen, so sollen sie es auch beide vor das Gericht bringen binnen 14 Tagen. Bedürfen sie dann Verlängerung und fordern sie diese, wie es Recht ist, so soll man die ihnen geben noch zweimal 14 Tage. Das haben sie beide festhalten lassen.

Thomas Haubor erhebt seine 1. Klage für seine Herren wegen 15 Turnosen gegen Hans Strohecker und auf die Pfänder.

Derselbe erhebt seine 1. Klage wegen 7 Schilling gegen Peter den Bäcker auf die Pfänder.

Hans Ritter verklagt den [Johannes,] Sohn von Else Bitzel, [Ehefrau des] Henne, auf 3 Gulden.

Registereinträge

Baecker (Bäcker/Tätigkeit)   –   Becker, Peter (der)   –   Beutel   –   Beyer, Heinrich   –   Bitzel, Else (die Bitzelsen)   –   Bitzel, Henne   –   Bitzel, Johan (Johannes, Jo)   –   Breitfuß, Henne   –   Buettel (Büttel) (Ingelheim)   –   Dutz, Wiprecht   –   Ercker, Henne   –   Geis, Henne   –   Guelte (Gülte)   –   Haubor, Thomas   –   Korn (Getreide)   –   Mainz (Stadt)   –   Malter   –   Mittag (Tageszeit)   –   Ritter, Hans   –   Schwager   –   St. Stephan (Mainz)   –   Strohecker, Hans (der)   –   Tor (Tür)   –   Turnose   –   verjähren   –   Weißpfennig   –